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Assange will Botschaft verlassen
Aus 10 vor 10 vom 18.08.2014.
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International Assange will Botschaft verlassen – unter Bedingungen

Seit zwei Jahren lebt Wikileaks-Gründer Julian Assange als politischer Flüchtling in der ecuadorianischen Botschaft in London. Die engen Räumlichkeiten möchte er in Kürze verlassen. Stellen will er sich jedoch nicht, sondern ungehindert nach Ecuador ausreisen.

Seit zwei Jahren hält sich der 43-jährige Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks als politischer Flüchtling auf ecuadorianischem Boden in der Londoner Innenstadt auf. Keine Sonne, kaum Bewegung. Damit soll nun Schluss sein. «Ich werde die Botschaft bald verlassen», kündigte Assange bei einer Pressekonferenz an. Doch um jeden Preis will er sein Asyl nicht aufgeben.

Stellen werde sich Assange nicht, stellt Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson klar. Er sei lediglich bereit, die Botschaft zu verlassen, sobald die Briten ihre «Belagerung» einstellten. Einen konkreten Zeitpunkt oder genaue Pläne zu Assanges Vorhaben gibt es also nicht.

Das hier ist ein Umfeld, in dem jede gesunde Person mit der Zeit einige Schwierigkeiten bekäme.
Autor: Julian AssangeWikileaks-Gründer

Zu den Gründen machte Assange keine weiteren Angaben, bestätigte aber, dass ihm die lange Zeit in der Botschaft gesundheitlich zugesetzt habe. «Das hier ist ein Umfeld, in dem jede gesunde Person mit der Zeit einige Schwierigkeiten bekäme.» Zuvor hatten Medien bereits über massive Herz-und Lungenprobleme spekuliert. Diese würden einen Spitalaufenthalt notwendig machen.

Assange war in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Dort wollen Behörden ihn zu Vorwürfen sexueller Vergehen befragen. Bisher ist Schweden nicht bereit, Assange in London zu befragen.

Assange fürchtet Auslieferung an USA

Assange weist die Vorwürfe aus Schweden von sich und fürchtet, er könnte bei einer Überstellung nach Schweden in die USA ausgeliefert werden, wo ihm ein Verfahren wegen des Verrates von Staatsgeheimnissen droht. Wikileaks hatte Ende 2010 Tausende Geheimdepeschen der USA veröffentlicht.

Ecuadors Aussenminister Ricardo Patiño rief dazu auf, eine politische Lösung zu finden. «Diese Situation muss ein Ende haben», sagte er in der gemeinsamen Pressekonferenz.

Der Fall belastet auch die Beziehungen zwischen Ecuador und Grossbritannien. Die britische Regierung hat sich verärgert über die Entscheidung Ecuadors gezeigt, Assange politisches Asyl zu gewähren. Der lateinamerikanische Staat setzt sich für eine Ausreise des früheren Computerhackers ein. Assange werde auch weiterhin den Schutz des lateinamerikanischen Landes geniessen, hielt Aussenminister Patiño fest.

Wikileaks gegen USA

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Wikileaks hat seit November 2010 zahlreiche diplomatische und militärische Dokumente veröffentlicht, darunter als geheim eingestufte Botschaftsdepeschen und Kriegsberichte der USA. Der Fall ist einer der grössten Datenlecks in der Geschichte der USA. Nach Ansicht der Regierung in Washington wurden mit der Aktion Menschenleben gefährdet.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen , Bern
    "Ungehindert nach Ecuador ausreisen."? - Wohl eher nicht, Julian.
  • Kommentar von Edi Steinlin , Zürich
    Assange ist in Schweden wegen Vergewaltigung 2er Frauen angeklagt. Schweden ist ein Rechtsstaat und Herr Assange glaubt, dass er sich in der Botschaft eines zwielichtigen Staates verstecken kann, um so einer Strafe zu entgehen. Ich hoffe, dass ihn die Briten der USA ausliefern. Diese Verräterei muss aufhören und die Täter Assange oder Snowdon der amerikanischen Justiz ausgeliefert werden.
    1. Antwort von Sandra Ryman , Schaffhausen
      Herr Steinlin, bitte machen Sie sich sachkundig, was in Schweden alles als Vergewaltigung gilt. Die Liste ist absolut grotesk.
    2. Antwort von Robert Heydrich , Zürich/Berlin
      @Steinlin: Sie schützen also ein Land welches mehr Menschen auf dem Gewissen hat als die ganze restliche Welt?
    3. Antwort von Edi Steinlin , Zürich
      Blödsinn Herr Heydrich, wissen wo Russland, China, Deutschland und Japan ist. Alles Länder die mit der Judikative, Kriegsverbrechen usw. Millionen Menschen umgebracht haben. Die Amis sind längst nicht die schlimmsten aber im Moment vermutlich die verhasstesten besonders bei unseren linken Zünften. Nun zu Ihnen Frau Rymann, ich weiss das, ich habe in Schweden gearbeitet. Nur müssen Sie wissen, die Schweden haben die noch schlimmere "Kuscheljustiz" wie wir.
    4. Antwort von Robert Heydrich , Zürich/Berlin
      @Steinlin: Amerika ist und bleibt das Land welches weltweit am meisten Menschenleben auf dem Gewissen hat, dagegen ist Russland, China und besonders Deutschland ein Peanut.
    5. Antwort von O. Egli , BS
      @Heydrich: Grotesk ein paar Mio. Tote als Peanuts zu bezeichnen. Egal auf welcher Seite.
    6. Antwort von Alaphia Zoyab , Aarau
      @Heydrich: Uuuh... heisses Eisen. Die Sowjetunion (nicht Russland) im WWII annähern 30 Mio Tote. China ~14 Mio. Ich weiß nicht ob die USA da wirklich hinkommen.
    7. Antwort von Eddy Dreier , Burgdorf
      Blödsinn ist es überhaupt die Toten zu zählen und daran sagen zu wollen, wer weniger schlimm ist. Transparenz so zu verfolgen, wie es die USA macht, ist und bleibt trotzdem sehr undemokratisch und nichts ist besser allein deshalb, weil es früher noch schlimmeres gab.
    8. Antwort von Eddy Dreier , Burgdorf
      Ausserdem wären da noch 50 mio. amerikanische Ureinwohner und dass sich diese wie behauptet spurlos verschwunden seien ist ja das Märchen überhaupt.
    9. Antwort von A.Käserz , Zürich
      E.S./Wie verlautbart wurde,haben beide Frauen ihre Aussagen zurückgezogen.Dennoch soll geprüft werden,ob es sich um Falschaussagen gehandelt haben soll.Die Untersuchung der ganzen Sachlage aufgrund solch widersprüchlicher Indizien,ist somit äusserst ragwürdig.Damit ist auch offensichtlich,welche Strategie hier verfolgt wird.So wie die USA sich erlauben,Menschenrechte zu interpretieren und ihre Wahrung umzusetzen,ist das Verhalten der Schwedischen Justiz sehr befremdlich.
  • Kommentar von Eddy Dreier , Burgdorf
    "Nein, unsere Kriegsverbrechen im Irak gehen euch nichts an. Das ist geheim..."