Was ist passiert? Der Vorfall ereignete sich gegen 22 Uhr im Berliner Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz. Nach Angaben der Polizei fuhr ein weisser Kastenwagen am Ahornsteig parallel zur Lennéstrasse und erfasste mehrere Menschen. Das Fahrzeug prallte anschliessend gegen einen Baum. Der Fahrer stieg aus und flüchtete. Danach sei er mutmasslich auch mit einer Machete auf Passanten losgegangen, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) an einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag sagte. Die Ermittler gehen von einem islamistischen Terroranschlag aus.
Was ist über die Opfer bekannt? Eine Frau erlag noch vor Ort ihren Verletzungen. 29 weitere Menschen wurden verletzt oder schwerstverletzt. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Spitäler gebracht worden. Angaben zu Alter oder Identität der Betroffenen machten die Behörden zunächst nicht.
Wer wird gesucht? Noch in der Nacht identifizierte die Berliner Polizei einen mutmasslichen Tatverdächtigen. Er sei in Berlin polizeibekannt und werde dem islamistischen Milieu zugerechnet.
In der Vergangenheit sei der Beschuldigte bereits auf Bewährung verurteilt worden, sagte Bundesinnenminister Dobrindt. Der Tatverdächtige sei 2005 in Deutschland geboren und deutscher Staatsbürger, sagte der Innenminister. Er habe einen libanesischen Hintergrund, seine Mutter sei 2002 in Deutschland eingebürgert worden. Am Sonntagmorgen veröffentlichte die Polizei ein Foto, mit dem sie nach dem 21-jährigen Abdul B. sucht. Der Mann sei etwa 1.90 Meter gross, von schlanker Statur, habe schwarzes Haar und trage einen schwarzen Hoodie und eine weisse Hose. Die Behörden warnen davor, ihn anzusprechen, da er möglicherweise bewaffnet sei. Weiter prüft die Polizei, ob es einen oder mehrere Täter gab.
Was ermitteln die Behörden? Noch ist unklar, ob der gesuchte Mann tatsächlich am Steuer des Fahrzeugs sass. Die Ermittler prüfen zudem, ob weitere Personen beteiligt waren. Laut Polizei handelt es sich bei dem weissen Kastenwagen um ein Privatfahrzeug und nicht um einen Mietwagen.
Anschlag auf CSD in Berlin
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Bild 1 von 9. Einsatzkräfte der Polizei und Rettungskräfte stehen im Grossen Tiergarten nach dem Abbruch des Christopher Street Day. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Sebastian Gollnow.
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Bild 2 von 9. Das Gebiet rund um den Tatort wurde grossräumig abgesperrt, der Tiergarten mit Wärmebildkameras abgesucht, wie die Polizei mitteilte. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Michael Ukas.
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Bild 3 von 9. Mehrere Personen wurden psychologisch betreut. Bildquelle: REUTERS/Annegret Hilse.
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Bild 4 von 9. Der Berliner Bürgermeister Kai Wegner sprach mit den Medien. Bildquelle: REUTERSChristian Mang.
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Bild 5 von 9. Einsatzkräfte der Polizei durchsuchen den Forst in der Nähe des Tiergartens, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Sebastian Gollnow.
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Bild 6 von 9. Das leere und stark demolierte Fahrzeug wurde im Bereich des Tatorts sichergestellt. Bildquelle: REUTERS/Annegret Hilse.
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Bild 7 von 9. Es handelt sich laut Polizei um ein Privatfahrzeug, nicht um einen Mietwagen. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Jason Tschepljakow.
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Bild 8 von 9. Am Tag nach dem mutmasslichen Anschlag legen Menschen Blumen nieder und hinterlassen Trauerbotschaften. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Sebastian Gollnow.
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Bild 9 von 9. Die Flaggen am Reichstagsgebäude des Deutschen Bundestags wehen auf Halbmast. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Fabian Sommer.
War die Sicherheit gewährleistet? Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte dazu am Sonntagnachmittag in der Nähe des Tatorts: «Wir haben beim CSD eine hohe Sicherheit gehabt.» Er betonte: «Die Strecke des CSD wurde nicht getroffen. Dort ist der Täter nicht drauf gekommen. Weil die Polizei, die Sicherheitsbehörden, diesen Christopher Street Day abgesichert haben. Aber rund 400 Meter daneben sind immer noch Besucherinnen und Besucher, viele Menschen, die die Veranstaltung verlassen haben oder wieder hingehen wollten.»
Was ist der Christopher Street Day? Der Christopher Street Day ist eine Demonstration für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und weiteren queeren Menschen. Er erinnert an die Stonewall-Aufstände, die am 28. Juni 1969 nach einer Polizeirazzia im «Stonewall Inn» in New York begannen. Die Proteste gelten als wichtiger Wendepunkt der modernen LGBTQ+-Bewegung.