Angriff in Thalys-Zug: War der Täter ein Islamist?

Am Freitag schoss ein Mann in einem Zug von Amsterdam nach Paris mit einer Kalaschnikow um sich – doch wer ist der Angreifer? Noch ist seine Identität nicht eindeutig geklärt. Der Verdacht besteht jedoch, dass er zur radikal-islamischen Bewegung gehört.

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Die Helden: Zwei Passagiere stoppen den Angreifer

0:46 min, aus Tagesschau am Mittag vom 22.8.2015

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hat den Angreifer aus dem Thalys-Zug als Terroristen bezeichnet. Der Mann wird verdächtigt, zur radikal-islamistischen Bewegung zu gehören, wie Cazeneuve bekanntgab. Zugleich rief Cazeneuve zur Vorsicht auf, weil die Identität des Mannes noch abschliessend geklärt werden müsse.

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Bildlegende: Der Täter stieg in Brüssel ein. SRF

Warnte Spanien Frankreich vor dem Mann?

Der Festgenommene habe sich als 26-Jähriger Marokkaner ausgegeben, so Cazeneuve weiter. Sollten die Angaben stimmen, dann handelt es sich laut den Ermittlern vermutlich um einen Mann, der zeitweilig in Spanien lebte. Die spanischen Geheimdienste stuften jenen Mann als radikalen Islamisten ein und meldeten ihn im Februar 2014 den französischen Behörden. Diese legten eine Akte zu ihm an, was aber nicht notwendigerweise bedeutet, dass er unter Überwachung stand.

Ob die Tat vom Freitag einen terroristischen Hintergrund hatte, wird von den französischen Ermittlern derzeit geprüft. Laut einer Quelle der spanischen Anti-Terrorismus-Einheit war der Mann von Frankreich aus nach Syrien gereist.

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Mehr Kontrolle in Zügen

Die Hochgeschwindigkeitszüge werden nun besser geschützt. Patrouillen mit Sicherheitskräften sollen die Züge kontrollieren, teilte der belgische Premier Charles Michel mit. Zuvor hatte schon die Bahngesellschaft SNCB Polizeischutz für die Züge angekündigt, die Brüssel mit den Niederlanden, Deutschland und Frankreich verbinden.

Doch der Tatverdächtige bestreitet offenbar ein terroristisches Motiv. Aus französischen Polizeikreisen verlautete, der Mann habe mit dieser Aussage die Ermittler aber nicht überzeugt. Nebst den Franzosen ermittelt auch die belgische Staatsanwaltschaft. Denn der mutmassliche Täter sei in Brüssel in den Zug gestiegen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

Zwei US-Bürger überwältigen Angreifer

Der Verdächtige hatte am Freitag in einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris mit einer Kalaschnikow geschossen, bevor er von Fahrgästen überwältigt wurde. Bei dem Vorfall wurden zwei Menschen schwer verletzt.

Der französische Innenminister nannte neue Details zum Ablauf des Vorfalls. Demnach entdeckte ein Franzose, der zur Toilette wollte, den Mann mit dem Sturmgewehr. Er habe versucht, diesen zu überwältigen, wobei mehrere Schüsse gefallen seien. Daraufhin seien zwei Amerikaner eingeschritten, so konnte der Mann schliesslich gestoppt werden.

Laut der englischen BBC handelt es sich bei den zwei Amerikanern, die den Täter stoppten, um Mitglieder der amerikanischen Air Force und der Nationalgarde. Sie waren mit einem Freund von Amsterdam nach Paris unterwegs. Der Freund half ebenfalls mit, den Angreifer zu überwältigen; ebenso ein britischer Passagier. Einer der drei Amerikaner befindet sich verletzt im Spital.