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International Abu Bakr al-Baghdadi: Der Werdegang des «IS-Schlächters»

Er ist der meist gesuchte Terrorist der Welt. Nun zeigen neue Dokumente, wie Abu Bakr al-Baghdadi zu dem Mann wurde, dessen Brutalität selbst Al Kaida in den Schatten stellt.

Legende: Video «Wie Baghdadi zum gefährlichsten Terroristen der Welt aufstieg» abspielen. Laufzeit 5:29 Minuten.
Aus 10vor10 vom 19.02.2015.

Seine Grausamkeit ist Beispiellos. Der selbsternannte Khalif Abu Bakr al-Baghdadi ist heute auf dem Höhepunkt seiner Macht. Gleichzeitig ist er ein Phantom. Gerade einmal zwei Fotos vom 44-Jährigen waren bisher bekannt. Ein einziges Mal ist er öffentlich aufgetreten.

Journalisten der «Süddeutschen Zeitung» und der ARD ist es nun gelungen, etwas Licht in die Vergangenheit des Irakers zu bringen. In seiner Geburtsstadt Samarra haben sie mit einem ehemaligen Nachbarn gesprochen. «Er wollte immer der Anführer sein. Seit seiner Jugend. Er wollte immer, dass sein Wort Gehör findet. Er liebte die Macht», sagt dieser.

In Bagdad haben die Journalisten erstmals Zugang zu Dokumenten aus der Studienzeit Baghdadis bekommen. Seine Noten seien bescheiden gewesen, sagt der Rektor. Den Koran habe er in seinem Studium hauptsächlich auswendig gelernt, um Analysen oder Interpretationen sei es dabei nicht gegangen.

Trotzdem sollte der Student Ibrahim Auad Ibrahim später als Abu Bakr al-Baghdadi zum Scharia-Beauftragten des IS und schliesslich zu dessen Anführer aufsteigen, der jede Brutaliltät mit seiner theologischen Expertise rechtfertigt.

Begann Baghdatis Aufstieg im US-Gefängnis?

2004, ein Jahr nach dem Sturz Saddam Husseins, wurde Baghdadi verhaftet und im US-Gefangenenlager Camp Bucca inhaftiert. Dort habe er eine Art Terrorausbildung bekommen, sagt der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi.

Betende Gefangene im Militärgefängnis Camp Bucca
Legende: «Die Akademie»: Im US-Gefängnis Camp Bucca im Südirak soll Baghdadis Aufstieg zum Topterrorist begonnen haben. Keystone

Im Gefängnis wurden alte Saddam-Gefährten und Geheimdienstler gemeinsam mit Islamisten eingesperrt. Die Anstalt sei ein regelrechter Rekrutierungsort für den IS gewesen. In Bagdad wird Camp Bucca heute nur noch «Die Akademie» genannt.

Später wurde Baghdadi Muezzin, er unterrichtete Kinder in der Rezitation des Korans. Nach Abschluss seiner Dissertation in Theologie ging er in den Untergrund.

Heute ist der selbsternannte Khalif des von ihm ausgerufenen Islamischen Staates der weltweit meistgesuchte Terrorist.

22 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Seit dem Anschlag auf Charlie Hebdo vergeht kaum mehr ein Tag, an dem der "islamistische Terror" nicht einen Weg in die Medien findet. Teilweise ist es hierbei die Informationspflicht, teilweise wohl auch eine gezielte Aktion um das Sicherheitsempfinden der Menschen in Europa nachhaltig zu schädigen. Es ist hierbei völlig unerheblich, ob nun eine konkrete Gefahr besteht oder nicht. Das subjektive Sicherheitsempfinden soll nachhaltig gestört werden.
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    1. Antwort von p.keller, kirchberg
      Dann schauen Sie lieber 'Glanz & Gloria'.
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Woher haben Schlächter wie Baghdadi das Geld für die Waffen? Die Waffenlieferanten von solchen Schlächtern sind doch genau gleich in der Gesinnung. Und wie endete die Geschichte von seinem Vorgänger? Müssen für das Unschuldige sterben damit sich solche Idioten ausleben können? Wir sollten ALLE Religionen mal mit einer Fassung 2015 versehen damit die Irrläufer gestoppt werden. Liebe Religiöse, Glaube an einen Gott funktioniert auch ohne Religion. Religion = allergrösster Rassismus!
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    1. Antwort von W.Ineichen, Luzern
      Religion ist die dümmste menschliche Erfindung.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Sags ja schon lange,aus erhofftem Frühling ist längst eiskalter Winter geworden.Der Eingriff in diese Länder war genauso falsch wie die Bankenrettung in GR.Die Eliminierung dieser despotischen Leitfiguren bewirkte dasselbe wie auf der Jagd,man zerschiesst Strukturen des Zusammenhalts.Die Folgeschäden sind schlimmer als die zuvor.Denselben Fehler machen wir hier.Naive,geforderte Toleranz gegenüber arch.Kulturen,splittet unter dem Deckmantel Religionsfreiheit unsre Gesellschaft.Es wird böse enden!
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