Das dreisprachige Graubünden hat eine neue Plattform: Auf pluriling-gr.ch werden Essays, Fachartikel, Forschungsergebnisse und auch Archivbeiträge publiziert, welche einen Überblick über die Dreisprachigkeit des Kantons geben. Gleichzeitig will die Plattform auch die Diskussion über die Mehrsprachigkeit des Kantons ankurbeln. Die Leute sollen so auf einfache Art und Weise erkennen, was es heisst in einem dreisprachigen Kanton zu leben.
Warum haben sie sich entschieden, Forschungsergebnisse und Diskussionsbeiträge auf dem Internet zu veröffentlichen, statt sie in Buchform zu präsentieren?
Dicke Handbücher werden von den Jugendlichen heute gar nicht mehr gelesen. Und wir wollen auch die Jungen erreichen. Deshalb haben wir die neue Internetplattform geschaffen.
Es dürfen auch provokative Beiträge sein.
Wir hoffen auch, dass da aktiv über die Mehrsprachigkeit von Graubünden diskutiert wird. Es dürfen auch provokative Beiträge sein.
Heisst das auch, dass Forschungsergebnisse und Erkenntnisse speziell fürs Internet in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben sind?
Vielfach sind die Hintergründe der Dreisprachigkeit des Kantons komplex und kompliziert. Und komplizierte Sachen kann man nicht «einfach» beschreiben. Aber wir haben zu jedem Text eine «anmächelige» Zusammenfassung geschrieben, so dass es die Leserinnen hoffentlich reizt, auch den vielleicht etwas komplizierten Text zu lesen.
Denken Sie, dass die Dreisprachigkeit den Kanton eher zusammenschweisst, oder eher trennt?
Es ist Tatsache, dass sich viele Bündnerinnen und Bündner nicht darum kümmern, wie die anderen reden und was sie denken. Trotzdem leben wir in einem grossen Sprach-Frieden miteinander. Und das ist nicht selbstverständlich! Schliesslich bedeutet eine «andere Sprache sprechen» eben auch eine «andere Kultur leben».
Das Interview führte Pius Kessler.