Ägyptens Armeechef will auf den Präsidentensessel

Abdel Fattah al-Sisi hat seine Kandidatur für das Amt des Präsidenten angekündigt. Vorab lässt er sich schon mal als Volksheld feiern.

Sisi auf einem goldenen Stuhl, ähnlich einem Thron. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sisi ist im Volk beliebt. Doch die Revolutionsjugend ist frustriert, denn sie bleiben ohne Perspektiven. Reuters

«Wenn die Mehrheit meine Kandidatur für das Präsidentenamt fordert, dann kann ich das nicht ignorieren», sagte der Feldmarschall. Ägypten befinde sich derzeit in einer schwierigen Phase. Deshalb sei es notwendig, dass alle Kräfte zusammenarbeiteten, Armee, Volk und Polizei, sagte Sisi.

Das ägyptische Militär hatte im Juli 2013 Präsident Mohammed Mursi entmachtet. Er war 2012 als Kandidat der Muslimbrüder und erster Zivilist in das höchste Amt gewählt worden. Inzwischen sitzt fast die komplette Führung der Islamistenbewegung im Gefängnis, so auch Mursi. Sisi ist von seinen Anhängern in den vergangenen Monaten zu einer Art Volksheld stilisiert worden.

Der genaue Termin für die Präsidentschaftswahl steht noch nicht fest. Sie soll noch vor dem Sommer stattfinden. Als bislang einziger ernstzunehmender Bewerber hatte sich der ehemalige Präsidentschaftskandidat Hamdien Sabahi gemeldet. Er wird dem linken Spektrum zugerechnet.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ägypten: General Sisis harte Faust

    Aus Rundschau vom 27.11.2013

    Ein General regiert Ägypten mit eiserner Faust – dies drei Jahre nach Beginn des arabischen Frühlings. Armeechef Abdel Fattah al-Sisi wird als Held gefeiert, weil er Präsident Mohammed Mursi stürzte und die Muslimbrüder unterdrücken lässt. Totengräber oder Retter der Revolution? Die Rundschau-Analyse aus Kairo.