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International Afghanistan: Angriff auf neutrales IKRK

Ein Kommando von Selbstmordattentätern und Bewaffneten ist am Mittwoch ins Büro des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz IKRK im Osten Afganistans eingedrungen. Ein Wächter wurde getötet, ein IKRK-Mitarbeiter verletzt. Damit geht eine friedliche Ära für die Hilfsorganisation zu Ende.

Soldaten umzingeln nach dem Angriff das IKRK in Jalalabad.
Legende: Soldaten umzingeln nach dem Angriff das IKRK in Jalalabad. Keystone

Schockiert und überrascht seien sie über den Angriff von gestern in Jalalabad, sagt Abdul Hassib Rahimi vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz IKRK in Kabul. «So etwas ist uns in den fast 30 Jahren, in denen wir in Afghanistan arbeiten noch nie passiert».

Neutrales IKRK

Das IKRK arbeitet als eine der ganz wenigen Organisationen seit 1987 ununterbrochen in Afghanistan. Die Mitarbeiter bewegen sich ohne bewaffneten Begleitschutz und relativ frei im Land. Das ist nur möglich, weil das IKRK strikt neutral ist und keinen Unterschied macht, welcher Partei ein Kriegsverletzer angehört.

Ein Taliban hat genauso das Anrecht im orthopädischen Zentrum der Organisation in Kabul eine Prothese zu holen, wie ein Zivilist, der auf eine Mine aus der Zeit der Sowjetbesatzung getreten ist.

Das wissen auch die Kriegsparteien und das war bislang der beste Schutz der Organisation vor Terrorangriffen. Nun wurde die Organisation selbst zur Zielscheibe eines Selbstmordkommandos. Das ist höchst beunruhigend.

Wer ist noch sicher?

Noch hat sich zwar niemand zum Anschlag bekannt, aber die Frage stellt sich: Wenn eine Organisation, die bislang von allen Kriegsparteien geschätzt wurde, angegriffen wird, wer ist dann noch sicher?

Beim Angriff wurde ein Wachmann getötet und ein IKRK-Mitarbeiter leicht verletzt. Das sei zwar schockierend, aber an der Strategie, der Organisation ändere das nichts, sagt Abdul Hassib Rahimi in Kabul: «Wir haben uns verpflichtet jenen zu helfen, die vom Konflikt betroffen sind. Das werden wir auch in Zukunft tun.» Einer Zukunft, die in Afghanistan mit viel Unsicherheit verbunden ist.

(basn;horm)

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12 Kommentare

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  • Kommentar von E.Wagner, Zug
    Und morgen geht die Sammelaktion erneut los, in dem sie an unser Schlechtes Gewissen appellieren, dass wir auch noch Schuld tragen an dieser ganzen Mallese.
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  • Kommentar von Heinz Binggeli, Solothurn
    Jeden Tag das selbe und immer aus der gleichen kranken Religion. Wieso geht ein Rotes Kreuz oder sonst jemand in diese Gegend? Ich kann es nicht verstehen. Was diese Religion an den Tag bring sucht seines gleichen. Jetzt kommen dann wieder vergleiche mit Inquisition und Raubrittertum. das war aber im Mittelalter und wir leben im Jahr 2013! Alle dWissen es aber niemand getraut sich darüber zu Sprechen.
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    1. Antwort von Reza Ziaeian, Fribourg
      Ich denke, Sie sollten Vorsichtig sein, wenn Sie den ganzen Religion von 1.5 Milliarden Menschen als Krank bezeichnen. Diese Gegend ist so, da fremde Mächte seit 60 Jahren um ihre Resourcen kämpfen. Bevor Sie etwas so negativ beurteilen, sind Sie moralisch verpflichtet, das Thema ganz gut zu untersuchen. Die Politik ist viel komplizierter als Sie sehen!
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Reza Ziaeian: Lesen Sie meine Kommentare zu den diversen Berichten aus der Region des Mittleren Ostens, Maghreb und dann sehen Sie schon: Ich bin dafür dass diese Region ihre Probleme selbst lösen soll. So ist endlich einmal vorbei mit der ewigen Schuldzuweisung. Es ist leichter Europa und die USA als Schuldige hinzustellen als anzuerkennen, dass es ein Glaubenskrieg zw. Schiiten und Sunniten, sowie deren Ausprägungen ist. Fundamentalismus ist nie gut, aber das muss man dort erst begreifen.
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    3. Antwort von Reza Ziaeian, Fribourg
      @Harald: Das ist keine Schuldzuweisung, Das ist Realität (divide and conquer!!!!) Das sind historische Fakten. Sunni-Shiia hatten immer Probleme, keine Zweifel dort! aber in der Geschichte haben sie meistens im Frieden nebeneinander gelebt (genau in der Periode, wann Roman Katholiken und Protestanten eine 30 jährige Krieg führten). Leider kann man diese Diskussion innerhalb von 500 Worte nicht zu Ende bringen...!
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wir hatten mal die Pest auf dieser unserer Erde.. wir hatten die Inquisition.. genau so moerderisch, dann den Holocaust.. und nun: den Islamismus.... und Dieser scheint das schrecklichste aller Uebel zu werden! Und die Fuehrer der islamischen Religion schauen weg.. so wie seinerzeit im 2ten Welkrieg der Papst. Die Weltengemeinschaft koennte was tun dagegen!!! Aber auch da sind wohl die monetaeren (zB Waffenlobby) und politischen Interssen (Resoursen)ueber dem Wohl der Bewohner dieses Planeten
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    1. Antwort von Reza Ziaeian, Fribourg
      Was im Nahosten passiert, hat nichts mit Religion zu tun. Falls Afghanistan oder andere Länder von Nahosten stabilisiert werden, hat US keine Ausrede mehr, in Region zu bleiben. Denken Sie dass US auf eine der reichsten Länder der Welt bezüglich Rohstoffe verzichten? Violenz im Nahosten = Profit für Westliche Länder.
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    2. Antwort von Reto Meili, Solothurn
      @Reza Ziaeian, Fribourg: ".... hat nichts mit Religion zu tun." Interessant ist jedoch, dass die heutigen Kriegsschauplätze in islamischen Ländern zu finden sind. Wohl kaum ein Zufall.
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    3. Antwort von Alex Kramer, ZH
      @ Nanni: Vergessen Sie nicht die über 1000-jährige, ständige Kriegssituation in Europa seit dem Untergang der Römer. Man liess nicht von sich ab, bis niemand mehr die Ressourcen hatte, Krieg zu führen. Heute lässt man lieber die Globale Vernetzung für sich arbeiten. Ist unblutiger, und der geschlagene wirtsch. Gegner kann sich mit dem Unterhalt seiner Arbeitslosen herumplagen, was ihn zusätzlich lähmt und an weiteren Aktionen hindert. Zudem sind die Überlebenden immer noch ein Marktpotential...
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    4. Antwort von Reza Ziaeian, Fribourg
      @Meili: Da islamische Länder im Nahosten mit vielen Resourcen liegen. Malaysia ist eine islamisches Land, das solche Problem kaum hat, da es nicht im Nahosten liegt, also dann das Hauptproblem ist nicht Religion. in der Schweiz gab es eine Serie von Bürgerkriege, und dann haben die Leute miteinander verhandelt und endlich das Land stabilisiert. Alle Nationen haben diese Fähigkeit. Wenn das nicht passiert, dann irgendetwas stimmt nicht. ich schlage diese Beispiel vor: 1953 Iranian coup d'état
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    5. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Reza Ziaeian: Von wem soll die Stabilisierung kommen? Ganz richtig vom Sieger, aber sicher nicht mehr von Europa oder den USA! Was läuft den zwischen den diversen Völkern in Afghanistan ab? Was läuft in der Levante, wie löst man das Kurdenproblem? Das sind alles offene Baustellen wo mehr als genug zu tun ist um zu internen Lösungen zu kommen. Die werden aber nicht kommen, weil im Islam die Religion mit der Staatsmacht ineinander greift u. die Hierarchien gar keine Demokratie zulassen.
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    6. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      Reza Ziaeian: Ihr Kommentar bez. Malaysia stimmt so nicht. Es gibt eine sehr starke chin. u. ind. Minderheit. Ausserdem ist der Gegensatz zwischen Sunna u. Schiia in diesem Lande nicht ein Problem. Weitere Ausführungen spare ich mir, da es die Spanne von 500 Zeichen sprengt.
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