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International An der UNO-Klimakonferenz macht sich Frust breit

In der polnischen Hauptstadt Warschau beginnt die zweite Woche der UNO-Klimakonferenz. Über 190 Staaten wollen den Grundstein für einen neuen, ehrgeizigen Klimaschutzvertrag legen. Doch bisher gab es mehr Rückschläge als Fortschritte.

Polens Wirtschaftsminister Janusz Piechocinski und drei weitere Konferenzteilnehmer auf einem Podium.
Legende: Nach einer Woche sind die Teilnehmer der UNO-Klimakonferenz weit weg von «Climate Solutions». Keystone

Der Beginn der UNO-Klimakonferenz vor einer Woche stand ganz im Zeichen der Katastrophe auf den Philippinen. Alle Abgesandten zeigten sich sichtlich betroffen. Die Hoffnung kam auf, dies würde die schwierigen Verhandlungen über einen neuen Klimavertrag beflügeln.

Doch trotz Taifun Haiyan stehen die Zeichen in Warschau auf Rückschritt: Japan hat ankündigt, dass es seine Klimaschutzziele drastisch senken will. Australien und Kanada haben Ähnliches vor.

Dies rief in Warschau heftige Kritik hervor. Etwa bei den Inselstaaten, die wegen des steigenden Meeresspiegels besonders vom Klimawandel betroffen sind. Deren Sprecher, Ronny Jumeau, ist empört. «Meine erste Reaktion war: Wen trifft es als Nächstes? Kann es noch schlimmer kommen?»

«Fingerpointing» statt Lösungsvorschläge

Das fragt sich nicht nur Jumeau. Die jüngsten Ankündigungen Japans haben den alten Graben zwischen armen und reichen Ländern noch mehr aufgerissen. Statt zu verhandeln und nach Lösungen zu suchen, werde nur noch mit dem Finger aufeinander gezeigt, kritisiert auch der Schweizer Chefunterhändler Franz Perrez.

Dies macht die an sich schon delikaten Verhandlungen für den neuen Klimavertrag noch schwieriger: Denn zum ersten Mal sollen sich alle Länder dazu verpflichten, den Ausstoss des Klimagases CO2 zu reduzieren – nicht nur die Industrieländer.

Noch bleibt eine Woche, um den Grundstein für den neuen Klimavertrag zu legen, der 2015 abgeschlossen werden soll. Doch im Moment ist ein Erfolg unwahrscheinlich.

18 Kommentare

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  • Kommentar von S. Herrman, Stuttgart
    Warum verstehen die meisten Menschen nicht, dass man max. nur die Umwelt und niemals das Klima schützen kann? Wenn CO2 wirklich so schädlich sein soll wie behauptet warum werden dann Industrienationen deindustrialisiert und Indien, China und & Co. bei geringeren Umweltstandards industrialisiert? Hier zeigt es sich sehr deutlich, dass es nur ums Geld geht und es bei der Klimahysterie nur um eine Religion handelt um von den wirklichen Problem auf dieser Welt abzulenken (=massive Überbevölkerung).
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    1. Antwort von Marius Schmidlin, Winterthur
      Was? Erstens hat CO2 Einfluss auf das Klima. Ausserdem hat das keinen Zusammenhang zum Rest der Aussage. Erst recht nicht zeigt sich, dass es "nur ums Geld geht".
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    2. Antwort von S. Herrman, Stuttgart
      @M. Schmidlin: Sie müssen die Gesamtkomplexität mehr Beachtung schenken und sich nicht nur auf kleine Details versteifen. Es geht viel mehr nur ums Geld als Sie denken. In welchen Prozessen entsteht CO2? U. a. bei industriellen Prozessen. Die Mehrheit der Gesellschaft ist derartig korrupt und gierig, weil sich die Mehrheit weigert das Geldsystem zu verstehen. Den einzigen, denen es nicht nur ums Geld geht sind jene, die eine diktatorische Eine-Weltregierung anstreben.
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  • Kommentar von Boris Scavezzon, Zürich
    Die Klimakonferenz ist eine Sitzung, wo wirklich viele Staaten ihre Leute hinschicken - aber nicht wenig, sondern nichts ausser einem nicht bindenden Vertrag herauskommt! Dies passiert dort seit Jahren und es ist wirklich schwach. Jedes ernsthafte Problem auf der Welt wird auf später verschoben...
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  • Kommentar von Marlene Zelger§, 6370 Stans
    Ausgerechnet auch Japan stellt sich quer, das Land, dem der Rest der Welt nach der Reaktorkatastrophe zu Hilfe eilte. Schande! Geld und Macht contra Natur. Diese wird sich mehr und mehr für die Zerstörung durch die Menschen rächen.Katastrophen sollte aber die "Richtigen" (Schuldigen) treffen, nicht immer nur die Ärmsten.
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    1. Antwort von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
      Ich glaube nicht, dass sich die Natur "rächt", ich glaube, sie korrigiert einfach. Und da sie nicht böse auf jemanden ist, kann es eben auch die in unseren Augen unschuldigen treffen. Alle Fehlentwicklungen in der Natur werden früher oder später korrigiert – es ist unsere unfassbare Arroganz, die uns Glauben macht, uns würde das nicht betreffen.. zumal wir wohl die grösste Fehlentwicklung sind. Und trotz aller dringenden Umweltprobleme werden die Menschen nicht vernünftig, nur irgendwie trotzig.
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