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Albanischer Drogenfahnder im Visier der eigenen Justiz
Aus 10 vor 10 vom 19.01.2017.
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Drogen-Mafia Albanischer Drogenfahnder sucht Schutz in der Schweiz

Drogen-Transporte mit Kleinflugzeugen und angebliche Verstrickungen der Drogen-Mafia mit der Politik: Davon berichtet ein ehemaliger albanischer Polizist, der sich in die Schweiz abgesetzt hat. Albanien fordert dessen Auslieferung, wie das Bundesamt für Justiz gegenüber «10vor10» bestätigte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Albanische Behörden fordern die Auslieferung eines albanischen Staatsbürgers, der in der Schweiz mit seiner Familie um Asyl ersucht hat.
  • Der ehemalige Polizist der albanischen Drogenfahndung wehrt sich gegen die Auslieferung.
  • Ihm werde in Albanien der Prozess gemacht, weil er Machenschaften der albanischen Drogenmafia aufgedeckt habe.

Folco Galli, Informationschef im Bundesamt für Justiz (BJ) bestätigt das Auslieferungsgesuch gegenüber «10vor10». Der ehemalige albanische Polizist könne sich gegen die Auslieferung rechtlich wehren: «Er ist zum Ersuchen angehört worden und hat auch schriftlich dazu Stellung genommen. Wir prüfen seine Einwände selbstverständlich. Wenn sich Hinweise ergeben sollten, dass das Strafverfahren nur vorgeschoben ist und er letztlich aus politischen Gründen verfolgt wird, wäre das ein Ablehnungsgrund.»

Politiker involviert

Im Interview mit «10vor10» schildert der ehemalige Polizist, er sei verhaftet worden und sechs Monate im Gefängnis gesessen. Er erzählt, auf welche Erkenntnisse er bei der Drogenfahndung gestossen sei:

«Hauptgrund meiner Verhaftung waren meine Ermittlungen gegen verdächtige Drogen-Schmuggler. Ich habe diese Leute erwischt, als sie im Auto unterwegs waren, das dem albanischen Innenminister gehört. Es waren Verwandte des Innenministers.»

Die albanische Botschaft in der Schweiz wollte sich um Fall nicht äussern. Das Innenministerium liess die Bitte um eine Stellungnahme offen, ebenso das albanische Justizministerium.

Sportflugzeug.
Legende: Endstation eines Drogenflugs. Die italienische Polizei stellt einen Drogenschmuggler. SRF

Schmuggel mit Kleinflugzeugen

Der ehemalige Drogenfahnder berichtet auch über neue Schmuggel-Methoden, denen er im Laufe des Jahres 2014 auf die Schliche gekommen sei: der Transport von Drogen mit Kleinflugzeugen. Er habe mehrere illegale Flugpisten entdeckt.

Eine spätere Notlandung eines solchen Flugzeug-Kuriers an einem albanischen Strand sowie ein Flugzeug, das in Italien zur Landung gezwungen wurde, bestätigten diese Ermittlungen.

Heute lebt der Mann mit seiner Familie in der Nordwestschweiz. Ihr Asylgesuch ist hängig. Werden sie als Flüchtlinge anerkannt, dürfen sie nicht ausgeliefert werden. Einen allfälligen Auslieferungsentscheid des BJ könnte der Mann anfechten.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Ich hoffe, dass der Mann in der Schweiz bleiben kann und nicht ausgeliefert wird. Es zeigt sich auch hier wieder, viele Politiker der oberen Schicht und Reich die noch reicher werden wollen, Dreck am Stecken haben. Korruption ist leider ein Uebel, welches in allen Staaten regiert. Darum wird der Terrorismus nie aufhören, weil anscheinend nur so auf die Missstände in den Regierungen verschafft werden kann.
  • Kommentar von Jonas Ammann  (jonas.ammann)
    Ein Staat, der bei Drogengeschäften wegsieht oder sogar selber mitmacht? Ich hoffe, dass das nicht stimmt. Wenn es doch stimmt, ist Albanien sehr tief gesunken. Man kann es nicht anders sagen
  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Man muss nur "Albanien Drogen" auf Google / Bilder klicken und schon sieht man die Dimensionen. Das kann nur mit staatlicher Unterstützung, resp. wegsehen funktionieren.
    1. Antwort von Henri Jendly  (Henri Jendly)
      Geben Sie mal USA Drogen oder Mittelamerika und Drogen ein!