Ägypten setzt Hamas auf Terrorliste

Nach dem Verbot des bewaffneten Flügels der radikal-islamischen Hamas hat ein Gericht in Ägypten auch die gesamte Organisation als terroristische Gruppe eingestuft.

Ein Grenzsoldat blickt von Ägypten in Richtung Gaza-Streifen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das jüngste Urteil wird die Beziehungen zwischen Ägypten und den Palästinensergebieten nicht verbessern. Keystone

In Ägypten werden systematisch alle radikal-islamischen Organisationen geächtet. Nach der Muslimbruderschaft folgt nun die Hamas. Ein Gericht hat die Palästinenser-Gruppe als Terror-Organisation eingestuft. Das bestätigte einer der Anwälte, die den Fall vor Gericht gebracht hatten.

Die im palästinensischen Gazastreifen herrschende Hamas ist ein Ableger der Muslimbruderschaft, die in Ägypten ebenfalls als terroristische Vereinigung gilt. Diese wird systematisch unterdrückt, seit die Armee den gewählten Präsidenten Mohammed Mursi stürzte. Er war einer der Anführer der Muslimbrüder.

Beziehungen nachhaltig verschlechtert

Der bewaffnete Flügel der Hamas, die Kassam-Brigaden, wurden bereits im Januar verboten. Die nun erfolgte Bewertung der gesamten Hamas als Terrorgruppe dürfte die Beziehungen Ägyptens zu ihr stark belasten. Aus Hamaskreisen verlautete, die Organisation werde Ägypten nicht länger als Vermittler im Konflikt mit Israel akzeptieren.

Die ägyptischen Behörden werfen der Hamas vor, sie sei für einen Anschlag auf Sicherheitskräfte auf der Halbinsel Sinai mit verantwortlich, bei dem im Oktober 33 Menschen getötet wurden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

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    Aus Tagesschau vom 16.2.2015

    Weil IS-Terroristen vor laufender Kamera ägyptische Christen köpften, bombardiert das ägyptische Militär IS-Stellungen in Libyen; Präsident al-Sisi bat die Uno um Hilfe. Nahost-Korrespondent Pascal Weber spricht von einer schwierigen Rolle für Ägypten.