«Horrorpilz» oder sogar «Killerpilz» - diese wenig schmeichelhaften Übernamen gab die internationale Presse dem «Candida auris», ein Pilz, der sich extrem rasant verbreitet und auf Oberflächen während Wochen bis Monaten überleben kann. Bei geschwächten Patientinnen und Patienten greift er die inneren Organe und die Atemwege an. 50 bis 60 Prozent der Infizierten sterben.
Eliminierung nur durch Bestrahlung
Kein Wunder, will das Unispital eine Verbreitung dieses Pilzes mit allen Mitteln verhindern. Das Spital investiert darum jedes Jahr zwischen fünfzig- und hunderttausend Franken. «Wenn der Schaden mal da ist, haben wir wenig Chancen, ihn zu begrenzen», begründet Andreas Widmer, Infektiologe und Chef der Spitalhygiene am Universitätsspital Basel, diese Vorsichtsmassnahmen.
Das Spital hat unter anderem zwei spezielle Apparate angeschafft, welche die Spitalzimmer nach dem Aufenthalt eines befallenen Patienten bestrahlen könnten. Dies ist nötig, weil der Pilz nicht nur Patienten befällt, sondern auch Gegenstände oder eben das ganze Zimmer.
Wenn der Schaden mal da ist, haben wir wenig Chancen, ihn zu begrenzen.
In England hat dies bereits dazu geführt, dass ein Spital einen gesamten Boden herausreissen musste. «Ansonsten hätte man nicht mit Sicherheit sagen können, dass man den Pilz eliminieren konnte», erklärt Widmer.
Risikoländer Thailand und Indien
Bisher gibt es in der Schweiz erst drei Spitäler, in denen der «Killerpilz» festgestellt wurde: In Genf, in St. Gallen und in einem Spital im Wallis. Die Chance, dass er auch in Basel auftritt, sei aber durchaus gegeben, sagt Widmer. «Vor allem Patientinnen und Patienten, die zum Beispiel aus Thailand oder Indien zurückkommen und dort auf einer Intensivstation behandelt wurden, gelten als Risikopatienten».
Widmer hat darum veranlasst, dass diese Patienten bei einem Eintritt ins Unispital auf «Candida auris» überprüft werden. Sodass sich der «Killerpilz» in Basel gar nicht erst ausbreiten kann.
Dieselbe Strategie wählt auch das Kantonsspital Baselland, wie Sebastian Wirz, Chef der Infektiologie und Spitalhygiene, auf Anfrage bestätigt: «Wir machen ein Screening bei Patienten, welche aus ausländischen Spitälern repatriiert werden.»