«Ärzte ohne Grenzen» im Jemen erneut bombardiert

Die von Saudi-Arabien angeführte Militär-Koalition hat im Süden Jemens nach Angaben der Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» eine Klinik bombardiert. Bei dem Luftangriff in der Stadt Tais seien neun Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer, teilte die Organisation mit.

Zeugen vor Ort berichteten von Angriffen auf einen Park, rund zwei Kilometer vom Krankenhaus entfernt. Daraufhin habe das «Médecins Sans Frontières»-Team das Gebäude evakuiert und das Militärbündnis darüber informiert, dass Angriffe nahe der Klinik geflogen würden. Auch das Krankenhaus sei bombardiert worden. «Es ist unmöglich, dass die Saudi-geführte Koalition nichts von der Arbeit der Ärzte ohne Grenzen dort wusste», erklärte die Organisation. Ein fast identischer Fall ereignete sich vor rund einem Monat.

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Der Bürgerkrieg

Seit Monaten tobt im Jemen ein Bürgerkrieg zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und Anhängern des Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Seit März bombardiert ein Bündnis aus arabischen Ländern Stellungen und Waffenlager der Huthis. MSF hat nach eigenen Angaben seit März mehr als 16'000 Kriegsopfer behandelt.

Rebellen unter Druck

Die Allianz hat ausserdem die strategisch wichtige Stadt Dschaar im Süden des Landes von Al-Kaida-Kämpfern zurückerobert. Sie hätten die Extremisten aus der Stadt vertrieben, sagte ein lokaler Verantwortlicher.

Die Truppen planten auch, die Provinzhauptstadt Sindschibar von Kämpfern des Terrornetzwerks zu befreien. Am Vortag hatten Anhänger des Ablegers von Al-Kaida im Jemen Dschaar sowie Teile von Sindschibar eingenommen.

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