Australiens Oberstes Gericht verbietet Homo-Ehe

Schwule und Lesben können in der Region um die australische Hauptstadt Canberra künftig nicht mehr heiraten. Das Oberste Gericht des Landes hat ein Gesetz zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe, welches das Regionalparlament erlassen hatte, für ungültig erklärt.

Ivan Hinton, der Direktor der Organisation Marriage Equality, mit seinem Ehemann. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei vielen Schwulen und Lesben hatte das Gesetz in Canberra grosse Hoffnungen geweckt. Keystone

Die australischen Verfassungsrichter hiessen mit ihrem Entscheid eine Klage der australischen Regierung unter dem Konservativen Tony Abbott gut. Der Erlass des Regionalparlaments des Australian Capital Territory verstosse gegen übergeordnetes Recht und könne nicht neben diesem stehen, befanden sie.

Das Regionalparlament hatte Ende Oktober dafür gestimmt, dass Homosexuelle in der Umgebung von Canberra heiraten können, obwohl ein Gesetz auf nationaler Ebene gleichgeschlechtliche Ehen ausschliesst.

Der sogenannte Marriage Equality Act sah vor, dass gleichgeschlechtliche Ehen auch von Paaren geschlossen werden können, die aus anderen Teilen des Landes anreisen. Knapp 30 Ehen, die seit Oktober geschlossen wurden, werden infolge des Gerichtsurteils nun annulliert.