Argentiniens Zentralbankchef muss den Hut nehmen

Neuer Präsident, neue Geldpolitik: Argentiniens Chef der Zentralbank ist noch vor dem Amtsantritt auf Druck des neuen Präsidenten Mauricio Macri zurückgetreten. Somit soll eine wirtschaftsfreundlichere Politik möglich werden.

Argentiniens Zentralbankchef Alejandro Vanoli ist am Mittwoch auf Druck des neuen Präsidenten Mauricio Macri zurückgetreten. Damit machte Vanoli vor dem heutigen Amtsantritt Macris den Weg für dessen wirtschaftsfreundlichere Politik frei.

Macri will unter anderem die Unabhängigkeit der Notenbank stärken, die Steuern unternehmensfreundlicher gestalten, die Kapitalverkehrskontrollen mindern und die abgeschottete Wirtschaft wieder öffnen. Der Banker Federico Sturzenegger soll neuer Vorsitzender der Zentralbank werden.

Vanoli war vor gut einem Jahr von der aus dem Amt scheidenden Präsidentin Cristina Fernandez an die Spitze der Notenbank geholt worden. Sie stand für staatliche Kontrollen der Wirtschaft. Argentinien kämpft mit einem hohen Defizit, hoher Inflation und den Nachwehen einer 13 Jahre zurückliegenden Staatspleite. Das Land ist weitgehend von den internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Amtsübergabe in Argentinien

    Aus Tagesschau vom 10.12.2015

    In Argentinien übernimmt der kürzlich gewählte Mauricio Macri das Präsidentenamt von der bisherigen Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner. Wo und wann genau die Übergabe stattfinden soll, ist aktuell Anlass für Streit.

  • Regierungswechsel in Argentinien

    Aus Tagesschau vom 23.11.2015

    Nach Jahrzehnten von Peronisten-Regierungen, nach der Ära des Ehepaars Kirchner bekommt Argentinien jetzt einen bürgerlichen Präsidenten. Mauricio Macris Sieg fiel mit 51 Prozent der Stimmen knapp aus. Doch Macri erklärte nach der gestrigen Stichwahl zuversichtlich: Es sei ein historischer Tag und der Beginn einer neuen Epoche. Aus Buenos Aires die Einschätzungen von SRF-Mitarbeiterin Karen Naundorf.