Belgien: Haftstrafen für mutmassliche Terroristen

In Belgien sind 15 Mitglieder einer Terrorzelle zu teilweise langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Terroristen planten schon Anfang 2015 einen Anschlag auf den Brüsseler Flughafen. Nicht alle Angeklagten erschienen aber vor Gericht – etliche sollen sich nach Syrien abgesetzt haben.

Vermummte Polizisten sperren eine Strasse bei Nacht ab. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei der Razzia im Januar 2015 wurde alles gefunden, was es für einen Terroranschlag braucht. Reuters

Im Prozess um die sogenannte Terrorzelle von Verviers hat ein belgisches Gericht 15 Angeklagte zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und 16 Jahren verurteilt. Die Richter sprachen die drei Hauptangeklagten schuldig, als Anführer einer terroristischen Vereinigung einen tödlichen Anschlag geplant zu haben.

Die übrigen Beschuldigten wurden als Mitglieder dieser Terrorgruppe verurteilt, einige von ihnen auf Bewährung. Die meisten Angeklagten war nicht zu dem Prozess erschienen. Einige sollen sich der Anklage zufolge in Syrien aufhalten.

Zwei Tote bei Razzia

Spezialeinheiten der belgischen Polizei hatten im Januar 2015 bei der Erstürmung eines Hauses in der ostbelgischen Stadt Verviers Waffen, Munition, Sprengstoff und Polizeiuniformen gefunden. Zwei mutmassliche Terroristen kamen bei der Aktion ums Leben, einer wurde festgenommen und stand nun mit anderen als einer der Haupttäter vor Gericht.

Schon Anfang 2015 habe die Gruppe mit grosser Wahrscheinlichkeit den Brüsseler Flughafen als Anschlagsziel im Visier gehabt, sagte der Vorsitzende Richter Pierre Hendrickx in seiner Urteilsbegründung. Das Gericht sah die verurteilten Aktivitäten als deutlichen Vorboten der Terroranschläge vom November 2015 in Paris und März 2016 in Brüssel.

In Paris hatten islamistisch motivierte Attentäter an verschiedenen Orten 130 Menschen umgebracht. Am 23. März 2016 rissen drei Selbstmord-Terroristen mit Explosionen am Flughafen und in einer U-Bahn-Station in Brüssel 32 Menschen mit in den Tod.