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International Bald eine Million Flüchtlinge in Deutschland

Die Zahl der in diesem Jahr nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge bewegt sich auf eine Million zu. Die Bundesländer registrierten bis Ende November 953'000 Migranten.

Eine geflüchtete Familie an der Deutschen Grenze.
Legende: Die Erhebung des Bundes gilt als wichtige Rechengrösse für die Verteilung der Flüchtlinge auf die Bundesländer. Keystone
Legende: Video Platznot für Flüchtlinge in Berlin abspielen. Laufzeit 2:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.11.2015.

Die Bundesländer registrierten bis Ende November fast eine Million Flüchtlinge. Das geht aus einer Datenbank des Bundes hervor. Dabei sind Doppel-Registrierungen nicht ausgeschlossen. Laut Experten befänden sich aber auch Tausende von Menschen ohne Registrierung in Deutschland.

Trotzdem gilt die Zahl als wichtige Rechengrösse für die Politik und die Verteilung der Migranten. Im gesamten November haben die Behörden knapp 220'000 Flüchtlinge registriert. Einige von ihnen sind nur auf der Durchreise, etwa nach Skandinavien.

Markante Abnahme in den letzten Tagen

In den vergangenen Tagen hat sich die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Deutschland jedoch halbiert: Seit Freitag pendelte sich die Zahl bei weniger als 4000 pro Tag ein. Auch in den Aufnahmelagern an der österreichischen Grenze zu Slowenien herrscht relative Ruhe. Als Hauptursache gilt das schlechte Wetter in der Ägäis, weswegen viele Flüchtlinge die Überfahrt von der Türkei auf die griechischen Inseln meiden.

Auch Grenzbarrieren entlang der Balkanroute, etwa in Mazedonien, könnten ein Grund sein. Zudem geht die Türkei nach der Übereinkunft mit der EU über die Begrenzung des Flüchtlingsstroms offenbar gegen Migranten und Schlepper vor. Am Montag nahmen türkische Behörden rund 1300 Migranten fest, die offenbar über das Meer nach Griechenland wollten.

Weniger Personen über Seeweg

Im November sind erstmals in diesem Jahr weniger Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Rund 140'000 Schutzsuchende hätten die Küsten erreicht, teilte das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) mit. Im Oktober wurden 220'000 Personen gezählt. Insgesamt kamen dieses Jahr bereits mehr als 880'000 Flüchtlinge über den Seeweg nach Europa.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Wie lange es noch dauert bis es genug sind, um sich mit Gewalt das zu verschaffen was sie wollen, weiss ich nicht. Je eher wir die Grenzen schliessen, desto schneller wird es so weit sein. Es kann so oder so nicht mehr verhindert werden. Danke Mutti!
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  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    Das stimmt Jürg Sand. Und es ist auch nachvollziehbar warum. Im Buch "Demokratie und Erziehung" z.B., zeigt Noam Chomsky diese Zusammenhänge klar auf.
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  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    «Bald eine Million Flüchtlinge in Deutschland» heisst es im Titel und man denkt, alles Flüchtlinge nach Genfer Flüchtlingskonvention, was falsch wäre und nicht den Tatsachen entspricht. Dann im Text: «Die Bundesländer registrierten bis Ende November 953'000 Migranten.» Flüchtlinge und Migranten sind nicht synonym, z.B. hat ein Migrant kein Recht auf Asyl. 2013 schätzte man weltweit 232 Millionen Arbeitsmigranten. Darunter befanden sich 19,5 Millionen Flüchtlinge (8.4%).
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    1. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Roger Stahn, das sind die Zahlenverhältnisse, die ich seit Monaten hier schätze. Ungefähr zehn Prozent dieser sogenannten "Flüchtlinge" waren überhaupt je das was das Wort bezeichnet. Nur, stehen diese vor den Aussengrenzen Europas, sind auch sie Migranten auf dem Weg in ihr Wunschland. Was geschieht eigentlich hier in unserem Land, in Europa?!
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    2. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Der unterschiedslose Gebrauch des Begriffs "Flüchtlinge" (n. Genfer Flüchtlingskonvention) ist eine Manipulation und entspricht nicht den Fakten, sondern verdreht diese. Es sind eben nicht alles Flüchtlinge, es sind eben auch Leute, die sich in Grauzonen bewegen. Die persönliche Situation eines jeden Migranten ist sehr unterschiedlich und deshalb sollte man sich vor pauschal Aussagen hüten. Mit der propagierten Willkommenskultur, hat Europa kopflos dieser Völkerwanderung Vorschub geleistet.
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    3. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      R.Stahn, ja sicher, nur etwas lässt mir keine Ruhe, das "kopflos". Ist es möglich, das man, ich meine mit "man" Politik, Presse (off und online), Intellektuelle und verbliebene religiöse "Autoritäten", fast "in corpore" dermassen kopflos handeln und argumentieren konnten und es immer noch mit erstaunlicher Energie tun? Ich fürchte, die Antwort ist ein beschämendes, klares: Ja!
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