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Bilder, Grafiken, Zahlen Was ist gesucht? Acht besondere Fragen zum Klimawandel

Der Herbst beginnt im Zeichen des Klimawandels: In New York findet der Weltklima-Gipfel statt, der Ständerat debattiert über das CO2-Gesetz und in Bern steht die nationale Klima-Demo an. SRF News stellt acht Fragen zum Klimawandel: Bilder, Grafiken, Zahlen: Was ist gesucht?

Was zeigt dieses moderne Kunstwerk?

Klimaveränderung mit Farben dargestellt.
Legende: Show Your Stripes

Die Lösung finden Sie hier

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Die beiden Bilder zeigen den Temperaturverlauf seit Beginn der Aufzeichnungen – oben in der Schweiz, unten auf der ganzen Welt.

Das «Institute for Environmental Analytics» (IEA) bietet auf der Plattform «Show Your Stripes», Link öffnet in einem neuen Fenster die Möglichkeit an, den Temperaturverlauf eines Landes oder auch der ganzen Welt in einer simplen Grafik darzustellen. Jeder Streifen steht für die Durchschnittstemperatur des jeweiligen Jahres. Der Übergang von blau zu rot zeigt den Anstieg der Temperaturen. Auf Zahlen wird bewusst verzichtet, um die Grafiken so einfach wie möglich zu halten. Sie sollen einen Dialog über die Klimaerwärmung anstossen.

Die Zahlen sind jedoch nicht minder eindrücklich: In der Schweiz ist die Durchschnittstemperatur seit Messbeginn 1864 um 2.1 Grad angestiegen – 2018 war hierzulande das wärmste Jahr überhaupt mit einer Abweichung von 1.5 Grad gegenüber dem Durchschnitt. Global gesehen war 2016 das wärmste Jahr seit Messbeginn. Besonders bemerkenswert: Beim arktischen Flughafen Svalbard in Norwegen war es in diesem Jahr 6.5 Grad wärmer als normal.

(Quelle: Show Your Stripes, Bundesamt für Statistik)

Was zeigen diese Linien auf der Schweizer Karte?

Schweizer Karte.
Legende: SRF

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In diesen Flüssen wird in Zukunft die Bachforelle nicht mehr anzufinden sein, es wird ihr schlicht zu warm.

Das Bundesamt für Umwelt hat die Auswirkung der Klimaerwärmung in der Schweiz auf die Flusstemperaturen berechnet. Bis 2050 könnte demnach der optimale Lebensraum der Bachforelle um bis zu 44 Prozent kleiner werden. Die rot markierten Gewässer wären dann zu warm für die Bachforelle, welche ihre Körpertemperatur nicht selber regulieren kann und deshalb in andere, kühlere Gewässer zu migrieren versucht.

Doch die Wanderung flussaufwärts in kühlere Gefilde ist für die Tiere schwierig, unter anderem darum, weil viele Fluss-Kraftwerke nicht fischgängig sind. Bis 2030 sollen deshalb rund 1000 Hindernisse für die Fische durchgängig gemacht werden, zum Beispiel dank sogenannten Fischtreppen.

(Quelle: BAFU)

Wer fühlt sich neuerdings auf 2000 Metern Höhe wohler als auf 1500 Metern?

Ein Berg mit Thermometern.
Legende: SRF

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Der Schmetterling.
Legende:schmetterling-raupe.de

Es ist der Rote Würfel-Dickkopffalter. Ein Schmetterling, dem es in seinem ursprünglichen Lebensraum im Schweizer Nationalpark zu warm geworden ist.

Im Jahr 1942 lebte der Schmetterling (wissenschaftlicher Name: Spialia Sertorius) noch auf maximal 1500 Metern über Meer. Untersuchungen der Universität Lausanne im Nationalpark im Unterengadin zeigen nun, dass er sich heutzutage auf über 2000 Metern Höhe bewegt – die steigenden Temperaturen haben ihn zum Umzug bewegt.

Es ist nicht der einzige Fall, bei dem im Nationalpark, Link öffnet in einem neuen Fenster solche Beobachtungen gemacht wurden: Auch zum Beispiel die Gämsen, Steinböcke und Rothirsche haben mit dem Klimawandel ihre Aufenthaltsorte im Spätsommer in höhere Lagen verlegt. Weiter werden auf den Gipfeln des Nationalparks immer mehr Pflanzenarten registriert. Mit den höheren Temperaturen können sie in grösserer Höhe wachsen.

(Quelle: Schweizerischer Nationalpark)

Was zeigen die beiden Karten?

Bildvergleich

Regler nach links verschieben Regler nach rechts verschieben
Legende: Karten von AmsterdamClimate Central

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Das Bild links ist eine Karte von Amsterdam – das rechte Bild zeigt, was noch übrig wäre von der niederländischen Hauptstadt, wenn sich das weltweite Klima um ein Grad erwärmen würde.

Ein Grossteil von Amsterdam wäre dann unter Wasser. Laut den Forschern des Netzwerks «Climate Central» würde bei einem Temperaturanstieg von einem Grad der Meeresspiegel um 2.1 Meter ansteigen. Für die niederländische Hauptstadt wäre das fatal.

Erwärmt sich das Klima weltweit sogar um vier Grad, wären laut Schätzungen 470 bis 760 Millionen Menschen betroffen, die in Küstennähe wohnen. Zwischen 1993 und 2017 ist der Meeresspiegel laut Satellitenmessungen der NASA um 8.5 cm angestiegen, zurzeit beträgt die Anstiegsrate 3.4 mm pro Jahr. Geht es so weiter, ist zum Beispiel bis im Jahr 2100 ein grosser Teil von Miami überflutet.

(Quelle: Climate Central, NASA)

Wer muss sich neu den 5. April dick im Kalender anstreichen?

Ein Kalender.
Legende: SRF

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Die Schweizer Obstbauern. Im Vergleich mit früheren Jahren blühen nämlich zum Beispiel die Apfelbäume rund zwei Wochen früher.

Der Frühling verschiebt sich in der Schweiz nach vorne, das wird insbesondere bei den Blüten der Kirsch-, Birn- und Apfelbäume deutlich. Zwischen 1981 und 2010 blühten die Kirschbäume im Durchschnitt jeweils am 17. April. 2017 war es laut Meteoschweiz bereits Ende März. Die ersten Apfelbäume blühten in diesem Jahr bereits am 5. April. Da die Nächte zu dieser Zeit noch frostig sein können, drohen bei einer solch frühen Blüte massive Schäden.

2017 war laut den Meteorologen auch für andere Pflanzenarten ein aussergewöhnliches Jahr. Auch sie entwickelten sich in diesem Jahr bedeutend früher als im Schnitt. 2018 und 2019 waren die Pflanzen ebenfalls früher dran als im langjährigen Mittel: Der sogenannte Frühlingsindex, Link öffnet in einem neuen Fenster wies zum sechsten Mal in Folge eine frühere Vegetation aus.

(Quelle: MeteoSchweiz)

Wofür werden diese Regionen in Zukunft bekannt sein?

Eine Weltkarte.
Legende: SRF

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Russland, Kanada und die skandinavischen Länder werden laut Einschätzung des Weltklimarats deutlich grössere Anbauflächen zur Verfügung haben als heute.

Forscher spekulieren darauf, dass mit dem Klimawandel Finnland ein ernstzunehmender Player im Anbau von Futtermais werden könnte. Der Mais-Anbau ist im heutigen Finnland wegen der klimatischen Bedingungen undenkbar. Doch für den Ackerbau ist die Temperatur nur ein Faktor, ebenso wichtig sind passende Pflanzensorten und die Bodenbeschaffenheit.

Der Weltklimarat IPCC geht davon aus, dass Russland, Kanada und die skandinavischen Länder tatsächlich von höheren Ernten profitieren werden, bremst jedoch die Euphorie indem er darauf hinweist, dass Wetterextreme, Wasserknappheit und weitere Hindernisse eine noch unbekannte Rolle spielen. So ist unklar, ob zum Beispiel Sibirien die Rolle als neue Kornkammer der Welt übernehmen kann, die Forscher der Region bereits zugesprochen haben. Klar ist jedoch, dass insbesondere Afrika von drastischen Ernteeinbussen betroffen sein wird.

(Quelle: IPCC, klimafakten.de)

Was zeigt diese Grafik?

Anzahl Flugpassagiere.
Legende: SRF

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Es ist die Zahl der Flugpassagiere, die pro Jahr über Schweizer Flughäfen im Linien- und Charterverkehr reisen.

Die Flugscham, die Schweizerinnen und Schweizer vom Reisen mit dem Flugzeug abhalten soll, ist in der Statistik (noch) nicht spürbar. Sowohl im ersten wie auch im zweiten Quartal 2019 hat die Zahl der Passagiere, die im Linien- und Charterverkehr über Schweizer Flughäfen reisen, weiter zugenommen. Im zweiten Quartal waren es 15'321'728 Passagiere, eine Zunahme von fast drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Knick Anfang des 21. Jahrhunderts ist eine direkte Folge von den Anschlägen am 11. September 2001.

Laut dem WWF, Link öffnet in einem neuen Fenster sind Schweizerinnen und Schweizer extreme Vielflieger und besteigen doppelt so häufig ein Flugzeug wie die Bewohner unserer Nachbarländer. Die Fliegerei ist demnach weltweit für knapp fünf Prozent des menschengemachten Klimaeffekts verantwortlich, in der Schweiz ist es laut dem WWF sogar 18 Prozent.

(Quelle: Bundesamt für Statistik / WWF)

Und noch eine Grafik – Was zeigt sie?

Ein Kalendermonat April.
Legende: SRF

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Es sind weisse oder grüne Weihnachten, die an der Messtation Zollikofen bei Bern von 1970 bis 2018 registriert worden sind.

Im Mittelland sind weisse Weihnachten selten, insbesondere solche, an denen an allen Weihnachtstagen eine weisse Pracht zu bewundern ist. Mindestens einen weissen Weihnachtstag gab es seit 1931 im Mittelland in lediglich 20 bis 40 Prozent der Jahre, je nach Lage der Messstation. Die Tendenz der letzten Jahre ist aber eindeutig: Seit 2011 lag in Zollikofen genau an einem Tag eine dünne Schneeschicht.

Es stimmt jedoch nicht, dass früher weisse Weihnachten häufiger waren. In einer historischen Aufzeichnung, Link öffnet in einem neuen Fenster über die Wetterbedingungen der Jahr 1911 bis 1914 im Kanton Luzern findet sich diese Bemerkung: «Echte Winterkälte und Schneeherrschaft sind dem Christmonat seit einigen Jahren fast unbekannte Dinge geworden. Kein Weihnachtsgedicht, das von Kälte, Schnee und Eis redet, wollte mehr passen.»

(Quelle: MeteoSchweiz)

Korrekt

In einer früheren Version des Artikels stand, dass die Schweizer Gletscher jährlich das Volumen von 98 Mal dem Matterhorn verlieren. Das ist falsch. Hier war bei den ursprünglichen Zahlen das Komma verrutscht. Korrekt beträgt der Rückgang zwischen Herbst 2017 und Herbst 2018 1.37 Kubikkilometer.

Dies entspricht dem Volumen von gut 3600 Mal dem Roche-Turm in Basel, dem zur Zeit grössten Gebäude der Schweiz. Wir entschuldigen uns für das Versehen.

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