Die Rechnung ist einfach: Je mehr Pilze wachsen, desto mehr Pilze werden gesammelt und gekocht und desto mehr ungeniessbare oder gar giftige Pilze landen auf dem Teller.
Dass diese Rechnung aufgeht, zeigen die Zahlen der Giftberatungstelle Toxinfo Suisse. Dort nehmen die Expertinnen und Experten Telefonanrufe entgegen, wenn sich jemand nach dem Konsum von Pilzen schlecht fühlt. 580 Telefonanrufe waren es im vergangenen Jahr, in diesem Jahr sind es bereits 350. Alleine aus dem Kanton St. Gallen gingen in diesem Jahr schon doppelt so viele Anrufe ein wie im gesamten letzten Jahr.
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Bild 1 von 10. Steinpilz/Gallenröhrling: Gallenröhrlinge sind ungeniessbar. Schon ein Pilz verdirbt ein ganzes Gericht. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 10. Speisemorchel/Frühlingslorchel: Frühlingslorcheln sind tödlich giftig! Die Wirkung setzt nach über 4 Stunden ein. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 10. Eierschwamm/Falscher Pfifferling:Der Falsche Pfifferling schmeckt nicht und kann die Verdauung stören. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 10. Schopftintling/Grauer Faltentintling: Der Faltentintling ist mit weissen Falten essbar. Sonst mit Alkohol giftig! Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 10. Grauer Wulstling/Pantherpilz: Der Pantherpilz ist sehr giftig! Schwindel, Ohnmacht und Atemlähmungen drohen. Bildquelle: SRF.
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Bild 6 von 10. Mairitterling/Mai-Risspilz: Der Mai-Risspilz ist u. U. tödlich! Folge: Sehstörungen, Halluzinationen, Kolik, Erbrechen. Bildquelle: SRF.
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Bild 7 von 10. Nebelkappe/Riesenrötling: Der Riesenrötling ist giftig. Die Folgen gleichen denen einer Lebensmittelvergiftung. Bildquelle: SRF.
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Bild 8 von 10. Schafchampignon/Weisser Knollenblätterpilz: Der Knollenblätterpilz ist lebensgefährlich! Symptome z.T. erst nach 1 Tag. Bildquelle: SRF.
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Bild 9 von 10. Stockschwämmchen/Nadelholzhäubling: extrem ähnlich! Erbrechen, Durchfall und Leberversagen beginnen erst nach 1 Tag. Bildquelle: SRF.
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Bild 10 von 10. Erd-Ritterling/Tiger-Ritterling: Der Tiger-Ritterling ist giftig und führt zu Erbrechen und Durchfall. Bildquelle: SRF.
Der Pilz sei ein heikles Lebensmittel, sagt Katharina Schenk, Oberärztin und Pilzexpertin bei Toxinfo Suisse. «Ein Pilz kann äusserlich tipptopp aussehen, innerlich aber verdorben sein.» Solche Fälle gebe es häufig. Die Folgen: Bauchweh, Durchfall, Erbrechen. Beschwerden, die vorbeigehen und mit Hausmitteln gelindert werden können.
Ein Pilz kann äusserlich tipptopp aussehen, innerlich aber verdorben sein.
Wenn jemand aber einen giftigen Pilz verzehre, dann brauche er eine intensive medizinische Betreuung, sagt Schenk. Denn bei einer Pilzvergiftung versagen häufig Leber oder Nieren. Das einzige Rezept, um solche Fälle zu vermeiden sei, die Pilze von einer Fachperson kontrollieren zu lassen.
Viel Arbeit für Kontrolleure
Und diese sind im Moment gefordert, wie Hans Peter Schumacher bestätigt. Er arbeitet seit über 20 Jahren als Pilzkontrolleur auf der Pilzkontrollstelle im Botanischen Garten in St. Gallen: «Jeden Tag stehen die Leute Schlange und lassen ihre Pilze kontrollieren.»
Dass die Pilze im Moment spriessen wie selten, liege am Wetter. Nach einer längeren trockenen Phase kam der Regen, zugleich blieb es angenehm warm. «Ideale Voraussetzungen für die Pilze», sagt Hans Peter Schumacher.
Er begrüsst es, dass die Pilzsammler ihre Pilze kontrollieren lassen. Rund 20 Prozent muss er aussortieren, weil sie verdorben oder giftig sind. Gleichzeitig, so sagt er, diene die Kontrollstelle auch dazu, dass die Sammler ihre Pilze noch besser kennenlernen. Das sei gerade für Anfänger wichtig.