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International Arbeitslosigkeit in Spanien und Frankreich auf Rekordhoch

Die Arbeitslosenquoten in Spanien und Frankreich sind auf astronomische Höhen gestiegen. Spanien steckt in einer tiefen Rezession und die Wirtschaftskraft schrumpft weiter. Brüssel zeigt schockier über die Ausmasse.

Legende: Video Rekordhoch bei Arbeitslosen in Frankreich und Spanien abspielen. Laufzeit 1:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.04.2013.

Die Arbeitslosigkeit in Spanien nimmt immer dramatischere Ausmasse an, auch Frankreich schockiert mit neuen Rekordhöhen. Im Euro-Krisenland Spanien hat die Arbeitslosenquote im ersten Quartal 27,2 Prozent erreicht, erstmals in der Geschichte des Landes waren mehr als sechs Millionen Menschen arbeitslos.

In Frankreich kletterten die Arbeitslosenzahlen Ende März auf die Rekordhöhe von 3,225 Millionen, der höchste Stand seit Januar vor 16 Jahren. Im Vergleich zum März vergangenen Jahres sei die Zahl um 11,5 Prozent gestiegen, teilte das Arbeitsministerium mit.

Linke und Politik prangern an

Die Krise auf dem Arbeitsmarkt setzt die Regierungen der Länder immer mehr unter Druck. Im krisengeschüttelten Spanien lösten die jüngsten Zahlen Entsetzen und Kritik aus. Nach Angaben der Statistik-Behörde INE lag die Zahl der Arbeitslosen mit 6,2 Millionen um knapp 240'000 höher als im Schlussquartal 2012.

Nicht nur die Gewerkschaften und die linksgerichtete Opposition prangerten daraufhin die Wirtschafts- und Arbeitspolitik der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy an.

Auch bürgerlich-liberale Regionalparteien wie die katalanische CiU und die baskische PNV sprachen von «unmoralischen Zahlen» und einer «dramatischen Situation». Sie forderten eine dringende Umorientierung.

Brüssel: «Inakzeptabel»

EU-Währungskommissar Olli Rehn bezeichnete die Zahlen als inakzeptabel. Man erwarte, dass Rajoy schon am Freitag der Öffentlichkeit neue Programme zur Ankurbelung der Wirtschaft vorstelle, sagte Rehn im Europaparlament in Brüssel.

In Frankreich liegt die Arbeitslosenquote inzwischen doppelt so hoch wie in Deutschland. Nach den jüngsten verfügbaren Vergleichszahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat lag sie im Februar bei 10,8 Prozent, in der Bundesrepublik hingegen nur bei 5,4 Prozent. Ein Ende des seit Mai 2011 anhaltenden Anstiegs wird in Frankreich frühestens Ende dieses Jahres erwartet.

Die Krise auf dem Arbeitsmarkt ist eine der stärksten Belastungen für die sozialistische Regierung unter Präsident François Hollande. Sie verlor in Umfragen zuletzt dramatisch an Zustimmung und steht unter Druck, den Arbeitsmarkt möglichst schnell tiefgreifend zu reformieren.

Ein bereits im Parlament debattiertes Gesetzesprojekt für mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Löhnen wird von Kritikern als unzureichend bezeichnet.

Mehr als die Hälfte ohne Job

In Spanien sind es mittlerweile fast 3,5 Millionen Menschen (mehr als die Hälfte der Erwerbslosen also), die seit mehr als einem Jahr auf Jobsuche sind. Mit 16,6 Millionen lag die Zahl der Beschäftigten unterdessen um 4,58 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Das ist das geringste Beschäftigungsniveau seit über zehn Jahren (2002). Besonders schlimm ist die Situation für die jüngeren Generationen. Die Jugendarbeitslosenquote stieg laut INE um mehr als zwei Punkte auf 57,2 Prozent. In Spanien gebe es eine «Sozialkatastrophe», klagte der Führer der Vereinigten Linken (IU), Cayo Lara.

Demonstration gegen Sparkurs

Polizisten in Madrid im Einsatz
Legende: Die Madrider Polizei geht mit Härte gegen Demonstranten vor. keystone

Bei Protesten gegen die Sparmassnahmen der spanischen Regierung ist es in Madrid zu Zusammenstössen gekommen. Nach einer Demonstration mit etwa tausend Teilnehmern in der Nähe des Parlaments warfen einige Dutzend Demonstranten Flaschen und Böller auf Polizisten. Polizisten gingen daraufhin mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Rainer Fauser, Augsburg
    Ich repräsentiere hier alternative Informationen über die angebliche Armut der EU-subventionierten Schmarotzerstaaten: "Der Spiegel: Die Armutslüge: Wie Europas Krisenländer ihre Vermögen verstecken", Titel des Spiegel Nr.16 vom 15.4.2013. Man sollte sich in Europa vom Betrugsmodell EU verabschieden und die Nationalstaatlichkeit wieder einführen, bevor der regierungsamtliche Betrug den ganzen Landstrich seines Wohlstandes beraubt und ein Armenhaus der Gleichheit verbreitet!
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    1. Antwort von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
      wie recht Sie haben Rainer Fauser aus Augsburg. Ich wünsch mir viel mehr solch intelligente Bürger wie Sie. Die EU ist ein Machtgerüst, welches um nicht zusammen zu stürzen mit immer mehr Geld gefuttert wird. Zudem versuchen die gleichen machtgierigen alten EU-Politiker die Schweiz, welche den Weg der Eigenständigkeit gewählt hat, sukzessiv auszunehmen und kaputt zu machen mit Hilfe der Linken in unserem Land.Da wir von Frauen regiert werden ist das für diese Patriarchen ein leichtes Spiel.
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    2. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Fromme Wünsche, diese EU-Parlamentarier und EU-Funktionäre werden sicher nicht so einfach auf ihre Pfründe verzichten wollen. (smile)
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  • Kommentar von Peter B0llschweiler, Castellón
    Wichtig ist der "Puente"wenn an den Festtagen,wenn z.B. Donnerstag ein ofizieler Festtag ist und am daraufolgenden Dienstag wieder ein Festtag,so wird Freitag und Montag nicht gearbeitet und geht wieder am Mittwoch zur Arbeit so ist es leider.Spreche aus Erfahrung seit 36 Jahren in Spanien.
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    1. Antwort von A. Planta, Chur
      Dies wird in anderen Länder auch so gemacht und zwar ohne grössere Probleme. Das Problem in Spanien ist wie in vielen anderen südlichen Ländern die fehlende leistungsfähige Wirtschaft. Durch die Liberalisierung und Globalisierung kommen solche Länder erst recht unter die Räder. Nach dem Beitritt in die EU wurde viel Geld reingepumpt, dass die Wirtschaft kurzfristig aufblühen liess, man unterliess jedoch einen strukturierten Aufbau des Landes.
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @A. Planta: Spaniens Anleihen unterlagen mit der Pesata einem höheren Zinssatz als nach der Einführung des EUROS wo dann deutlich tiefere Zinsen von den Investoren verlangt wurden. Die spanischen Regierungen, u. da hauptsächlich die PSOE hat sich im Geldspeicher von D. Duck gewähnt u. mit unsinnigen Infrastrukturprojekten das Geld regelrecht verpulvert. (Flughäfen die nicht angefolgen werden, AVE der wohl Passagiere befördert aber kein Ausbau für den Transport von Gütern aus den Häfen, etc. etc.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Löst den EU-Verein endlich auf, er zieht uns alle in den Abgrund!
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