Berto Dünki und Ursula Moser sind überzeugt von der Idee ihres Ladens. «Statt dass die Backwaren vernichtet werden, gehen bei uns noch zum halben Preis über die Theke», sagen sie. Gerade im Gundeli würden viele Menschen leben, die sowohl günstig als auch nachhaltig einkaufen möchten.
Betritt man den Laden, so erinnert wenig daran, dass es ein spezieller Ort ist. Verkaufsregale, Kühlgeräte oder eine Theke gehören in jede Bäckerei. Auch die Kaffemaschine ist heute nicht mehr wegzudenken. Erst beim zweiten Hinschauen fällt auf, dass die Möbel Einzelstücke sind.
«Wir verkaufen nicht nur Backwaren zum halben Preis, unser Laden soll auch Treffpunkt im Quartier sein.» Doch auch da braucht es den zweiten Blick. Am Kühlschrank hängen Post-It-Zettel, darauf stehen kleinere Frankenbeträge. Dies seien Spenden für jene, die zu wenig Geld für ein Getränk oder Brot hätten.
Der Bäcker ist ein Handwerker geblieben. Er will sein Tageswerk am Feierabend nicht auf der Müllhalde sehen.
Bei den Bäckereien in Basel stiess die Idee auf grosses Interesse. Die Bäckereien sähen keine Konkurrenz im Modell. Vielmehr seien Bäckermeister froh, dass sie Backwaren nicht wegwerfen müssten, meint Dünki. «Ein Bäcker ist ein Handwerker. Der hat keine Freude daran, um vier Uhr aufzustehen und dann am Feierabend die Hälfte seiner Arbeit wieder zu vernichten.»
Das Projekt Backwaren-Outlet ist selbsttragend. Allerdings müssen sich Ursula Moser und Berto Dünki nicht marktübliche Löhne bezahlen. Auch ist ihnen die Vermieterin wohlgesinnt und machte das Experiment mit speziellen Bedingungen erst möglich. Der Laden ist in bester Lage, direkt neben dem Eingang zur Gundelipasserelle.
(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)