Mit den sommerlichen Temperaturen zieht es viele Menschen an Seen, Flüsse und in Freibäder. Doch das Vergnügen birgt Risiken: Jedes Jahr kommt es in der Schweiz zu zahlreichen Badeunfällen, die meisten davon in offenen Gewässern. Für 71 Prozent der Teilnehmenden einer nicht repräsentativen «dialog»-Umfrage ist deshalb klar: Schulen sollten mehr Zeit in den Schwimmunterricht investieren.
Schwimmen lernen darf kein Privileg sein.
Für viele Userinnen und User der «dialog»-Community ist Schwimmen weit mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Sie sehen darin eine grundlegende Fähigkeit, die Leben retten kann. «Schwimmen ist eine überlebenswichtige Grundfertigkeit», schreibt «Hanspeter Peterhans». Gerade in einem Land mit zahlreichen unbewachten offenen Gewässern könne die Schule entscheidend dazu beitragen, tödliche Badeunfälle zu verhindern.
Einige Stimmen betonen zudem die Rolle der Schule als Ort, an dem alle Kinder erreicht werden. «Schwimmen lernen darf kein Privileg sein», schreibt «Sentinelle Civique». Die Schule sei der einzige Raum, der unabhängig vom sozialen Hintergrund allen Kindern den Erwerb dieser lebenswichtigen Kompetenz ermöglichen könne.
Auch «Grand Soleil» fordert zusätzliche Schwimmbadstunden – bereits ab dem Kindergarten und während der gesamten Schulzeit. Neben dem Schwimmen selbst brauche es zudem eine Einführung in Rettungsmassnahmen sowie eine Sensibilisierung für die Gefahren in offenen Gewässern. «Durch die Verbesserung der Ausbildung trägt man zur Sicherheit bei.»
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Einige Community-Mitglieder gehen noch weiter und stellen die heutige Gewichtung des Schulsports grundsätzlich infrage. «Tribun démocratique» bezeichnet Schwimmen als die wichtigste Sportart überhaupt. Das Erlernen des Schwimmens sollte aus seiner Sicht bereits in den ersten Primarschuljahren obligatorisch und prioritär behandelt werden.
Weniger überzeugt zeigt sich die Minderheit der Community, die gegen zusätzliche Schwimmstunden ist. Dabei lehnen die meisten das Schwimmenlernen nicht prinzipiell ab. Sie sehen die Verantwortung jedoch in erster Linie bei den Eltern.
Alle Verantwortungen kann und sollte man nicht den Schulen übertragen.
«Es ist Sache der Eltern, ihre Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten zu begleiten», schreibt «Logographe Exigeant». Schulen müssten heute bereits zahlreiche Kompetenzen vermitteln, die Anforderungen würden stetig wachsen. Zusätzliche Aufgaben sollten deshalb nicht automatisch an die Bildungseinrichtungen delegiert werden.
Ähnlich argumentiert «Patrick dit Tripack». Eine Sensibilisierung für die Gefahren des Wassers sei sinnvoll. Gleichzeitig sei es schwierig, der Schule immer neue Aufgaben zu übertragen. Zudem verfügten nicht alle Schulen über einen einfachen Zugang zu Schwimmbädern.
Auch «Ma Pen» findet die bestehenden Schwimmstunden ausreichend. Angesichts der langen und warmen Sommer sei es durchaus möglich, Kindern das Schwimmen ausserhalb der Schule beizubringen. Voraussetzung sei allerdings, dass Eltern dafür die nötige Zeit investieren. «Alle Verantwortungen kann und sollte man nicht den Schulen übertragen.»