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Forschungsprojekt Wissenschaftlerinnen und Bauern zusammen für die Biodiversität

Ein Projekt der Universität Bern hat 60 Mähwiesen restauriert – und damit die Pflanzenvielfalt erhöht.

Versteckt in den Grashalmen eines Feldes in Mühleberg bei Bern liegt die Antwort auf eine wichtige Frage: Wie kann man im Schweizer Mittelland die Biodiversität erhöhen? Damit hat sich die Tessiner Wissenschaftlerin Laura Forgione im Rahmen ihrer Doktorarbeit auseinandergesetzt. Mähwiesen, wo die Landwirtschaft Heu als Futter für Tiere gewinnt, sind der ideale Lebensraum für Blumen und Insekten.

Laura Forgione über das Projekt (mit deutschen Untertiteln)

«Ab dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bewirtschaftung intensiver. Es wurde mehr Dünger eingesetzt und die Flächen wurden häufiger gemäht. Dies führte zu einem Verlust der Biodiversität», erklärt Forgione gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI). Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, hat die Politik die sogenannten Biodiversitätsförderflächen, kurz BFF, eingeführt. Mittels finanzieller Beiträge werden Landwirtinnen und Landwirte dazu ermutigt, ihre Flächen anders zu bewirtschaften.

Bei Wiesen bedeutet das insbesondere, dass auf Dünger verzichtet und der erste Schnitt des Grases hinausgezögert wird. Doch dies allein reicht nicht, wie Forgione betont: «Jahrzehnte intensiverer Nutzung haben die Samenreserven im Boden stark reduziert. Deswegen müssen die Wiesen auch mit Aussaat unterstützt werden.» Genau dies ist das Ziel ihres Forschungsprojekts.

Seit 2019 sind im Rahmen dieses Projekts 60 Mähwiesen zwischen Nyon und Luzern mit verschiedenen Methoden besät worden. Dazu gehört etwa das Gewinnen von Heu und Samen aus besonders artenreichen Spenderflächen. Die Böden wurden oberflächlich mittels Kreiselegge oder tiefer mit einem Pflug bearbeitet. All das in Zusammenarbeit mit verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben.

Verschiedene Methoden möglich

Einer der involvierten Landwirte ist Beat Freiburghaus. Seine Zusage zum Projekt kam nach einem Familiengespräch. «Mein Vater und ich dachten gemeinsam darüber nach: Können wir etwas tun, um unser Land wieder aufzuwerten?», erinnert er sich. «Die Antwort kam sofort: Es ist eine tolle Idee. Wir haben nichts zu verlieren, wir können nur gewinnen.»

Und tatsächlich: Bereits zwei Jahre nach Projektbeginn war die Pflanzendiversität auf den getesteten Wiesen erhöht. 90 Prozent der Flächen erreichten Qualitätsstufe 2 – die höchste Stufe. Gemessen wird das Vorhandensein von sechs Referenzpflanzenarten.

«Es ist gut zu sehen, dass es mehrere funktionierende Restaurierungsmethoden gibt», stellt Laura Forgione fest. «So kann ein Betrieb selbst wählen, welche Methode am besten passt.»

Diese «extensive Wiesenbewirtschaftung», wie sie genannt wird, hat aber auch ihre Grenzen. Beat Freiburghaus erklärt, dass etwa das Gras durch das spätere Mähen am 15. Juni beinahe überreif wird und so an Wert verliert. Die Tiere fressen es weniger gern.

Dabei handle es sich um einen «notwendigen Kompromiss im Namen der Biodiversität», findet Jean-Yves Humbert, der Leiter der Forschungsgruppe um Laura Forgione. «Die Futtermenge und ihr Nährwert sind geringer als bei intensiv bewirtschafteten Wiesen.» Um diesen Spagat zu schaffen, würden manche Betriebe einfach einen Teil ihrer Flächen extensiv bewirtschaften.

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RSI, Prima Ora, 12.6.2026, 18 Uhr

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