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Folgen des Iran-Krieges Tiefer Schweinepreis in China: Schweizer Exporteure unter Druck

Der Iran-Krieg wirkt sich auf eine Nische der Schweizer Fleischindustrie aus: den Export von Schweinefüssen nach China.

Noch im letzten Jahr verschiffte das Unternehmen Swiss Nutrivalor rund 200 Container mit erstklassigen Nebenprodukten aus Schweizer Fleisch nach China. Sie stammen aus der Verarbeitungsanlage des Unternehmens in Oensingen SO, in der Schweineteile wie Füsse, Schwänze und Knochen für den Export nach Asien, Afrika und Osteuropa vorbereitet werden.

Schweinefüsse und Fleischhaken an einer roten gefliesten Wand.
Legende: In der Schweiz gibt es für Schweinefüsse kaum Nachfrage. In China hingegen sind sie begehrt, und bis vor kurzem waren die Preise dafür hoch. KEYSTONE/EPA/Paul Hilton

In der Schweiz sind solche Schweinefleischteile nicht beliebt. Anders in China. Die dort erzielten Preise seien «überdurchschnittlich», weil man als Premiummarke mit der Bezeichnung «Swiss Meat» anbieten könne, sagt Christoph Speck, Geschäftsführer des Mutterunternehmens von Swiss Nutrivalor, Centravo.

Überproduktion drückt Preise in den Keller

Doch inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen auf dem chinesischen Markt für Schweineerzeugnisse erheblich verschlechtert. Die Erzeugerpreise für Schweine sind auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Laut dem niederländischen Analyseinstitut DCA Market Intelligence liege das unter anderem daran, dass die Nachfrage nach Schweinefleisch schwächer geworden sei.

Hinzu kommt das Problem, dass China zu viele Schweine züchtet. Seit mehr als zwei Jahren versucht die chinesische Regierung, den Schweinebestand zu reduzieren.

«Die Schweinebauern im Land haben ihre Produktion jedoch nicht ausreichend angepasst, was zu einem Überschuss an Zuchtsauen geführt hat», heisst es in einem Bericht von DCA Market Intelligence. «Darüber hinaus drohen die Kosten für die Fütterung des grossen Schweinebestands zu steigen, da die globalen Agrarmärkte durch Störungen in der Energie- und Düngerversorgung aus dem Nahen Osten unter Druck geraten.»

China hat seine Importe von Schweinefleisch und Innereien reduziert. Das trifft auch die Schweizer Exporteure. Centravo macht keine Angaben zu den Preisen. Geschäftsführer Speck räumt jedoch ein, dass die Gewinne aufgrund niedrigerer Preise gesunken seien. Auf sein Unternehmen sei der Druck jedoch geringer, da Centravo ein Premiumprodukt verkaufe.

Die grössten Herausforderungen für sein Unternehmen seien der schlechter gewordene Wechselkurs von Dollar zu Franken sowie höhere Container­schifffahrts­kosten wegen der Blockade der Strasse von Hormus.

Freihandelsabkommen öffnete die Türe

Zum lukrativen Exportkanal für die Schweizer Fleischindustrie hatte auch das Freihandelsabkommen mit China beigetragen, das am 1. Juli 2014 in Kraft trat. Die Schweiz war das erste europäische Land und die erste der zwanzig grössten Volkswirtschaften der Welt, der dieses Kunststück gelang.

China ist der weltweit grösste Schweinefleischmarkt und macht fast die Hälfte des weltweit verzehrten Schweinefleischs aus – rund 50 Millionen Tonnen. China ist auch der grösste Importeur von Schweineinnereien, mit etwas über einer Million Tonnen pro Jahr.

Swiss Nutrivalor war eines von fünf Schweizer Unternehmen, welche die begehrte Lizenz zum Export von Schweinefüssen nach China erhielten. Es hatte eineinhalb Jahre gedauert, bis es die von den chinesischen Behörden gestellten Anforderungen erfüllte.

So müssen beispielsweise Schweine- und Rindfleischprodukte bei der Verarbeitung getrennt werden, um das Risiko einer Kreuzkontamination mit Krankheiten wie BSE (Rinderwahnsinn) zu vermeiden. Die chinesischen Behörden behalten sich zudem das Recht vor, die zugelassenen Schlachthöfe und Fleischverarbeiter zu inspizieren.

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Echo der Zeit, 19.6.2026, 18 Uhr;weds

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