Belgiens Atomkraftwerke machen schlapp

Das Land hat grosse Probleme mit seinem Atomstrom. Seit Anfang Jahr mussten bereits drei Reaktoren abgeschaltet werden. Es droht ein Versorgungsengpass im Winter.

Zwei dampfende Kühltürme. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen mussten bereits zwei von vier Reaktorblöcken vom Netz genommen werden. Reuters

Atomstrom ist wichtig für Belgien. Doch das Land hat Probleme mit seinen Reaktoren. Einer nach dem anderen muss abgeschaltet werden. Nach der Abschaltung des Atomreaktorblocks Doel 4 befürchtet Belgien Probleme bei der Stromversorgung.

«Die Situation ist angespannt und wird nach und nach komplizierter werden, wenn der Winter kommt und die Temperaturen fallen», sagte die Staatssekretärin für Energie, Catherine Fonck.

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In Belgien sind zwei Kernkraftwerke in Betrieb. Das Kraftwerk Doel bei Antwerpen verfügt über vier und das Kraftwerk Thiange bei Lüttich über drei Reaktorblöcke. Doel soll 2016 und Thiange zwischen 2023-2025 abgeschaltet werden. Zusammen produzieren die Kraftwerke 55 Prozent des belgischen Strombedarfs.

Hälfte des Nuklearparks ausser Betrieb

Zuvor hatte der Betreiber Electrabel mitgeteilt, dass der Block 4 des Reaktors Doel bis Ende des Jahres ausser Betrieb bleibt. Damit ist nun laut der Nachrichtenagentur Belga die Hälfte des belgischen Nuklearparks ausser Betrieb, was mehr als der Hälfte der Stromversorgung des Landes entspricht.

Bereits im März waren die beiden Blöcke Doel 3 und Tihange 2 aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden. Doel 4 ist am 5. August wegen der Störung einer Dampfturbine im nicht-nuklearen Teil vom Netz gegangen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Sabotage.

Fonck sagte, Belgien sei aktuell 25 Prozent seiner Produktionskapazität beraubt. «Unter solchen Bedingungen hätte jedes Land Schwierigkeiten.» Die Behörden wollten nun einen Notfallplan für eventuelle Versorgungsengpässe ausarbeiten.