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Zwei Tote – mehrere Verletzte Amokfahrt in Leipzig: Verdächtiger war Tage davor in Psychiatrie

In der deutschen Stadt hat ein Autofahrer Menschen umgefahren. Er wurde zuvor psychiatrisch betreut. Das ist bekannt.

Was ist passiert? In der Innenstadt von Leipzig ist am frühen Montagabend ein Auto in eine belebte Fussgängerzone gefahren und hat mehrere Menschen erfasst. Die Polizei konnte kurz darauf den Tatverdächtigen im Auto stellen und festnehmen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes. Die Behörden sprechen von einer «Amoktat».

Die Opfer: Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sprach gestern Abend von zwei Toten. Die genaue Zahl der Verletzten ist weiterhin unklar. «Das war gestern sehr schwierig. Viele Leute haben den Ort selbstständig verlassen und sich zum Arzt begeben», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sicher ist bislang nur: Drei Menschen wurden schwer verletzt, hinzu kommen zahlreiche weitere Betroffene. Insgesamt sollen rund 80 Menschen von den Ereignissen betroffen sein. Bei den Todesopfern handelt es sich laut Polizei um eine 63‑jährige Frau und einen 77‑jährigen Mann, beide deutsche Staatsangehörige.

Der Tatverdächtige: Bei dem festgenommenen Mann handelt es sich um einen 33-jährigen Deutschen. Gemäss der Agentur dpa war der Mann polizeilich bereits bekannt, allerdings nicht einschlägig. Sachsens Innenminister Armin Schuster sagte, es handle sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Einzeltäter, einen Amoktäter. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen. Der Festgenommene kommt vorerst in ein psychiatrisches Krankenhaus. Das hat ein Ermittlungsrichter angeordnet. Nach bisherigen Ermittlungen gebe es dringende Gründe dafür, dass der Mann die Tat «im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit» begangen habe, heisst es in der Mitteilung der Behörden. Vor wenigen Tagen soll er bereits freiwillig in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung gewesen sein. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters aus.

Der Tathergang: Der Verdächtige fuhr nach Polizeiangaben mit einem weissen Auto über den Augustusplatz in die Grimmaische Strasse und dort weiter bis über den Markt hinaus. Dabei erfasste er mehrere Menschen mit seinem Wagen. Der Tatverdächtige sass noch im Auto, als die Polizei ihn stellte. Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen. Laut der Staatsanwaltschaft gebe es keine Anzeichen für weitere Täter.

Die Reaktionen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich tief erschüttert: «So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen.» Er versprach eine schnelle und vollständige Aufklärung. In der Innenstadt herrschte nach der Tat eine gedrückte Stimmung. An der Grimmaischen Strasse haben Passanten Kerzen und Blumen in Anteilnahme an die Todesopfer und Verletzten der Tat niedergelegt. Für den Nachmittag ist eine zentrale Gedenkandacht geplant. In der Nikolaikirche soll um 17:00 Uhr eine ökumenische Feier stattfinden, an der Kretschmer teilnehmen will. Auch die Thomaskirche ist für Trauernde geöffnet.

Die Lage vor Ort: Kurz nach der Tat waren zahlreiche Einsatzkräfte im Einsatz. In der Nähe wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet, an die sich Betroffene und Zeugen wenden können. Der betroffene Bereich der Einkaufsmeile werde voraussichtlich den gesamten Tag über weiter gesperrt bleiben, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung der dpa.

Der Tag danach: Die Polizei sichert weiter Spuren. Die Stadt Leipzig will nach dem Vorfall die Sicherheitsvorkehrungen in der Innenstadt überprüfen.

Tagesschau kompakt, 4.5.26, 18 Uhr ; 

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