Auch 25 Jahre nach Lockerbie bleiben Zweifel

Am 21. Dezember 1988 explodiert eine Maschine der amerikanischen Fluggesellschaft Pan Am über dem schottischen Städtchen Lockerbie. Ein libyscher Geheimagent verbüsst wegen des Bombenanschlags eine jahrelange Haftstrafe. Doch auch heute ist das Attentat nicht restlos geklärt. Eine Chronologie.

    • 21. Dezember 1988

      Es geschieht kurz vor Weihnachten: Eine Boeing 747 der amerikanischen Airline Pan Am explodiert auf dem Weg von London nach New York über dem schottischen Städtchen Lockerbie. Sie befindet sich auf einer Höhe von etwa 9400 Metern. 270 Menschen sterben – alle 259 Flugzeuginsassen und 11 Anwohner. Die Ursache ist rasch entdeckt: Eine Bombe mit etwa 400 Gramm Plastiksprengstoff hat das Flugzeug zerstört. Ein Auschnitt aus dem «DOK»-Film von SRF zeigt den Unfallhergang.

      0:22 min vom 19.2.2011

    • Die beiden Tatverdächtigen Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: . SRF

      14. November 1991

      Die Tat wird als Anschlag auf ein Symbol der USA gedeutet. Die amerikanischen und die schottischen Justizbehörden machen zwei libysche Geheimagenten, Abdel Basset Ali al-Megrahi und Lamen Chalifa Fhimah, für den Anschlag verantwortlich. Sie erlassen Haftbefehle. Doch die Forderung nach einer Freilassung stösst beim libyschen Staatschef, Muammar al-Gaddafi, auf taube Ohren.

    • Edwin Bollier Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: . Keystone

      26. April 2000

      Auch der Schweizer Geschäftsmann Edwin Bollier ist in die Lockerbie-Affäre verwickelt. Bollier führte jahrelang beste Geschäftsbeziehungen zu Libyen. Seine Firma soll den libyschen Verdächtigen eine Schaltuhr geliefert haben, die beim Bombenanschlag auf die Pan Am-Maschine zum Einsatz gekommen sein soll. Bollier widerspricht dieser Vermutung heftig.

    • Video «Obama kritisiert Entlassung von Lockerbie-Attentäter» abspielen

      21. August 2009

      Bei al-Megrahi wird Prostata-Krebs im Endstadium diagnostiziert. Er wird in Schottland vorzeitig aus der Haft entlassen und kehrt in seine Heimat zurück. Auf einem Militärflughafen der libyschen Hauptstadt Tripolis wird er von tausenden Menschen jubelnd begrüsst. Grossbritannien und die USA reagieren empört, wie ein Bericht der «Tagesschau» zeigt.

      1:03 min, aus Tagesschau am Mittag vom 21.8.2009

    • Video «Lockerbie - Edwin Bollier» abspielen

      9. September 2009

      Edwin Bollier schreibt Aussenministerin Micheline Calmy-Rey und bittet sie, den Lockerbie-Attentäter al-Megrahi aufzunehmen. Das Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA bestätigt entsprechende Informationen der «Rundschau».

      5:07 min, aus Rundschau vom 9.9.2009

    • Video «Lockerbie - Hintergrund» abspielen

      Sind die Libyer wirklich die Täter?

      Trotz der Verurteilung al-Megrahis und der Entschädigungs-Zahlung bestehen Zweifel an der Schuld Libyens. Eine Spur führt zu den Palästinensern, eine andere in den Iran. Die «Rundschau» rollt am 9. September 2009 den Fall neu auf, mit neuen Bildern und mit Aussagen der Opfervereinigung.

      5:59 min, aus Rundschau vom 9.9.2009

    • 29. August 2011

      Nach dem Umsturz in Libyen fordern die USA die Auslieferung des Lockerbie-Attentäters al-Megrahi nach Grossbritannien. Die «Tagesschau» berichtet darüber. Der frühere libysche Justizminister Mustafa Muhammad Abd al-Dschalil bekräftigte im Februar in einer schwedischen Zeitung Libyens Schuld in der Affäre: «Ich habe Beweise dafür, dass Gaddafi den Befehl zum Anschlag von Lockerbie gegeben hat.»

      2:07 min, aus Tagesschau vom 29.8.2011