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International Angriffe in Kundus fordern 19 Todesopfer in NGO-Spital

Bei einem Bombenangriff im afghanischen Kundus sind in einem Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen 19 Menschen getötet worden. 37 Menschen wurden verletzt.

Legende: Video Versehen: US-Armee trifft Krankenhaus abspielen. Laufzeit 01:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.10.2015.

19 Klinikmitarbeiter der Nichtregierungsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wurden bei Bombenangriffen in der nordafghanischen Stadt Kundus getötet. Unter den Toten sind vier erwachsene Patienten sowie drei Kinder. 37 Menschen wurden verletzt, teilte die Organisation weiter mit.

Das Krankenhaus wurde bei den Explosionen in der Nacht auf Samstag nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen sehr stark beschädigt. Der Leiter der Organisation vor Ort, Bart Janssens, erklärte, es lägen noch keine abschliessenden Angaben über die Zahl der Opfer vor.

Wahrscheinlich steckt ein US-Luftangriff hinter der Zerstörung

Noch ist unklar, wer für die Bombenangriffe verantwortlich ist. Ein Sprecher der Nato-Mission in Afghanistan erklärte: «Die US-Streitkräfte haben am 3. Oktober um 2.15 Uhr Ortszeit einen Luftangriff nahe der Einrichtung durchgeführt, wo einzelne Personen die Truppen bedrohten.» Dabei sei womöglich eine nahe gelegene Klinik beschädigt worden. Der Vorfall werde nun untersucht.

Das US-Militär seinerseits hat erklärt, «in der Umgebung» der Klinik einen Luftangriff geflogen zu haben. Ziel seien Taliban-Kämpfer gewesen, die direkt auf amerikanische Militärangehörige geschossen hätten.

Weiter teilte Ärzte ohne Grenzen mit, dass allen Konfliktparteien vorsorglich mehrfach die genauen Geodaten ihrer Einrichtungen übermittelt worden seien, zuletzt am 29. September. Nach Beginn des Angriffs habe man zudem das amerikanische und afghanische Militär erneut kontaktiert; dennoch habe das Bombardement noch mehr als 30 Minuten angehalten.

«Wir sind über den Angriff, das Töten von Mitarbeitern und Patienten und die schweren Auswirkungen auf die Gesundheitsfürsorge in Kundus zutiefst schockiert», sagte der MSF-Leiter vor Ort, Bart Janssens. Er forderte alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit von Gesundheitseinrichtungen und deren Personal zu respektieren.

Über 180 Personen waren zum Zeitpunkt des Angriffs in der Klinik

Seit dem überraschenden Taliban-Angriff am Montag sind nach Angaben der Organisation in der Klinik 394 Verletzte behandelt worden. Zum Zeitpunkt des Luftangriffs am Samstag seien 105 Patienten, Angehörige und gut 80 Mitarbeiter in dem Gebäude gewesen, erklärte der Leiter von Ärzte ohne Grenzen vor Ort.

Zurzeit versuchen afghanische Regierungstruppen mit Hilfe der Nato, die Stadt wieder komplett unter Kontrolle zu bekommen. «Keiner unserer Kämpfer war zum Zeitpunkt des Angriffs ein Patient der Klinik», sagte der Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Rotsch Rotsch (Rotsch Rotsch)
    Wir wissen alle dass die Grossmächte ihre Waffen gegen Bodenschätze eintauschen und das Land und die Bewohner in ihrer Armut lassen, bewusst diesen Mechanismus aufrechterhaltend. Die USA, Russland, und involvierte europäische Länder sollen endlich aus diesen Konfliktzonen verschwinden und ein absolutes Waffenausfuhrverbot an alle Diktaturen und KonfliktLänder auch an Länder die sich an Konflikte aktiv ausserhalb ihres Landes beteiligen... Aggression schürt Aggression...
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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Bekommen wir jetzt die Analyse eines Experten zur Unfähigkeit von Obama und seiner Militärs serviert?
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  • Kommentar von Samuel Saurer (Sämi)
    Wie wärs mit einer alternativen Schlagzeile? "Obama's Jets bomben ziviles Krankenhaus; dutzende tote Kinder!" *Sarkasmus-Modus aus* Im Ernst, erkennt niemand die Doppelmoral unserer Boulevard-Medien? Kaum waren die ersten russischen Flugzeuge in der Luft, wurde die heimische Presse geradezu überschwemmt mit Meldungen toter Kinder und Unschuldiger. Der Blick widmete gar einen kompletten Kiosk-Flyer mit dieser Horror-Schlagzeile. Im Fall Kunduz spricht man hingegen von Kollateralschaden!
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    1. Antwort von Kim Hansson (Freddy Tobler)
      Wer noch nicht weiss- aber wissen will wieso einseitig pro westliche Schlagzeilen in allen Leitmedien gedruckt werden rate ich auf YouTube zum KenFM Interview mit Dr. Prof. Rothfuss. (Von der Universität Tübingen)
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    2. Antwort von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
      Die Meldungen über tote Kinder waren sogar noch eher verbreitet, als dass die russischen Jets in der Luft waren.
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