Afghanistan: Rivalen bilden gemeinsame Regierung

Ashraf Ghani und Abdullah Abdullah wollen zusammen eine Regierung der nationalen Einheit bilden. US-Aussenminister John Kerry hatte in Kabul vermittelt. Nach der Präsidentschaftswahl hatte Abdullah Ghani Wahlbetrug vorgeworfen.

Kerry, Abdullah und Ghani an einem Stehpult (von links nach rechts) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: John Kerry (l.) hat die beiden Präsidentschaftskandidaten Abdullah (Mitte) und Ghani zur Einigung geführt. Reuters

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Bildlegende: John Kerry (l.) hat die beiden Präsidentschaftskandidaten Abdullah (Mitte) und Ghani zur Einigung geführt. Reuters

Die rivalisierenden Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan haben sich auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung geeinigt. Abdullah Abdullah erklärte, dass er zusammen mit seinem Kontrahenten Aschraf Ghani eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet habe.

Zuvor war US-Aussenminister John Kerry in die afghanische Hauptstadt Kabul gereist, um eine Einigung herbeizuführen. Gemäss der Vereinbarung soll unabhängig vom noch ausstehenden Endergebnis der Präsidentschaftswahl von Mitte Juni eine Regierung der nationalen Einheit gebildet werden. Beide Bewerber verpflichteten sich zur Zusammenarbeit. Wie diese genau aussehen soll, ist im Vertrag jedoch nicht festgehalten.

«Hoffnung für bessere Zukunft»

Die Einigung bedeute einen weiteren Schritt auf dem Weg zur nationalen Einheit und «Hoffnung für eine bessere Zukunft für das afghanische Volk», erklärte Abdullah.

Nach der Stichwahl um das Präsidentenamt hatte Ex-Aussenminister Abdullah geltend gemacht, dass der Ex-Finanzminister Ghani, die Abstimmung durch Fälschungen «im industriellen Ausmass» gewonnen habe.

Unter Vermittlung von Kerry einigten sich die beiden Politiker Mitte Juli auf eine vollständige Neuauszählung aller Stimmen. Wegen eines Streits über Formalitäten wurde diese mehrfach verzögert.