Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Geschwindigkeitsrekord Von Genf nach Zürich in nur 15 Minuten

Die an der ETH Lausanne entwickelte Swisspod-Kapsel hat einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt und bei einem Test in den USA in wenigen Sekunden 146 km/h erreicht.

Von Genf nach Zürich in nur 15 Minuten: eine Idee, die heute wie Science-Fiction klingt, die Swisspod aber in die Realität umzusetzen versucht. Die von ehemaligen Studierenden der ETH Lausanne entwickelte Kapsel hat in den USA einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt.

Auf dem Testgelände in Pueblo, Colorado, beschleunigte die Kapsel in wenigen Sekunden von 0 auf 146 km/h. Das Fahrzeug bewegte sich dabei schwebend über ein Magnetfeld innerhalb des weltweit grössten Testtunnels für Magnetschwebebahnen.

In den USA treibt das schweizerisch-amerikanische Unternehmen Swisspod den Traum von Swissmetro voran, dem bereits in den 1970er-Jahren in der Schweiz konzipierten Projekt. Zu den wichtigsten Innovationen gehören Hochleistungsbatterien und vor allem ein neues elektromagnetisches Antriebssystem.

«Es ist uns gelungen, die Infrastrukturkosten zu minimieren, indem wir die gesamte Elektrifizierung von der Struktur auf das Fahrzeug verlagert haben. Die Magnete, die Energie, alles befindet sich im Fahrzeug. Genau genommen haben wir einen autonomen Roboter entwickelt», erklärt Denis Tudor, Geschäftsführer und Mitbegründer von Swisspod, gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz RSI.

Ich hoffe, es fängt nicht Feuer!
Autor: Denis Tudor Geschäftsführer und Mitbegründer von Swisspod

Die Technologie wurde seit 2019 auf dem Campus der ETH Lausanne entwickelt, zunächst anhand eines Prototyps, der das neue System testen sollte. «Wir mussten einige Teile auswechseln und bereiten uns nun auf die Tests vor. Ich hoffe, es fängt nicht Feuer!», sagt Tudor.

Geschwindigkeiten bis zu 1'000 km/h

Gemäss den Berechnungen des Unternehmens könnte die Kapsel für den Passagiertransport in einer Niederdruckröhre 1'000 km/h erreichen. Allerdings bleiben bedeutende technische und regulatorische Herausforderungen zu bewältigen, bevor ein kommerzieller Einsatz möglich wird.

Vorsichtig, aber zuversichtlich äussert sich Tudor: «Ich hoffe, dieses Projekt in grossem Massstab entwickeln zu können. Ich will nichts versprechen. Es gibt noch viele Probleme zu lösen, aber wir glauben fest daran.»

Zu den konkreten Zielen des Unternehmens gehört die Schaffung einer Verbindung zwischen Pueblo und Denver, der Hauptstadt Colorados, eine Strecke von rund 180 Kilometern, die in etwa zehn Minuten zurückgelegt werden könnte. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das zur aktuellen Realität des Eisenbahnverkehrs im Westen der USA im Kontrast steht, wo Züge noch mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 40 km/h fahren.

RSI, Telegiornale, 07.07.26, 12:30 Uhr; noes ; 

Meistgelesene Artikel