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International Also doch: Auftrittsverbot für antisemitischen Komiker Dieudonné

Der Tourneestart von Komiker Dieudonné in Frankreich findet jetzt doch nicht statt. Die Behörden konnten zweitinstanzlich ein Auftrittsverbot durchsetzen.

Legende: Video Komiker darf nicht auftreten abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.01.2014.

Seit über 20 Jahren macht Dieudonné Mbala Mbala als Komiker in Frankreich von sich reden. Im Laufe der Zeit wurden seine Witze immer ungeniessbarer.

So bezeichnete er die Gedenkfeier der Ausschwitzbefreiung als «Pornografie des Gedenkens». Er trat mit dem Holocaust-Leugner Robert Faurisson auf der Bühne auf. Und er gab unlängst zu verstehen, dass jüdische Journalisten in die Gaskammern gehörten.

Wegen rassistischen Äusserungen wollen fünf Städte in Frankreich seine Tournee verbieten – allen voran Nantes, der Ort des ersten Auftrittes. Und in buchstäblich letzter Sekunde hatten die Behörden schliesslich Erfolg. Die Tournee «Die Mauer» kann heute nicht gestartet werden. Das hat das höchste Verwaltungsgericht entschieden.

Aus Sicht der Regierung macht er keine Kunst

Frankreichs Innenminister Manuel Valls hatte am Montag einen Rundbrief an die Präfekten mit Hilfestellungen für ein Auftrittsverbot versandt. Valls sieht in den Auftritten nicht künstlerische Veranstaltungen, sondern «politische Versammlungen, in denen Dieudonné seinen Hass» gegen Juden verbreite.

Die Regierung versuchte in jüngster Zeit verstärkt, gegen den Provokateur vorzugehen. Dieudonné ist in der Vergangenheit bereits wegen Anstiftung zu Hass und rassistischen Äusserungen zu insgesamt 65'000 Euro verurteilt worden.

Sein Lied «Shoananas» banalisiert mit einer Verbindung der Wörter «Shoah» und «Ananas» den Völkermord. Bekannt ist auch die Geste «Quenelle», die von Gegnern als verkappter Hitlergruss verstanden wird. Der Gruss diente auch als Symbol einer antizionistischen Partei, für die Dieudonné 2009 bei den Europawahlen antrat.

Auftritte in der Schweiz

Komiker Dieudonné wird vom 3. bis 5. Februar 2014 auch in der Schweiz (Nyon) auftreten. Das Spektakel ist bereits ausverkauft. Der Kulturbeauftragte der Stadt will das Spektakel nicht verbieten.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Die meisten Kommentatoren sprechen wahrscheinlich nicht einmal richtig französisch. Antisemitisch ist er nicht - aber kritisch! Es gibt halt da auch einen französischen Minister der Jude ist - und der führt einen kleinen Privatkrieg gegen Dieudonné !
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    1. Antwort von Michael Kern, Zürich
      Damit haben Sie Ihre Gesinnung überdeutlich zum Ausdruck gebracht. Wollen Sie uns etwa weismachen, daß Frankreich von den Juden regiert wird? Oder Diffamierungen "Kritik" wäre. Wer genau wird dabei kritisiert - ermordete Juden von damals, oder bedrohte von heute?
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  • Kommentar von Michael Kern, Zürich
    Das Auftrittsverbot für den ist Blödsinn. Er sollte auftreten, aber auch für seine üblen Diffamierungen und Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Er mag sich für einen Künstler halten, ist aber in Wirklichkeit ein Chauvinist und Betrüger. Mbala Mbala hat nicht nur aus Überzeugung, sondern auch aus kommerziellen Gründen auf Judenhaß gesetzt, der bei den Franzosen verbreitet ist, ganz zu schweigen von dortigen Arabern und anderen Mohammedanern. Abnehmer gibt es also mehr als genug.
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    1. Antwort von Thomas Martin, Basel
      Ich hab jetzt schon seit mehreren Tagen recherchiert, aber nichts gefunden was den Mann als Steuer, oder sonstigen Betrüger überführt hätte! Können sie mir bitte ihre Quellen angeben?
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    2. Antwort von Michael Kern, Zürich
      Mbala wurde bereits mehrmals zu Geldstrafen verurteilt, die sich (bislang) auf ca. 65 000 € belaufen. Bezahlt hat er aber keinen Cent, denn angeblich ist er mittellos. Dabei finden seine Propaganda-Aufführengen reißenden Absatz. Umsatz und Gewinn würden aber nur seine Verwandte machen. Finden Sie das glaubwürdig? Außerdem sollte er große Summen nach Kamerun transferiert haben.
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    3. Antwort von Thomas Martin, Basel
      Nein, das finde ich nicht glaubwürdig. Auch das er die Geldstrafen aus angeblicher Mittellosigkeit nicht bezahlt hat stimmt nicht, denn alle Anschuldigungen konnten vor Gericht entkräftet werden und darum musste er nicht zahlen (Quelle NZZ). Das mit den Verwandten und dem Transfer nach Kamarun würde mich genauer interessieren, bitte geben sie mir die Quelle ihrer Informationen an.
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  • Kommentar von Thomas Martin, Basel
    "Dieudonné, dessen die Justiz bis jetzt nicht habhaft werden konnte, kann sich über mangelnde Publizität nicht beklagen." Neue Zürcher Zeitung vom 10.1.14. "Dieudonné ist in der Vergangenheit bereits wegen Anstiftung zu Hass und rassistischen Äusserungen zu insgesamt 65'000 Euro verurteilt worden." SRF vom 10.1.14 Bitte keine Diffamierung, das Thema ist so schon genug heikel!
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