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Ungleich verteilter Reichtum Acht Männer besitzen so viel wie die halbe Welt

  • 426 Milliarden US-Dollar: Acht Männer besitzen gleich viel wie die ärmere Hälfte der gesamten Menschheit.
  • Das reichste Prozent der Menschheit besitzt mehr als der gesamte Rest.
  • Verantwortlich für die Ungleichheit ist laut der Entwicklungsorganisation Oxfam die Möglichkeit für Reiche, ihr Geld dorthin zu transferieren, wo die Steuern am tiefsten sind.
  • Neue Daten zeigen, dass die Ärmeren weniger besitzen als angenommen.

Die soziale Ungleichheit in der Welt ist nach Erkenntnissen der Entwicklungsorganisation Oxfam deutlich grösser als angenommen und nimmt weiter zu.

Ortega spricht.
Legende: Der Spanier Amancio Ortega («Zara») gilt mit einem Vermögen von 67 Mrd. Dollar als zweitreichster Mann. Imago

Im Jahr 2016 hätten die acht reichsten Personen zusammen 426 Milliarden US-Dollar besessen. Das ist mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – 3,6 Milliarden Menschen mit 409 Milliarden US-Dollar. Dies erklärte Oxfam.

Die Organisation hat ihren Bericht zum Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos vorgestellt. Demnach besitzt das reichste Prozent der Menschheit seit 2015 mehr als der gesamte Rest der Welt. Umgekehrt besitzt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur einen Bruchteil von einem Prozent (0,16%) des weltweiten Vermögens.

Steuervermeider werden immer reicher

Oxfam fordert einen weltweiten Mindeststeuersatz für Konzerne, die Schliessung von Steueroasen, Transparenz bei Gewinnen und Steuerzahlungen internationaler Konzerne sowie Steuern auf sehr hohe Einkommen und Vermögen.

Buffet mit erhobenen Händen.
Legende: Mit einem Vermögen von gut 60 Mrd. Dollar gilt der Investor Warren Buffett als drittreichster Mensch der Welt. Reuters

Vor einem Jahr hatte Oxfam berechnet, dass das Vermögen der 62 reichsten Personen dem der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung entspreche. Neue Daten zeigten nun, dass die Ärmeren weniger besässen als angenommen.

Auch reiche Länder sind laut Oxfam von sozialer Ungleichheit betroffen. In Deutschland hätten 36 Milliardäre so viel Vermögen (297 Milliarden US-Dollar) wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung, und das reichste Prozent besitze rund ein Drittel des gesamten Vermögens.

Diese Entwicklung hänge eng mit den Möglichkeiten reicher Menschen und internationaler Konzerne zusammen, sich Vorteile auf Kosten des Allgemeinwohls zu verschaffen, kritisierte die Organisation. Sie nutzten aggressive Steuervermeidung, verschöben ihre Gewinne in Steueroasen und trieben Staaten in einen ruinösen Wettlauf um Steuersätze.

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69 Kommentare

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  • Kommentar von Marco Schlatter (Marco Schlatter)
    Wenn "Gründe" genannt werden, sollte man als Journalist nicht auch mal das Zins-System unter die Lupe nehmen????? Wo es ein Plus gibt wird es irgenwo auch ein minus geben. Was wird es brauchen, damit die Gierigen merken, dass man die Illusion-Geld nicht fressen kann??? Wenn eine Bank Geld vergiebt, wird sie den Zins nicht ins System einfliessen lassen. Tja wer rechnen kann, wird zwangsläufig erkennen müssen das wir in einem Vakuum leben. Booom ist die einzige faire Lösung für die Menschheit.
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  • Kommentar von Susanna Beerli (S. Beerli)
    Und was ist mit den Rotschild, Rockefeller und Soros. Die werden ja kaum weniger besitzen.
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    1. Antwort von Simon Reber (kokolorix)
      Das ist das grosse Problem der Forbes Liste. Sie erfasst nur Börsenvermögen, das ist aber nur ein kleiner Teil der grossen Vermögen. In Wirklichkeit ist die Situation noch wesentlich dramatischer. Ein paar tausend Leute besitzen buchstäblich alles, was es zu besitzen gibt. Und die meisten davon sind schlicht Erben
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    2. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Herr Reber. Können Sie mir bitte Quellen angeben, wie Forbes die Vermögen berechnet? Davon höre ich zum ersten mal und konnte leider nichts darüber finden.
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    3. Antwort von Simon Reber (kokolorix)
      Thomas Piketty, Das Kapital im 21.Jahrhundert. Etwas nach der Hälfte wird die Datenerhebung von Forbes, soweit bekannt, Besprochen und auf die mangelnde Transparenz hingewiesen. Und eben auch darauf, dass der falsche Eindruck entsteht, die grossen Vermögen seien vor allem erarbeitet. Das sind sie nicht, sie sind vor allem geerbt und glücklichen Zufällen geschuldet
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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Entscheidend sind gleich Startchancen für alle! Bill Gates beispielsweise hat als Student bei Null angefangen und das Studium abgebrochen, als er gemerkt hat, dass er ein tolles Produkt entwickelt hat. Ähnlich erging es anderen heute reichen Männern (Steve Jobs sel., Mark Zuckerberg, etc.) Sie haben Produkte "erfunden", die uns heute einen enormen Nutzen stiften. Würde man solche Erfindungen mit exorbitanten Umverteilungsmechanismen "bestrafen", würden wir wie die Nordkoreaner in Armut dümpeln.
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    1. Antwort von Simon Reber (kokolorix)
      Bill Gates hat aufgehört zu studieren als er gemerkt hat, dass die IBM Juristen ihm einen Blankoscheck ausgestellt haben. Dann hat er mit dem Vorschuss ein fast pfannenfertiges Betriebssystem inklusive Programmierer gekauft, hat es so verbogen, dass CP/M Programme unter DOS liefen, DOS Programme aber nicht unter CP/M. Trotz der lausigen Qualität und entgegen allen Erwartungen wurde der PC ein Markterfolg und spülte Microsoft fortan zuverlässig mia ins Kässeli
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    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Simon Reber: Ach dieser Neid! Aber er hat's getan und offenbar eine Marktlücke gefüllt. Warum haben Sie das nicht getan?
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    3. Antwort von Simon Reber (kokolorix)
      Du brauchst mir keinen Neid zu unterstellen, ich bin ganz sicher, dass Bill Gates nicht glücklicher lebt als ich und das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. Ich störe mich bloss daran, dass du ihm eine Leistung attestierst die er nie erbracht hat. Seine Mutter war eine gute Freundin des IBM Chefs... Tja am Ende bleibt nur Vitamin B, und bis heute ärgern wir uns mit minderwertigen, halbfertigen Produkten aus Redmond herum
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    4. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Vielleicht haben Sie ja auch ein gutes Argument dafür, wieso jemand, der 10'000 Millionen besitzt, immer noch mehr besitzen muss, Herr Leu? Kann er mit 75'000 Millionen siebeneinhalb Mal besser leben? Eine Million Menschen könnten hingegen um einiges besser leben, wenn ihr Einkommen während 15 Jahren um 5000 Franken erhöht würde. Auch Herr Gates hat nicht mehr als 168 Stunden pro Woche...
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