Ein Held aus dem Baselbiet, am 12. Juli 1891 in Langenbruck geboren. Das war der Pilot Oskar Bider. Als «Oski» am 13. Juli 1913 als erster Mensch den Alpenhauptkamm überflog – in einem Flugzeug aus Holz mit bespanntem Papier – mutierte er mit 22 Jahren zum neuen Helden der Nation.
«Seine Blériot XI war eine schwierige Maschine, nicht sehr stabil – aber Bider hatte unglaublich gutes Bauchgefühl», sagte Beat Gugger, Kurator der aktuellen Ausstellung im Museum im Bellpark Kriens, im SRF-Interview. Neben seinem Flieger-Talent war auch Biders gründliches Studium von Karten und Landschaft entscheidend.
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Bild 1 von 8. So fing alles an: Oskar Bider mit seinen Eltern Jakob und Frieda Marie sowie seinen Geschwistern. Anfangs wollte der junge Bider Bauer werden. Doch nach dem Tode seines Vaters und einer Reise nach Argentinien stand Ende 1911 fest: Er wollte Flieger werden. Bildquelle: Archiv Verkehrshaus.
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Bild 2 von 8. Am 8. November 1912 meldete er sich bei der Fliegerschule Blériot im südfranzösischen Pau an. Das Ende der Ausbildung: Ein Flugschein mit Foto aus dem Jahr 1912. Bildquelle: Baselland.
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Bild 3 von 8. Im Frühjahr 1913 zeigt Bider bereits an zahlreichen Demonstrationsflügen sein Können. Bildquelle: Archiv Verkehrshaus.
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Bild 4 von 8. Am frühen Morgen des 13. Juli 1913 ist es soweit: Oskar Bider startet in Bern in einer Blériot, einem Flugzeug aus Holz mit bespanntem Papier, seinen Alpenüberflug. Bildquelle: Wikipedia.
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Bild 5 von 8. Bider auf über 3000 Metern Höhe über dem Jungfraujoch. Bildquelle: Museum im Bellpark/Archiv Verkehrshaus.
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Bild 6 von 8. 26. Juli 1913: Der 22jährige Bider nach dem Rückflug von Mailand in Bern. Bildquelle: Museum im Bellpark/Archiv Verkehrshaus.
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Bild 7 von 8. Nach seinem Rekordflug über die Alpen machte Bider als Pilot Karriere in der Schweizer Armee. Bildquelle: Archiv Verkehrshaus.
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Bild 8 von 8. 1919: Chefpilot Oskar Bider mit seiner Schwester Leny auf der Blécherette, dem Flugplatz von Lausanne. Bildquelle: Archiv Verkehrshaus.
Warnungen blies der Flugverrückte in den Wind. Sein Lehrer, der Luftfahrtpionier Louis Blériot hatte ihn vor der Alpenüberquerung abgeraten. Wegen der dünnen Luft in den Alpen könne er unmöglich die benötigte Flughöhe halten. Doch Bider liess sich davon nicht beirren.
280 km in vier Stunden und 34 Minuten
Am 13. Juli 1913 um 4 Uhr und 8 Minuten in der Früh war es soweit: der 22jährige startete in Bern seine Blériot XI und zog sie spiralenförmig nach oben. Um 6.10 Uhr durchquerte er auf einer Rekordhöhe von 3600 Metern die Hochalpen – genau in der Mittellinie zwischen Jungfrau (4166 m) und dem Mönch (4105 m). Danach gelangte er ohne Probleme nach Domodossola und von da aus nach Mailand. Nach vier Stunden und 34 Minuten empfing ihn in Italien eine jubelnde Menschenmenge.
Bider machte daraufhin Karriere in der Schweizer Luftfahrt. Als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde er Chefpilot der neu gegründeten Fliegergruppe. Seine Fliegerkarriere dauerte allerdings nur sechseinhalb Jahre. Am 7. Juli 1919 verunglückte Oskar Bider bei einem missglückten Kunstflug im Zürcher Dübendorf. Er starb 27jährig, fünf Tage vor seinem 28. Geburtstag.