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Grenzzaun überwunden 500 Flüchtlinge stürmen spanische Exklave Ceuta in Marokko

Legende: Video Rund 500 Flüchtlinge überwinden Grenzzaun in Ceuta abspielen. Laufzeit 0:33 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.02.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Flüchtlinge haben die spanische Exklave Ceuta in Marokko gestürmt.
  • Etwa 500 Menschen sei es gelungen, am Morgen den Grenzzaun zu überwinden, teilten die Rettungskräfte mit.
  • Einige der Flüchtlinge sowie mehrere Sicherheitskräfte wurden verletzt.

Wie marokkanische Behörden mitteilten, hatten etwa 1000 Menschen am frühen Morgen versucht, den sechs Meter hohen Doppelzaun zur spanischen Exklave zu stürmen.

An mehreren Stellen seien die Migranten, die überwiegend aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara kommen sollen, «gewaltsam und sehr organisiert» vorgegangen. Mehrere Flüchtlinge und Polizisten seien verletzt worden.
Nach Angaben des Roten Kreuzes gelangten rund 500 Menschen in die spanische Exklave. 18 Menschen seien ins Spital gebracht worden. Auf TV-Bildern örtlicher Medien waren dutzende Migranten zu sehen, die freudig durch die Strassen von Ceuta liefen.

Immer wieder ähnliche Vorfälle

Es ist in diesem Jahr bereits das zweite Mal, dass Flüchtlinge bei einem Massenansturm versuchen, die Grenzanlagen zu stürmen. In der Neujahrsnacht war der Versuch von mehr als 1100 Menschen gescheitert, auf diesem Weg nach Europa zu gelangen.

Der doppelte Zaun, der Ceuta vom marokkanischen Staatsgebiet trennt, ist acht Kilometer lang und sechs Meter hoch. Dazwischen erschweren ein Netz aus Stahlkabeln und rasiermesserscharfer Nato-Draht das Vorankommen, weshalb sich immer wieder Menschen dabei verletzen.

Zuletzt war es Anfang Dezember rund 400 illegalen Einwanderern gelungen, den Zaun zu überwinden. Auch damals gab es viele Verletzte, als Grenzschützer und Polizisten versuchten, die anstürmenden Menschen abzuwehren.

Einzige Landgrenzen zwischen Afrika und Europa

Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe der Gebiete harren Zehntausende notleidende Afrikaner sowie mittlerweile auch Syrer aus, die auf eine Chance hoffen, in die EU zu gelangen. Die beiden spanischen Exklaven sind die einzigen Landgrenzen, die Europa mit Afrika hat.

Im vergangenen Jahr haben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bis Ende September mehr als 10'000 Menschen Spanien von Marokko aus erreicht. Regelmässig verlangen Menschenrechtsorganisationen von UNO und EU, Druck auf Spanien auszuüben, damit Flüchtlinge einen Asylantrag stellen können.

Marokko seinerseits entwickelt sich in den vergangenen Jahren von einem Transitland hin zu einem Ort, an dem immer mehr Flüchtlinge auch längerfristig bleiben. Im Dezember 2016 startete das Königreich erneut eine Kampagne, die es illegalen Flüchtlingen ermöglichen soll, ihren Status legalisieren zu lassen.

Legende: Die spanische Exklave Ceuta. SRF

99 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Und was wird jetzt mit den Migranten? Spanien lässt sie bestimmt nicht aufs Festland. Geschäft für Schlepper, sie in internat. Gewässer zu bringen und Frontex bringt sie dann nach Griechenland oder Italien.? Denn die Hoffnung, sie in ihre Länder zurück zu brigen, können wir aufgeben.
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  • Kommentar von Ilse König (königin)
    Hier wimmelt es ja von Experten, die genau wissen, wie die grosse Zuwanderung gestoppt werden kann und warum diese Menschen eine neue Heimat suchen! Dass es etwas mit Krieg, Verfolgung, dem Klimawandel und trostlosen Bedingungen zusammen hängen könnte, wird ausgeblendet. Ich schlage vor, alle, die das so bagatellisieren, tauschen wir mit den "Flüchtlingen" aus, ist es ja nicht so schlimm "dort, wo die her sind".
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      I.König, es ist ja nicht so, dass es an Verständnis für diese Migranten fehlen würde. Das Problem ist einfach, dass es von Falkland bis Sibirien kein einziges Land gibt, indem sich so leben lässt wie hier. Geschätzte 6 Mia wünschen sich ein Leben wie in Eu, AUS, CAN od.USA. Und wie gesagt, Den Leuten dort gehts nicht nur wegen böser Industrie-+Schwellenländer so schlecht, sondern weil primäre Nutzniesser dieser Gelder korrupte Regierungen sind, und dank eines Bevölkerungszuwachses von 3.5-5%/J!
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    2. Antwort von Thomas Mann (Freidenkerin)
      Bebbi, ich glaube Sie überschätzen die Lebensqualität in der sog. 1. Welt. Einige Millionen voelleicht, aber nie und nimmer 6 Miliarden. Fragen sie die zehntausenden AuswandererInnen, die jährlich nach Thailand, die Philipinen, nach Lateinamerika oder sostwo auswandern.
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    3. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      @Thomas Mann. Sie verwechseln Migration und Asyl. In Thailand, Philippinen, Lateinamerika werden diese keine Sozialhilfe oder dergleichen erhalten, sondern vom mitgebrachten Geld leben und so sogar die Wirtschaft etwas ankurbeln. @Ilse König. Hören Sie sich auf You Tube einen Vortrag von Gunnar Heinsohn an. Wenn man mehr Kinder in die Welt setzt wie man ernähren kann, muss man sich nicht über Hunger wundern.
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    4. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Ja, Th.Mann, ich frage nicht die Ausgewanderten, die mit vollen Konten, AHV und PK in solche Länder auswandern, um sich dort an sonnigen Stränden einen günstigen, warmumsorgten Lebensabend zu gönnen, sondern jene, die auf der Schattenseite dahinsiechen müssen, und das sind unsäglich viel mehr! In Thailand zB, wo Menschenrechte mittels archaischer Gesetze arg missachtet werden, leben ca 25% in bitterster Armut. Menschen, die von einem Leben an sogen.Armutsgrenze in der CH nur träumen können!
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  • Kommentar von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
    Wäre es eine Lösung, wenn Spanien und Portugal diese Exklaven und Enklaven den Staaten zurück geben würden? So müssten Migranten erst über das Mittelmeer. Im Normalfall stellt man ja auch keine Zuckerbüchse auf den Tisch, mit der Annahme die Kinder werden schon nicht.....
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