Riesige Turbinen, Zahnräder oder Schmelzöfen: Sie waren die bevorzugten Sujets des interessierten, aber auch kritischen Fotografen Jakob Tuggener.
Die Ausstellung «Maschinenzeit» in der Fotostiftung Winterthur widmet sich diesem Werk Tuggeners. Die Fotos dokumentieren ein Stück Zürcher Industriegeschichte und sind so realitätsnah und fassbar, dass man meint, die Hitze des Schmelzofens zu spüren.
Nur um Dokumentation sei es Tuggener aber nicht gegangen, sagt Kurator Martin Gasser. «Tuggener war sehr skeptisch gegenüber der technischen Entwicklung». Bevor er sich aufs Fotografieren verlegte, hatte Tuggener als Maschinenzeichner die harte Arbeitswelt in den Maschinenhallen gut kennengelernt. «Er sah auch die Schattenseiten, besonders während des zweiten Weltkriegs.»
1943, mitten im zweiten Weltkrieg, erschien Tuggeners Buch «Fabrik». Verkauft hat es sich damals nicht. Weder seine kompromisslose Fotografie noch seine kritische Haltung passten zur Haltung der «geistigen Landesverteidigung.»
Die Ausstellung «Maschinenzeit» ist vom 21.Oktober bis am 28. Januar 2018 in der Fotostiftung Winterthur zu sehen.
(kerf, Regionaljournal Zürich Schaffhausen; 12:03 Uhr)