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US-Einsatz in Libyen B2-Jets bombardieren IS-Lager

Vor kurzem musste der IS in Libyen eine bittere Niederlage hinnehmen. Aber die Extremisten sind weiterhin dort aktiv. Das US-Militär nimmt zwei Stützpunkte ins Visier – und schickt dafür eigens Tarnkappenbomber aus Missouri.

B2-Bomber mit Tankflugzeug gekoppelt.
Legende: Non-stop-Flug nach Libyen. Die B2-Bomber wurden auf ihrem Weg nach Sirte aufgetankt. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei dem Luftangriff auf zwei IS-Lager nahe der Hafenstadt Sirte sollen über 80 Dschihadisten getötet worden sein.
  • Darunter waren offenbar auch Terror-Planer, die Operationen in Europa vorbereitet haben.
  • Der scheidende US-Präsident Obama soll die Attacke persönlich angeordnet haben.

Zwei Lager der IS-Terrormiliz waren offenbar Ziel des US-Luftangriffs. Die IS-Mitglieder sollen zuvor aus der vor kurzem befreiten Hafenstadt Sirte geflohen. Erste Lageberichtete deuteten darauf hin, dass mehr als 80 Kämpfer getötet wurden, sagte der scheidende Verteidigungsminister Ashton Carter in Washington. Der Angriff sei noch von US-Präsident Barack Obama persönlich angeordnet worden.

Sirte zurückerobert

Die Camps befanden sich nach Angaben des Pentagons 45 Kilometer südwestlich von Sirte. Das US-Militär setzte dabei B-2-Tarnkappenbomber ein, die von einem Luftwaffenstützpunkt im US-Bundesstaat Missouri aufbrachen und anschliessend wieder dorthin zurückkehrten.

Sirte galt lange als heimliche Hauptstadt des IS in Libyen. Die Extremisten hatten den Geburtsort des ehemaligen Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi Anfang 2015 eingenommen. Im Mai begannen regierungstreue Milizen eine Bodenoffensive, um den IS zu vertreiben. Die USA unterstützten die Operation mit Luftangriffen.

Möglichkeiten des IS verringert

Die Hafenstadt wurde schliesslich im Dezember befreit. Beobachter gingen aber davon aus, dass die Terrormiliz in Libyen weiterhin gefährlich bleiben wird. Pentagon-Sprecher Peter Cook erklärte, der Angriff sei als Ergänzung zu der Befreiung Sirtes zu verstehen. Er werde die Möglichkeit des IS verringern, Attacken auf die libyschen Streitkräfte auszuüben.

Der IS hatte sich das Chaos und innenpolitische Vakuum in Libyen lange zunutze gemacht. Das ölreiche Land in Nordafrika versinkt seit dem Sturz von Gaddafi 2011 in einem Bürgerkrieg. Zudem konkurrieren zwei Regierungen miteinander.

Terrorgefahr in Tunesien

Wegen anhaltender Terrorgefahr durch Islamisten hat Staatschef Béji Caïd Essebsi den Ausnahmezustand in Tunesien um einen Monat verlängert. Der Entscheid sei nach Konsultationen mit Premier und Parlamentspräsidenten gefallen, hiess es. Essebsi hatte den Ausnahmezustand 2015 nach einem Terroranschlag auf einen Bus der Präsidentengarde verhängt.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Das ist ja wohl eine der hirnrissigsten Aktionen des Herrn Friedensnobelpreisträgers. Einen Tag vor Amtsübergabe ordert er eine Bombardierung in Afrika, welche direkt von den USA aus mit den modernsten und bis heute teuersten je in Serie gebauten Flugzeugen durchgeführt wird. Nur schon die Wahl des Kampfmittels ist bizarr, es sei denn, der IS verfüge mittlerweilen über modernste US-Flugabwehrraketensysteme, was die perverse Destabilisierungspraxis der USA entlarven würde.---- ---, Obama!
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Auf Facebook bekam ich eine «Freundschaftsanfrage» vom Profil «Aisha Gaddafi», Tochter vom Diktator. Wolle wieder in die Politik einsteigen mit Soldaten ... Lybien wird so schnell nicht ganz ruhig.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Wenn es gelänge das Morden in Syrien anzuhalten, müsste man den Initiatoren der Friedensgespräche dankbar sein. Wie es weitergehen könnte, bleibt jedoch offen. Die fremden Truppen/Jihadisten in Syrien werden sich nicht in Luft auflösen und die Kriegsparteien müssten eine Idee von "After the war" haben. Von so einer hat man aber bis jetzt noch nichts gehört. Wenn B. al-Assad bliebe, bliebe der Hass hundertausender Opfer.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Kerzenmacher, die Syrer sind nicht so naiv und machen alles an Assad dem Alleinschuldigen fest. Die sehen ja life vor Ort, wer da alles mitwirkt. Angesichts der Interessenlage muss man davon ausgehen, das gerade auch die Zielsetzung der Obama-Administration dazu geführt hat, dass dieser Krieg nicht enden kann. Obamba hat nicht begriffen, dass er da nicht mehr gewinnen kann und einfach den Krieg verlängert. - Das nenne ich Dummheit, Kriege verlängern, die man nicht gewinnen kann.
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