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International Bangkok nach dem Terror: Weitere Opfer, fieberhafte Fahndung

Nach der gewaltigen Bombenexplosion in Bangkok fahndet die Polizei fieberhaft nach den Tätern. Erste Hinweise auf einen Verdächtigen liefert Videomaterial. Bei dem mutmasslichen Anschlag starben nach neusten Angaben mindestens 22 Menschen, mehr als 120 weitere wurden verletzt.

Einen Tag nach dem schwersten Bombenanschlag, den die thailändische Hauptstadt Bangkok jemals erschüttert hat, laufen die Ermittlungen zu den Tätern auf Hochtouren. Im Visier hat das Militär einen Mann, der kurz vor der Detonation am Tatort mit einem verdächtigen Paket gesehen wurde.

Das habe die Auswertung von Videos aus Überwachungskameras ergeben, sagte Armeechef Udomdej Sitabutr am Morgen nach dem Attentat. Bei der Detonation eines Sprengsatzes mitten in einem belebten Einkaufsviertel der Stadt waren am Montag nach offiziellen Angaben mindestens 22 Menschen getötet worden, 123 weitere wurden verletzt.

Anschlag in Einkaufs- und Touristenmeile

Noch mehrere Kilometer vom Anschlagsort entfernt hatten Fensterscheiben durch die Wucht der Explosion gezittert. Die Behörden wiesen aber Berichte über womöglich weitere versteckte Bomben im Viertel zurück.

Tödlicher Bombenanschlag in Bangkok
Aus Tagesschau am Vorabend vom 17.08.2015.

Die Kreuzung, an der die Bombe detonierte, ist sehr belebt. In der Umgebung befinden sich zahlreiche Restaurants, Hotels und Einkaufszentren. Am Schrein legen Thailänder den ganzen Tag über Blumen nieder und zünden Räucherstäbchen an. Touristen verharren dort, weil es jede Stunde mehrere Tanzdarbietungen zur Huldigung des Hindu-Gottes Brahma gibt.

«Wir haben Verdächtige»

Auch am Tag nach dem Attentat lag zunächst kein Bekennerschreiben vor. Thailands Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan sprach indes davon, dass es inzwischen «sehr viel klarer» sei, wer das Attentat zu verantworten habe: «Wir haben Verdächtige. Es ist ein kleiner Personenkreis.»

Die Junta rief zudem zur Ruhe auf. «Bringt keine Gerüchte in Umlauf, die Verwirrung im Land stiften könnten», sagte Junta-Sprecher Winthai Suvari. «Wir versichern, dass die Behörden jetzt alles unter Kontrolle haben.» Er widersprach Gerüchten in sozialen Netzwerken, dass der Ausnahmezustand verhängt worden sei.

Tief gespaltene Gesellschaft

Im buddhistischen Thailand gibt es zwar gewalttätige muslimische Separatisten im Süden, und die Gesellschaft ist politisch tief gespalten. Anschläge in der Hauptstadt, etwa zur Destabilisierung der Regierung, sind bisher aber fast nie vorgekommen.

Nach Einschätzung von Armeechef und Vize-Verteidigungsminister Udomdej Sitabutr passten die Art des Anschlags und die Bauweise des Sprengsatzes nicht zu den Methoden der muslimischen Separatisten. In Thailand regiert seit einem Militärputsch im Mai 2014 Putschführer Prayuth Chan-ochStecken Rothemden hinter der Tat?

Der freie Journalist Sascha Zastiral sieht neben den Separatisten auch Rothemden als potentielle Urheber des Anschlags. Sie sind Unterstützer des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra. Laut Zastiral gibt es innerhalb der Bewegung militante Splittergruppen.

Ausserdem habe der Erewan Schrein eine grosse symbolische Bedeutung für die Rothemden. «An dieser Kreuzung stand 2010 ein riesengrosses Protestcamp. Im Mai 2010 ist das Militär dann auf dieses Camp zumarschiert und hat die Proteste mit Gewalt niedergeschlagen.»

Vor dem Umsturz hatten die beiden politischen Lager jahrelang um die Regierungsmacht gekämpft. Grob gesagt stehen sich alteingesessene Eliten und wohlhabende Städter und Bauern aus der Provinz sowie arme Stadtbewohner gegenüber. Es kam zu Massendemonstrationen und Strassenblockaden in Bangkok sowie teils blutigen Strassenschlachten. Dutzende Menschen sind dabei seit 2010 ums Leben gekommen.

Der Anschlag im Protokoll

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Lesen Sie alle Entwicklungen rund um den Anschlag in Bangkok im Protokoll nach.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Silvio Bertolami , Bangkok
    Der Schrein ist auf der Karte nicht am richtigen Ort eingezeichnet. Er befindet sich ganz vorne in der Ecke bei der Kreuzung. Deshalb sind auch so viele verkohlte Motorräder auf den Fotos zu sehen.
  • Kommentar von Werner Kessler, , Uster
    Dieses Attentat hat mit grösster Wahrscheinlichkeit einen islamistischen Hintergrund. Immer mehr dieser Leute aus dem Süden drängen in den Norden, weil sie im Süden mit der Armee seit längerem kämpfen und ihren irrigen Glauben auch im Norden verbreiten wollen. Dazu kommt noch der Neid und Hass auf die zivilisierte Gesellschaft.
    1. Antwort von Charles Dupond , Vivis
      Es gibt auch einen bigotten Neid und Hass auf die eusserst erfolgreiche thailaendische Turismusindustrie, die deshalb schon seit Jahrzehnten nicht nur mit Zwangsmissionierung, sondern auch sozialer und poliischer Subversion sowie Angriffen mit chemischen Waffen auf Turistenhotels gefuehrt wird. Der profitierenden Taeterkreise sind viele; und ebensoviele die diesen Kreisen einen Anschlag in die Schuhe schieben wollen; bis die Taeter und ihre "Lobisten" ermittelt sind, bleibt alles Zweckspeckulati
  • Kommentar von a.brönnimann , bern
    Wieso erinnert die Bildauswahl dieses underhört brutalen Anschlages nur an die billigen deutschen privatsender!!!?? Kann man darüber nicht mehr anders berichten?
    1. Antwort von u.felber , luzern
      Was wollen sie denn sehen?
    2. Antwort von Christa Wüstner , Reinach
      Das sind nun mal die Bilder und hat doch nichts mit deutschen Privatsendern zu tun. Man kann auch überall einen Stachel finden, wenn man es nur will.