Albanien will keine chemischen Waffen aus Syrien

Wann und wie sollen die 1000 Tonnen chemische Waffen aus Syrien vernichtet werden? Über diese Frage berät die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW). Mitgliedsland Albanien weigert sich.

Die OPCW hat am Freitag in Den Haag Beratungen über die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen aufgenommen.

Ein Mann hält den Kopf eines Toten im Arm. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei einem Angriff mit Giftgas starben im August 2013 in Damaskus über 1000 Menschen. Keystone

Albanien lehnt Zerstörung ab

Der grösste Teil der 1000 Tonnen chemischer Kampfstoffe sollen ausserhalb Syriens vernichtet werden. Zum syrischen Arsenal chemischer Waffen zählen unter anderem Sarin und Senfgas.

Als mögliches Land für die Zerstörung eines grossen Teils der Waffen war Albanien im Gespräch. Die albanische Regierung lehnte dies am Freitag jedoch ab. Sein Land sehe sich nicht dazu in der Lage, sagte Regierungschef Edi Rama. Er reagierte damit auf tagelange Proteste im ganzen Land.

Die USA und die internationale Gemeinschaft insgesamt hatten auf Albanien gesetzt, weil dort mit US-Finanzhilfen schon früher Chemiewaffen zerstört worden waren. Albanien ist zudem auf dem Seeweg von Syrien aus gut erreichbar.

Abtransport hat Priorität

Die UNO-Sonderbeauftragte für die Zerstörung der Chemiewaffen in Syrien, Sigrid Kaag, wies in Den Haag auf die Sicherheitslage in Syrien hin. Diese sei schwierig. Man stehe in Kontakt mit der syrischen Regierung und den bewaffneten Rebellen, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Der Schweizer Chemiewaffenexperte Stefan Mogl forderte einen raschen Transport der syrischen Chemiewaffen ins Ausland. Dies sei eine «anspruchsvolle Aufgabe». Sie sei aber nötig, damit die Waffen nicht mehr zum Einsatz kommen könnten, so Mogl gegenüber dem «Deutschlandradio Kultur».

Experten der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) und der UNO kontrollieren seit gut einem Monat die syrischen Bestände und Mittel zur Herstellung chemischer Waffen. Syrien muss nach einer Resolution des UNO-Sicherheitsrats bis Mitte kommenden Jahres seine Chemiewaffen komplett vernichten. Die Zerstörung wird von der OPCW überwacht.