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International Ausschreitungen bei Protesten äthiopischer Juden in Israel

Bei Protesten Tausender aus Äthiopien stammender Juden ist es in Tel Aviv zu gewaltsamen Konfrontationen mit der Polizei gekommen. Die Proteste richteten sich gegen eine Diskriminierung afrikanischer Juden. Mehrere Demonstranten und Polizisten wurden verletzt.

Berittener Polizist und Demonstranten
Legende: Berittene Polizisten versuchten die Demonstration aufzulösen. Reuters

Hunderte äthiopische Israelis haben in Tel Aviv gegen Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung demonstriert. Auf dem zentralen Rabin-Platz wurden nach Medienberichten mehrere Demonstranten verletzt. 20 Polizisten hätten ebenfalls Verletzungen erlitten, teilte ein Polizeisprecher mit.

Nach Augenzeugenberichten setzten die Beamten Tränengas und Blendgranaten gegen die Demonstranten ein. Diese hätten Polizisten wiederum mit Steinen und Flaschen beworfen, berichtete die Nachrichtenseite «ynet». Im Stadtzentrum waren mehrere laute Explosionen zu hören. Über Tel Aviv kreisten stundenlang Polizeihubschrauber. Hunderte Polizisten bemühten sich am Abend um eine Beruhigung der Lage.

Polizisten und Demonstranten
Legende: Am Nachtmittag hatten Demonstranten an einer Kreuzung den Verkehr blockiert. Die Polizei löste den Protest auf. Keystone

Verkehr blockiert

Die Demonstranten hatten zuvor die Autobahn zwischen Tel Aviv und Jerusalem sowie zentrale Strassen in der Küstenmetropole blockiert. Einige von ihnen legten sich auf die Strasse. «Nicht schwarz, nicht weiss, wir sind alle Menschen», skandierten Teilnehmer des Protests.

Auslöser der Proteste war ein Video, das zeigt, wie Polizisten einen äthiopisch-stämmigen israelischen Soldaten misshandeln. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte den Vorfall. Nach Angaben des israelischen Statistikbüros leben mehr als 135'000 Juden mit äthiopischen Wurzeln im Land. Viele von ihnen beklagen eine Benachteiligung in Beruf und Alltag.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Solche Rassenunruhen wird es bei uns eines Tages auch geben. Weil die vielen Afrikaner die hier her kommen, finden hier nicht das Paradies, welches ihnen von den Schleppern versprochen wurde. Dann spielen sie die Rassimus Karte aus, nach dem Motto "Uns Schwarzen geht es in Europa schlechter als den Weisse - Diskriminierung!" Dabei ist es doch klar, dass wen jemand ohne oder mit nur geringer Bildung hier her kommt, nicht Karriere machen wird.
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  • Kommentar von U.Fröhlich, Herisau
    Auch in Israel braucht es Integration. Über 120 Nationen und somit Kulturen (Juden, die zurückkehren) sind schliesslich in diesem kleinen Land vertreten. Ich kenne kein Land, dass das automatisch schafft. Das ist Arbeit, es braucht beide Seiten. Auf jeden Fall hat Israel es bei der Staatsgründung mit den Tausenden jüdischen Flüchtlingen aus den umliegenden arabischen Ländern geschafft! Und 20% der Staatsbürger sind heute Araber - Hut ab!
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  • Kommentar von Pankraz Mai, SG
    Solche Bilder zeigen mit aller Deutlichkeit einen fragwürdigen Staat, der gegen seine Minderheiten brutal vorgeht! Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat noch viel zu tun.
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    1. Antwort von Frédéric Weil, Adliswil
      Herr Mai, Ihre Aussage richtet sich gegen den Staat Israel an sich und ist absolut unqualifiziert. Auch in Zürich geht die Polizei bei Bedarf gegen Demostranten vor, auch in Paris, Berlin oder Baltimore. Somit ist die ganze Welt fragwürdig? OK, wenn sie es so meinen, dann ist auch die Schweiz sehr fragwürdig, oder?
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    2. Antwort von Pankraz Mai, SG
      @Fréderéric Weil, Adliswil: "Somit ist die ganze Welt fragwürdig?" Damit bin ich durchaus einverstanden, so wie wir uns Menschen bisher verhalten haben! Freundliche qualifizierte Grüsse nach Adliswil!
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