In den Luzerner Gemeinderäten sind die Frauen stark in der Minderheit. In Udligenswil ändert sich das aber bei den Wahlen vom 29. März: Wurden vor vier Jahren ausschliesslich Männer gewählt, werden es künftig mehrheitlich Frauen sein.
Für die fünf Sitze kandidieren sechs Kandidatinnen und nur zwei Kandidaten. Neben ihren Bisherigen schicken die Parteien neu ausschliesslich Frauen ins Rennen. Dabei hat nur die FDP explizit nach Politikerinnen Ausschau gehalten, bei CVP und GLP hätten die Kandidatinnen einfach am besten gepasst. Und auch die beiden parteilosen Kandidatinnen sind nicht in erster Linie als Frau angetreten.
Wenn man unter den 2300 Einwohnerinnen und Einwohnern herumfragt, kommen die vielen Kandidatinnen bei vielen Passantinnen und Passanten gut an.
Es ist an der Zeit, dass sich so viele Frauen zur Verfügung stellen
Klare Gründe für das zahlreiche Engagement der Frauen könne man aber nicht finden, sagen sowohl die Kandidierenden als auch Leute auf der Strasse. «Es ist ein Zeichen der Emanzipation», sagt etwa eine Passantin, für einen anderen ist es ein erfreulicher Zufall: «Wahrscheinlich wollen sich die Frauen etwas mehr profilieren – und das ist gut so.»
Allerdings: Übertreiben wollen es die meisten doch nicht. Auch wenn es rechnerisch möglich wäre, dass künftig nur noch Frauen im Udligenswiler Gemeinderat vertreten sind – das geht den meisten doch zu weit.
Man spüre auch schon eine Gegenbewegung, ist zu hören. Die beiden Kandidaten, die zur Wahl antreten, könnten mit einem Männerbonus rechnen – ein «Quotenmann» werde Udligenswil wohl mindestens erhalten bleiben.
Bei dem Gedanken daran, dass die Frauen den Udligenswiler Gemeinderat theoretisch komplett übernehmen könnten, meint ein junger Mann aber ganz entspannt: «Das ist auch ok, eine Zeit lang waren es nur Männer. Ich wüsste nicht, wo hier das Problem sein soll.»