Zum Inhalt springen

International Alice Schwarzer hatte geheimes Schweizer Konto

Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat über viele Jahre ein Schweizer Konto vor den deutschen Steuerbehörden verheimlicht. 2013 zeigte sie sich selbst an – und zahlte die Steuern nach.

Alice Schwarzer
Legende: Schwarzer hat die Steuern in Deutschland nachgezahlt. Damit ist der Fall aus Sicht der Behörden bereinigt. Keystone

Die Feministin und Journalistin Alice Schwarzer hat den Besitz von Schwarzgeld in der Schweiz und Steuerhinterziehung eingeräumt. «Ja, ich habe einen Fehler gemacht, ich war nachlässig», schrieb sie auf ihrer Internetseite.

Sie habe das Konto dem Finanzamt im vergangenen Jahr angezeigt und 200'000 Euro plus Verzugszinsen für die letzten zehn Jahre nachgezahlt. Das schon in den 80er-Jahren eingerichtete Konto sei aufgelöst.

«Persönlichkeitsrechte verletzt»

Zuvor hatte «Der Spiegel» berichtet, Schwarzer habe rechtzeitig eine Selbstanzeige erstattet. Ihr Anwalt kritisierte die Veröffentlichung als «unerträgliche Verletzung des Steuergeheimnisses und der Persönlichkeitsrechte von Alice Schwarzer».

Eine korrekte Selbstanzeige könne durch «offenbar nicht zu verhindernde Denunzierungen und Durchstechereien» zu einem «medialen Tsunami für den Betroffenen» führen, teilte der Anwalt mit.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Zur inneren Einkehr für alle selbstgerechten Eidgenossen: Ohne die nahegelegene Schweiz (leider zu allem Überfluss leider auch noch deutsch radebrechend sprechend) hätten wir natürlich Probleme in dieser Art und in diesem Ausmaß nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jürg Baltensperger, Zürich
      Die Liste der Steueroasen ist lang, Frau Schwarzer hätte sich auch ein anderes lauschiges Plätzchen aussuchen können. Aber ich gebe Ihnen Recht, der Zustand ist nicht tragbar. Zum Glück ist die Schweiz (un-)freiwillig auf dem Weg der Besserung und spätestens nach dem automatischen Informationsaustausch ist dieses Kapitel Geschichte. Hoffentlich weltweit.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Marcel Chauvet : Die Geister da da gerufen wurden..., sind nun sichtbarer geworden. Das ist alles. Zum Ausmass der Probleme, dürfte wohl eher die Politik in D dazu beigetragen haben. - Beachten Sie mal genauer wie da innerhalb der SPD selbst mit "diesem Problem besonders jener der Genossen" umgegangen wird. (Selber schuld meine ich, man hätte ja auch ordentlich die Steuern bezahlen können...! Oder geht das bei euch einfach nicht ?)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Armin Rohrmann, 69123 Heidelberg
    Ein weiterer Skandal ist, daß es offenbar eine Vereinbarung zwischen der Presse und Frau Schwarzer gab, nichts über die Steuerhinterziehung zu berichten. Erst als der "Spiegel" sich anscheinend nicht an die Zusage hielt, kann man jetzt überall in der BRD über Frau Schwarzer lesen. Interssant wäre, wenn der Bundespräsident dieser Frau das Bundesverdienstkreuz entziehen würde.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marcel Chauvet, Weißenstadt
      Es ist eine impertinente Unverschämtheit, wenn eine solche Frau, im Bewusstsein des Steuerbetruges mit Stolz geschwellter Brust, sich auch noch einen Orden vom obersten deutschen Grüß-August an ihren Busen anheften lässt. Ein schlechtes Gewissen plagt anscheinend diese Leute nicht, nur die Angst vor Strafe treiben sie zur Selbstanzeige. Was für fiese Charakter !
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von B. Küng, Seeland
      Herr Chauvet, Ihren hier abgegebenen Kommentaren kann ich nur beipflichten, Steuerbetrug und Steuerhinterziehung gehört ausnahmslos bestraft. Nur die Bezeichnung von Bundespräsident Gauck als Grüssaugust finde ich daneben. Ich wäre froh, wir hätten in der Schweiz solche Politiker.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michael Kern, Zürich
    Bei der (oder eher dem) geht es um 2,4 Mio €. Schon unglaublich, was frau alleine durch öffentliches Empören und Denunzieren bekommen kann - gearbeitet hat Tante bzw Onkel Schwarzer ja nie. Nicht weniger unglaublich ist es, daß so etwas als "moralische Instanz" für manche gelten konnte und diese aufgeblasene Bezeichnung für sich beanspruchte. P.S. Es ist mehr als bedenklich, daß die Medien diese Information lange verheimlicht haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen