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International Bethlehem: Eine Weihnachts-Predigt voller Skepsis

Aus Bethlehem ergeht zu Weihnachten immer der Ruf nach Frieden in aller Welt. Die Aussichten auf eine friedliche Einigung in seiner nahöstlichen Heimat sieht der Patriarch von Jerusalem aber nüchtern.

Ein winkender Geistlicher von Gläubigen begleitet
Legende: Inmitten einer Schar von Gläubigen ging der Erzbischof zur Messe in Bethlehem. Reuters

Der wichtigste Repräsentant der Katholiken im Heiligen Land hat in seiner Weihnachtspredigt Skepsis hinsichtlich der Chance auf eine rasche Friedenslösung in Nahost geäussert.

«Wir leben im Heiligen Land in einem Konflikt, dessen kurzfristige Lösung nicht in Sicht ist und der schwer auf all seinen Bewohnern, auch den Christen, lastet», sagte der lateinische Patriarch Fuad Twal in der Nacht bei der Mitternachtsmesse in der Katharinenkirche in Bethlehem.

Legende: Video Weihnachten in Betlehem abspielen. Laufzeit 00:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.12.2013.

Vor langer Nacht der Konflikte

Gleichzeitig sagte Twal dem anwesenden Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas, er bete für ihn und den Erfolg der im Juli wiederaufgenommenen Friedensgespräche mit Israel, «damit sich eine gerechte und faire Lösung des aktuellen Konfliktes finden lasse».

Der Erzbischof rief ferner zur Lösung blutiger Konflikte in aller Welt auf. «Die Welt steht vor einer langen Nacht der Konflikte, Kriege, Zerstörung, Angst, Hass, Rassismus und in diesen Tagen auch mit Schnee und Kälte.» Er nannte dabei Bürgerkriege in Afrika, den Taifun auf den Philippinen, die schwierige Lage in Ägypten und im Irak sowie die Tragödie in Syrien.

EU-Aussenbeauftragte vor Ort

Bei der feierlichen Zeremonie war in diesem Jahr auch die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton anwesend. Sie hält sich nach Medienberichten mit ihrem Mann über Weihnachten zu einem privaten Besuch in der Region auf.

Twal hatte am Dienstagmittag die traditionellen Weihnachtsprozession von Jerusalem nach Bethlehem geführt. Das in ein purpurfarbenes Gewand gekleidete Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land wurde dort von Gläubigen und palästinensischen Pfadfindern feierlich in Empfang genommen. Er kam nachmittags auf dem Krippenplatz vor der Geburtskirche an. Sie steht über der Grotte, in der nach christlicher Überlieferung Jesus Christus zur Welt kam.

Hunderttausende in Bethlehem

Über die Weihnachtstage werden nach Angaben der israelischen Armee 300'000 Besucher in Bethlehem erwartet. Insgesamt rechnet das israelische Tourismusministerium für das Jahr 2013 mit etwa zwei Millionen Besuchern in der fast vollständig von einer Sperrmauer umgebenen Palästinenserstadt.

Israel erlaubte mehreren Hundert christlichen Palästinensern aus dem Ausland sowie aus dem Gazastreifen zu Weihnachten die Einreise. Im besetzten Westjordanland gelten angesichts des fortwährenden Nahostkonflikts strikte Reisebeschränkungen für Palästinenser.

Israelische Politik in der Kritik

Twal erinnerte in seiner diesjährigen Weihnachtsbotschaft unter anderem an die schwierige Lage in Syrien. «In dieser Zeit kann unser Herz die Bewohner Syriens und unter ihnen die Flüchtlinge in den Nachbarländern nicht vergessen», sagte der Erzbischof.

Er kritisierte den israelischen Siedlungsausbau als Hindernis für einen erfolgreichen Abschluss der im Juli wiederaufgenommenen Friedensgespräche mit den Palästinensern. Twal sagte, er bete dafür, dass Christen, Juden und Muslime in Zukunft zusammenarbeiten werden, um Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Gewalttaten, die die Würde des Menschen zerstören, ein Ende zu setzen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Dieser Patriarch Fuad Twal ist ein Feigling. Er wagt es Israel zu kritisieren, aber dass die Anzahl der Christen in Bethlehem ständig abnimmt, weil sie von den dortigen Moslems bedroht und verfolgt werden, verschweigt er geflissentlich. Ganz zu schweigen von den unfassbaren Gräueln in Syrien, wo Christen geschächtet und ihr Blut für 100.000 Dollar pro Fläschchen an reiche Saudi Araber verkauft wird, die sich damit die Hände waschen, weil sie glauben mit diesem Opferblut ihrem Allah zu gefallen.
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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    Die Predigt des Erzbischof Twal bringt keiner Seite etwas.Er weiss genau wessen Land es ist. Wo sollen die Nachkommen und Heimkehrer denn wohnen. Schade es ist destruktiv und leider an der Realität weit vorbei gesprochen.Das weiss er genau. Von einem der der Kreuzritter Familie angehört, ist es sowieso unverständlich.
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  • Kommentar von Markus Guggisberg, Busswil
    Isaak ist der Erbe Abrahams nach dem Willen Gottes. Wie sollte es da einem Nachkommen von Isaaks verboten sein, ein Haus auf dem Land seiner Vorfahren zu bauen? Letztlich geht es bei dieser Frage doch darum, ob die Welt bereit ist, den Willen Gottes zu respektieren. Auch die Nachkommen Ismaels dürfen an diesem Erbe und Frieden Israels teilhaben. Eine Aufteilung des Landes würde jedoch zu keiner Lösung führen. Da bleibt nur eins: Respekt vor dem Willen Gottes !!!
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    1. Antwort von Max Hug, Luzern
      Es ist ja wohl auch der Wille Ihres Gottes, dass dort ein ewiger Krieg herrschen.
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    2. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      Es liegt in unserer Hand, einander mit Respekt zu begegnen !!!
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    3. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      @Max Hug: Es liegt in unserer Hand, einander mit Respekt zu begegnen !!!
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