Athener Börse öffnet am Montag

Das griechische Finanzwesen kehrt nach drastischen Zwangsmassnahmen allmählich wieder zum Normalbetrieb zurück: Nach den Banken soll am Montag auch die Börse in Athen wieder eröffnet werden. Allerdings unterliegt der Aktienhandel gewissen Beschränkungen.

Ein Monitor mit der Verlaufskurve einer Aktie an der Börse in Athen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach den Banken die Börse: Die Beschränkungen im Finanzwesen werden zumindest teilweise aufgehoben. Reuters

Gut einen Monat nach ihrer Schliessung soll die griechische Börse in Athen am Montag wieder geöffnet werden. Der entsprechende Erlass sei am Freitag von Finanzminister Euklid Tsakalotos unterzeichnet worden, teilte das Finanzministerium in Athen mit.

Die Börse ist seit Ende Juni geschlossen. Damals wurden auch die Banken des Landes dicht gemacht, weil die Kunden zuvor aus Sorge vor einer Staatspleite reihenweise ihre Konten geräumt hatten.

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Nur 60 Euro am Bankomat

Die Griechen können täglich 60 Euro von ihren Konten abheben. Die Kontrollen waren am 29. Juni verhängt worden, damit die griechischen Banken nicht zusammenbrechen. Die Griechen hatten in den vergangenen Monaten aus Angst vor einem Finanzzusammenbruch des Landes mehrere Milliarden Euro von ihren Konten abgehoben.

Aktienhandel unterliegt Beschränkungen

Wie sich aus dem Erlass ergibt, werden die Griechen bis auf Weiteres nur dann Aktien kaufen können, wenn sie dafür Gelder aus dem Ausland ins Land bringen oder Bargeld dafür zahlen. Die restlichen Kapital-Verkehrskontrollen bleiben bestehen.

Die Europäische Zentralbank hatte der Wiedereröffnung des Aktienmarktes bereits Anfang der Woche zugestimmt. Da der Handel für Griechen aber eingeschränkt werden soll, gab es Verzögerungen. Hintergrund waren Probleme mit den IT-Systemen der Banken, die die Beschränkungen umsetzen müssen. Für ausländische Investoren sollen diese nicht gelten.

Parallel laufen die Detail-Verhandlungen für ein drittes Hellas-Hilfspaket im Volumen von bis zu 91 Milliarden Franken. Damit soll die Staatspleite abgewendet werden. Im Gegenzug soll das Land weitere Reformen und Einsparungen umsetzen.