Ausnahmezustand: Mazedonien in der Flüchtlingskrise

Das Land versucht mit der Erklärung des Notstandes des Flüchtlingsproblems Herr zu werden. Die Behörden haben bereits die Hauptverkehrsader zwischen der Hauptstadt Skopje und Athen blockiert und so zahlreiche Flüchtlinge aufgehalten.

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Mazedonien erklärt Ausnahmezustand

1:07 min, aus Tagesschau vom 20.8.2015

Mazedonien hat wegen der angespannten Flüchtlingssituation an seinen Grenzen zu Griechenland und Serbien den Notstand erklärt. Der Druck auf die südliche Grenze und der massive Zustrom illegal einreisender Flüchtlinge aus Griechenland habe dies erforderlich gemacht, teilte das Innenministerium mit.

Der Notstand ebne den Weg für einen Einsatz des Militärs, hiess es in der Mitteilung. Demnach soll die Krisensituation mit verstärkten Kontrollen an den Grenzen bewältigt werden.

Grenze zu Griechenland blockiert

Zuvor hatte die mazedonische Polizei laut Medienberichten die Grenze zu Griechenland an einer wichtigen Route blockiert und damit Tausende Flüchtlinge festgesetzt. Konkret betroffen war demnach die Hauptverkehrsader zwischen Skopje und der griechischen Hauptstadt Athen. Nur sporadisch sei kleinen Gruppen die Einreise gestattet worden, hiess es.

Ziel der Behörden ist es, den Druck auf die mazedonische Grenzstadt Gevgelija zu mindern. Von dort versuchen jeden Tag Hunderte Flüchtlinge, einen der drei Züge in Richtung Serbien zu nehmen. Von dort aus reisen sie zumeist nach West- und Nordeuropa weiter.

Die Stadt Gevgelija an der griechischen Grenze

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Flüchtlingsansturm

    Aus 10vor10 vom 19.8.2015

    In der griechischen Stadt Thessaloniki kommt bald eine Fähre an. An Bord sind rund 2600 syrische Flüchtlinge. Der Wettlauf nach Westeuropa beginnt für die Flüchtlinge erst, gerade weil Ungarn einen Grenzzaun baut.