Zum Inhalt springen
Inhalt

International 44 Tote nach Anschlag auf Flughafen in Istanbul

Drei Selbstmordattentäter haben auf dem Atatürk-Airport in Istanbul Dutzende Menschen getötet, darunter auch viele Ausländer. Die Terroristen treffen den wichtigsten Verkehrsknotenpunkt des Landes. Die türkische Regierung sieht dennoch keine Sicherheitsmängel.

Legende: Video Anschlag auf den Flughafen Atatürk abspielen. Laufzeit 04:32 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 29.06.2016.

Bei dem Anschlag auf den Istanbuler Flughafen Atatürk haben nach neuen Angaben der türkischen Regierung drei Selbstmordattentäter 44 Personen mit in den Tod gerissen. 239 Verletzte sind in Spitalpflege. 41 davon befinden sich laut dem türkischen Gesundheitsminister noch auf der Intensivstation.

Unter den Toten sind auch mindestens 13 Ausländer. Drei von ihnen hatten dem Gouverneur zufolge eine doppelte Staatsbürgerschaft. Ein türkischer Regierungsvertreter sagte, fünf Saudiaraber, zwei Iraker sowie je ein Bürger aus Tunesien, Usbekistan, China, dem Iran, der Ukraine und Jordanien seien getötet worden. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte zuvor mitgeteilt, es befänden sich keine Schweizer unter den Toten oder Verletzten.

An dem internationalen Flughafen, dem grössten der Türkei, hatten am Dienstagabend drei Attentäter zunächst um sich geschossen und sich dann in die Luft gesprengt. Bis zum Mittag bekannte sich niemand zu dem Angriff. Die türkische Regierung vermutete die islamistische IS-Terrormiliz hinter dem Anschlag.

Legende: Video Überwachungskamera zeigt Attentäter abspielen. Laufzeit 00:06 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.06.2016.

Keine Sicherheitslücke

Ministerpräsident Binali Yildirim sagte am Mittwoch bei einem Besuch am Atatürk-Airport, erste Hinweise deuteten auf den IS als Urheber hin. Sicherheitsmängel am Flughafen schloss Yildirim aus. «Weder im Abflug- noch im Ankunftsbereich am Flughafen kann von einer Sicherheitslücke die Rede sein», sagte er.

Die türkische Polizei fahndet nach dem Hintermännern des Anschlags. Aus türkischen Regierungskreisen hiess es, keiner der drei Selbstmordattentäter habe die Sicherheitsschleusen am Eingang des internationalen Terminals passiert. Augenzeugenberichte deuteten dagegen darauf hin, dass einer oder mehrere Angreifer auch in den Innenbereich des Terminals gelangten.

Legende: Video Bilder zeigen Explosion am Flughafen Atatürk (engl.) abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.06.2016.

Chaos im Luftverkehr

Der Luftverkehr auf dem Flughafen wurde inzwischen wieder aufgenommen, das Terminal wurde für Reisende geöffnet. Erste Flüge von Turkish Airlines landeten am frühen Morgen. Der Angriff sorgt allerdings für massives Chaos im Flugverkehr. Turkish Airlines strich für Mittwoch mehr als 340 Flüge. Auch die Swiss strich ihre zwei Flüge von und nach Istanbul.

Nach dem Anschlag kam der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara zu einem Krisentreffen mit Ministerpräsident Yildirim und Armeechef Hulusi Akar zusammen. In einer Mitteilung rief Erdogan die Welt und besonders westliche Staaten zum entschlossenen Handeln gegen die Terrorbedrohung auf.

Protokoll Liveticker

Lesen Sie hier die Ereignisse des Tages im Liveticker.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Das Sicherheitsdispositiv türkischer Flughäfen habe ich viel restriktiver in Erinnerung, als der Europäischen. Von 1986 bis 94 fand schon an der Aussenumzäunung der Flughäfen Diyarbakir und Sanliurfa Ausweis und Fahrzeugkontrollen statt. Vor dem Betreten der Abflughallen wurde sämtliches Gepäck geröntgt und Passagiere wie Begleitpersonen gefilzt. Auch in Ankara und Istanbul. Nur nicht fliegen ist 100% Sicher. Selbst die besten Antiterror-Profis wie Israel, kennen diese schmerzliche Erfahrung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Astrid Meier (Swissmiss)
    Der Atatürk Flughafen erscheint mir auf jeden Fall besser gesichert als der in Kloten. Dort werden schon vor dem Betreten der Abflughalle Gepäck und Personen gescreent, in Kloten könnte man problemlos mit einer Waffe im Gepäck aus dem Zug steigen, die Rolltreppe hochfahren und zu schiessen beginnen. Mich stört, dass nach dieser Tragödie den Türken und ihrem gewählten Präsidenten Schuld zugewiesen wird. Nach den Anschlägen in Brüssel, Paris, Madrid und London war das nicht so.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bernhard Bizer (Avidya)
    "....in einer Mitteilung rief Erdogan die Welt und besonders westliche Staaten zum entschlossenen Handeln gegen die Terrorbedrohung auf." Besonders die westlichen Staaten - betont Erdogan. Ohne Seitenhiebe auf den Westen gehts wohl nicht. Was hat Erdogan im eigenen Land dafür getan, den Terrorismus zu bekämpfen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen