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Graubünden Bündner Herrschaft: Helikopter wurden doch nicht eingesetzt

Die Winzer in der Bündner Herrschaft wollten den für die Reben gefährlichen Frost in der Nacht auf Donnerstag mit Helikoptern bekämpfen. Die entsprechende Bewilligung vom Bund kam – trotzdem wurde nicht geflogen.

Minus drei Grad können für die Trauben in den Rebbergen verheerend sein. Die Winzer in der Bündner Herrschaft fürchten den für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag angekündigten Frost. Er könnte riesige Ernteausfälle bedeuten.

«Wir hatten am Montag eine eigentliche Krisensitzung», sagt der Präsident des Branchenverbandes Graubünden Wein, Georg Fromm. Sich vor dem Frost zu schützen ist keine einfache Aufgabe. Er habe spontan an Helikoptereinsätze gedacht, sagt Fromm.

Er, der früher auch Weinberge in Neuseeland bewirtschaftete, kennt diese Methode von dort. Mit den Rotorblättern würde wärmere Luft oberhalb der Rebstöcke nach unten gedrückt. Dies würde die Luft unterhalb etwas erwärmen. Am Mittwochabend erteilte das Bundesamt für Zivilluftfahrt schliesslich die Bewiligung für die Flüge – die Winzer entschieden aber, die Helikopter doch nicht einzusetzen. Auf die Schnelle liessen sich keine zweimotorigen Helikopter auftreiben. Nur diese solche wären für die Flüge zugelassen gewesen, sagt Fromm.

Frostkerzen kaum erhältlich

Eine andere Möglichkeit, die besonders aus dem Bereich Obstbau bekannt ist, sind sogenannte Frostkerzen - Blechkessel gefüllt mit Wachs und einem Docht. Diese können in kurzen Abständen in den Weinbergen platziert werden. Sie waren aber beinahe überall ausverkauft, erklärt Fromm.

Andrea Lauber aus Malans hatte Glück. Er konnte im Thurgau noch ein paar hundert solcher Kerzen ergattern. In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag will er sie in seinen Rebbergen anzünden. Er hofft, dass der damit verbundene Temperaturanstieg seine Pflanzen vor Frostschäden schützt.

Mähen und hoffen

Die meisten Winzer in der Herrschaft konnten aber keine Kerzen mehr auftreiben. Ihnen rät Georg Fromm nun, wenigstens das Gras in den Rebbergen zu mähen. In Hanglagen soll so die kalte Luft in Bodennähe besser in Richtung Tal abfliessen können.

Eine andere Methode versucht Thomas Studach aus Malans. Er war den ganzen Morgen damit beschäftigt, mit schwerem Gerät den Boden seines Rebbergs aufzureissen. «Ich habe gedacht, ich öffne den Boden, damit dieser dann etwas Wärme abstrahlt», erklärt der Winzer. Etwas tun, nicht einfach nur abwarten, scheint die Devise zu sein.

Viel mehr Möglichkeiten gebe es aber leider nicht, sagt Verbandspräsident Fromm: «Schlussendlich bleibt nichts anderes als zu hoffen, dass es doch nicht so kalt wird wie angekündigt.»

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