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International 43 Tote bei Schiesserei in Mexiko

Mexiko versinkt in Chaos und Gewalt. Bei Schusswechseln zwischen Sicherheitskräften und mutmasslichen Mitgliedern eines Drogenkartells starben Dutzende Menschen. Der mexikanische Drogenkrieg tobt seit Jahren und hat zehntausende Menschen das Leben gekostet.

Legende: Video Mehr als 40 Tote in Mexiko abspielen. Laufzeit 0:36 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.05.2015.

Während des rund dreistündigen Feuergefechts nahe der Ortschaft Tanhuato im Bundesstaat Michoacán seien 42 Verdächtige und ein Polizist getötet worden, sagte der Nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido.
Die Bundespolizei sei Hinweisen nachgegangen, nach denen eine kriminelle Organisation eine Farm besetzt habe. Als die Polizisten sich dem Anwesen näherten, wurden sie aus einem Auto heraus angegriffen, wie Rubido sagte.

Danach verfolgten die Sicherheitskräfte die Verdächtigen auf dem 112 Hektar grossen Gelände und wurden von immer mehr Angreifern beschossen. Die Polizei forderte einen Helikopter zur Luftunterstützung an und brachte die Farm nach drei Stunden schliesslich unter Kontrolle.

Hochburg des Drogenkartells

Bei dem Einsatz wurden drei Verdächtige festgenommen. Zudem beschlagnahmte die Polizei zahlreiche Schusswaffen und einen Granatwerfer. Eine Lagerhalle und sechs Autos gingen bei dem Gefecht in Flammen auf.

Die Zahl der Toten könne noch weiter steigen, da die Untersuchung des Tatorts noch andauere, sagte Rubido. Der Polizist sei erschossen worden, als er einem verletzten Kollegen zur Hilfe kommen wollte.

Die Verdächtigen gehörten einer kriminellen Organisation an, die vor allem in Jalisco aktiv sei, erklärte Rubido. Der Bundesstaat, der an Michoacán grenzt, ist die Hochburg des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG). Der Gouverneur von Michoacán, Salvador Jara, sagte im Radio, es sei sehr wahrscheinlich, dass das Kartell hinter der Tat stecke.

Abschuss eines Helikopters

Die Bande trat 2011 erstmals in Erscheinung und ist laut mexikanischen und US-Behörden mittlerweile eines der mächtigsten Verbrechersyndikate des Landes. Bei Angriffen der Gruppe sind in diesem Jahr bereits rund 30 Soldaten und Polizisten ums Leben gekommen. Erst am 1. Mai schoss die Bande mit einem Granatwerfer einen Helikopter der Streitkräfte ab.

Zehntausende Tote

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen vom Freitag zählen zu den schlimmsten seit die Regierung des früheren Präsidenten Felipe Calderón im Jahr 2006 den Kampf gegen die Drogenkartelle aufnahm. Seither wurden im mexikanischen Drogenkrieg mehr als 80'000 Menschen getötet, weitere 22'000 gelten als vermisst.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Bei so vielen Toten kann man auch von Krieg sprechen!
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    In Mexiko geht es um Verteilkämpfe des Drogengeschäfts. Da dort auch Regierungsgruppen (Militär, Polizei etc.) kräftig mitmischen, muss der Verteilschlüssel von Zeit zu Zeit neu festgelegt werden. Da seit langem auch moderne (westliche) Waffen (auch Heckler & Koch DE) eingesetzt werden, und zwar auf vielen Seiten, leidet vor allem die schwache Zivilbevölkerung. Sie kommt unter die Räder der grossen Mitspieler in diesem dreckigen Geschäftsmodell.
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    1. Antwort von u.felber, luzern
      Mein mexikanischer Arbeitskollege hat mir gesagt, dass sich auch die Bürgerweheren zunehmend bewaffnen.
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    2. Antwort von Hans Valer, Luzein
      Sie vergasen noch zu erwähnen, dass die bösen Amerikaner schuld an diesem Debakel sind.
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    3. Antwort von C. Szabo, Thal
      @H. Valer: Die USA/viele Beteiligte ünterstützen die Drogengeschäfte durch den jahrzehntelangen (offiziellen) Anti-Drogenkrieg. Der Konsum bleibt erhalten, die Gewinne steigen enorm. Der CIA finanziert sich mindestens seit dem Vietnamkrieg (Air America) z. T. durch Drogengeschäfte. Sie müssen nur einen kurzen Blick nach Afghanistan richten, das nach 2002 zum grössten Heroinexporteur wurde. Und das mit der mildtätigen Unterstützung der Invasoren unter Benutzung der CIA-Transportkapazitäten.
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @H. Valer, Mexiko auch ein Teil von Amerika ist, sollte die USA sich mal dort kümmern, statt sich immer hier in Europa ein zumischen. Aber eben, man mischt sich lieber überall fern vom eigenen Kontinent ein & lässt den eigenen verkommen. Aber vielleicht ist grad das der Grund. Ist es "zuhause" nicht friedlich, geht alles drunter & drüber, darf es auch ausserhalb ihres Territorium nicht friedlich sein, muss es auch dort Unfriede geben.
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