Albanien: Vieles deutet auf Erdrutschsieg für die Opposition

Nach Auszählung von 80 Prozent der Wahlurnen ist klar: Fast alle Wahlkreise gehen an die vereinigten Linksparteien. Edi Rama, Chef der sozialistischen Opposition, warnt Regierungschef Sali Berisha vor Wahlmanipulation.

Edi Rama, Chef der vereinigten Linksparteien Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Edi Rama hat die Sozialisten in Albanien zum Sieg geführt. Keystone

In fast allen zwölf Wahlbezirken Albaniens liegen die vereinigten Linksparteien deutlich vorn. Dies berichtete die staatliche Wahlkommission in Tirana. Selbst in der Hochburg des rechtskonservativen Regierungschefs Sali Berisha rund um die Stadt Skhodra im Norden habe die Opposition gesiegt. Die Opposition kann nun mit mehr als 80 der 140 Sitze im Parlament rechnen.

Der Führer der vereinigten Linksparteien, Edi Rama, hatte schon am Montagabend von einem unerwartet überzeugenden Sieg gesprochen. Er hatte Berisha gewarnt, bei der Auszählung der restlichen Stimmen keine Manipulationen zu versuchen.

Ideologisch sind die beiden politischen Blöcke schwer zu trennen. Beide setzen sich für die schnelle Annäherung des Adrialandes an die EU ein. Beide befürworten auch die Marktwirtschaft.

Albanien: Chaos statt Musterwahl

2:42 min, aus Echo der Zeit vom 24.06.2013

Die Sozialisten hatten den seit acht Jahren regierenden Berisha der schweren Korruption und Vetternwirtschaft beschuldigt. Einige seiner Minister waren in die zahlreichen Affären der letzten Jahre verwickelt.