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International 44'000 Flüchtlinge stranden in Griechenlands Auffanglagern

Die Zahl der Flüchtlinge in Griechenland übersteige die Aufnahmekapazität des Landes, heisst es aus Athen. Unterdessen harren die Flüchtlinge im Lager von Idomeni weiter aus. Möglichkeiten zur Weiterreise nach Athen bleiben ungenutzt.

Legende: Video Nässe, Kälte und Matsch – unhaltbare Zustände in Idomeni abspielen. Laufzeit 00:51 Minuten.
Aus News-Clip vom 13.03.2016.

Seit der Schliessung der Grenzen entlang der Balkanroute steigt die Zahl der Migranten in Griechenland kontinuierlich an. Wie die Regierung in Athen am Sonntag mitteilte, halten sich 44'000 Menschen im Land auf. Aufnahmekapazität gebe es derzeit für rund 31'000 Menschen.

Auf den Inseln warten den Angaben zufolge knapp 9000 Migranten auf die Weiterreise Richtung Festland. In der Region Attika und dort vornehmlich in Athen sind es 11'000 und in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze unverändert 12'000 Migranten. Aus Idomeni wollen die Menschen trotz der schlechten Bedingungen nicht abreisen, weil sie immer noch hoffen, die Grenze könne sich öffnen.

Flüchtlinge in Idomeni harren aus

Unterdessen berichtet ein Reporter der Deutschen Presseagentur aus Idomeni, dass die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nun weitere Grosszelte errichte, um die Menschen unterzubringen. Die Busse hingegen, mit denen die Migranten zurück nach Athen reisen könnten, blieben ungenutzt.

Schlange von Flüchtlingen in Idomeni
Legende: 31'000 Flüchtlinge könne Griechenland aufnehmen, heisst es aus Athen. Aktuell seien aber bereits 44'000 im Land. Keystone

Das provisorische Lager in Idomeni versinkt nach starken Regenfällen in Schlamm und Matsch. Am Freitag wurde erstmals bei einem syrischen Flüchtlingskind die Infektionskrankheit Hepatitis A diagnostiziert. Das Virus wird vornehmlich durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen. Berichte über einen zweiten Fall dementierte das griechische Zentrum für Seuchenbekämpfung und -prävention am Sonntag. Allerdings seien die Zustände im Lager unbeschreiblich schlecht, sagte der Vorsitzende der Organisation, Thanassis Giannopoulos, dem griechischen Fernsehsender Skai. Der nächste Krankheitsfall sei nur eine Frage der Zeit.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Die Refugees sind in Griechenland völlig in Sicherheit. Sie wurden von den Behörden aufgefordert, die Busse zu besteigen, um in Aufnahmeeinrichtungen gebracht zu werden. Auch der Weg in die sichere Türkei steht offen. Niemand in Idomeni sitzt fest, diese Personen sind freiwillig dort, weil sie eine Weiterreise nach Deutschland, Schweden etc. erzwingen möchten.
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Wie bitte!? 44'000 Menschen und das Boot ist voll? Das nehmen wir bald jährlich auf und das schon seit den 90ern! Dieses Griechenland leistet sich ein recht gut ausgerüstete Armee und kriegt Hilfsgelder in Hundertmillionenbeträgen, ich fasse es nicht! Man höre bitte auf, uns weiter für blöd zu verkaufen, das schlägt allmählich auf den Magen.
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    1. Antwort von Martin Ebersold (wederLinksnochRechts)
      Das Volk blöd verkaufen, tun leider viele. So wie z.B. mit falschen Zahlen. In den letzten Jahren hat die CH jeweils 20-25000 Asylanträge erhalten. Davon wurden ca. 10-15% angenommen.
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    2. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Wieder so ein Märchen, Martin Ebersold. 2014 und 15: 25% angenommen, 25% vorläufig (ist das selbe) und von den restlichen 50% wie viele ausgeschafft (nicht abgelehnt, das ist ein Riesenunterschied!)?!
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    3. Antwort von Martin Ebersold (wederLinksnochRechts)
      @ J. Sand: ich habe meine Zahlen vom SEM. Und Sie? Hoffentlich nicht vom Blick oder von einer volksverhetzenden Partei...
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  • Kommentar von Manuel Pestalozzi (M. Pestalozzi)
    Im Laufe der letzten Monate wurde die Armee Griechenlands wiederholt als eine der am üppigsten ausgerüsteten und teuersten ganz Europas bezeichnet. Betreibt sie auch Katastrophenschutz? Hat sie entsprechendes Notfallmaterial (Zelte, Notheizungen, Trinkwasseraggregate) zur Verfügung? Ist sie in Indomeni aktiv? Würde mich interessieren. Denn es macht den Anschein, als würde der griechische Staat warten, bis sich ausländische NGOs der Sache annehmen.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Wenn man wollte, so könnte man ja auch. Aber nachdem man Griechenlad aufgrund dieser EURO-Schulden-Krise so hart gebeutelt hat, hält sich offenbar deren Hilfsbereitschaft nun auch in Grenzen. - Die Leute in Brüssel begreifen immer noch nicht, dass Schengen/Dublin so gar nicht funktionieren kann. Vor allem die schwächsten Staaten der EU trifft es ja ganz besonders mit diesen Schwarz-Peterli-Regelungen.
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