US-Einsatz in Libyen B2-Jets bombardieren IS-Lager

Vor kurzem musste der IS in Libyen eine bittere Niederlage hinnehmen. Aber die Extremisten sind weiterhin dort aktiv. Das US-Militär nimmt zwei Stützpunkte ins Visier – und schickt dafür eigens Tarnkappenbomber aus Missouri.

B2-Bomber mit Tankflugzeug gekoppelt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Non-stop-Flug nach Libyen. Die B2-Bomber wurden auf ihrem Weg nach Sirte aufgetankt. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei dem Luftangriff auf zwei IS-Lager nahe der Hafenstadt Sirte sollen über 80 Dschihadisten getötet worden sein.
  • Darunter waren offenbar auch Terror-Planer, die Operationen in Europa vorbereitet haben.
  • Der scheidende US-Präsident Obama soll die Attacke persönlich angeordnet haben.

Zwei Lager der IS-Terrormiliz waren offenbar Ziel des US-Luftangriffs. Die IS-Mitglieder sollen zuvor aus der vor kurzem befreiten Hafenstadt Sirte geflohen. Erste Lageberichtete deuteten darauf hin, dass mehr als 80 Kämpfer getötet wurden, sagte der scheidende Verteidigungsminister Ashton Carter in Washington. Der Angriff sei noch von US-Präsident Barack Obama persönlich angeordnet worden.

Sirte zurückerobert

Die Camps befanden sich nach Angaben des Pentagons 45 Kilometer südwestlich von Sirte. Das US-Militär setzte dabei B-2-Tarnkappenbomber ein, die von einem Luftwaffenstützpunkt im US-Bundesstaat Missouri aufbrachen und anschliessend wieder dorthin zurückkehrten.

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Terrorgefahr in Tunesien

Wegen anhaltender Terrorgefahr durch Islamisten hat Staatschef Béji Caïd Essebsi den Ausnahmezustand in Tunesien um einen Monat verlängert. Der Entscheid sei nach Konsultationen mit Premier und Parlamentspräsidenten gefallen, hiess es. Essebsi hatte den Ausnahmezustand 2015 nach einem Terroranschlag auf einen Bus der Präsidentengarde verhängt.

Sirte galt lange als heimliche Hauptstadt des IS in Libyen. Die Extremisten hatten den Geburtsort des ehemaligen Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi Anfang 2015 eingenommen. Im Mai begannen regierungstreue Milizen eine Bodenoffensive, um den IS zu vertreiben. Die USA unterstützten die Operation mit Luftangriffen.

Möglichkeiten des IS verringert

Die Hafenstadt wurde schliesslich im Dezember befreit. Beobachter gingen aber davon aus, dass die Terrormiliz in Libyen weiterhin gefährlich bleiben wird. Pentagon-Sprecher Peter Cook erklärte, der Angriff sei als Ergänzung zu der Befreiung Sirtes zu verstehen. Er werde die Möglichkeit des IS verringern, Attacken auf die libyschen Streitkräfte auszuüben.

Der IS hatte sich das Chaos und innenpolitische Vakuum in Libyen lange zunutze gemacht. Das ölreiche Land in Nordafrika versinkt seit dem Sturz von Gaddafi 2011 in einem Bürgerkrieg. Zudem konkurrieren zwei Regierungen miteinander.