Zum Inhalt springen

International Bis zu 700 Tote nach Schiffsunglücken im Mittelmeer befürchtet

Im Mittelmeer sind in der vergangenen Woche wahrscheinlich Hunderte Flüchtlinge bei dem Versuch ums Leben gekommen, von Libyen nach Italien zu gelangen. Die UNO rechnete mit über 700, die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sogar mit 900 Toten.

Legende: Video Hunderte Ertrunkene im Mittelmeer abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.05.2016.

Binnen weniger Tage sind vermutlich mehr als 700 Menschen beim Versuch umgekommen, mit Schlepperbooten von Nordafrika nach Italien zu gelangen. Die Zahlen gründeten auf Aussagen von Überlebenden, sagte Carlotta Sami, eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR der Deutschen Presse-Agentur. Berücksichtigt seien drei Schiffsunglücke vom Mittwoch, Donnerstag und Freitag.

Nach den Worten Samis werden von einem am Donnerstag gekenterten Schiff noch 550 Menschen vermisst. Weitere 100 sollen im Rumpf eines am Mittwoch gesunkenen Schiffes gefangen sein.

Bei einem Schiffbruch am Freitag sei die Zahl der Opfer unklar. Überlebende hätten auch von Vermissten anderer Flüchtlingsboote berichtet. «Wenn wir diese düsteren Zahlen zusammenführen, so schätzen wir, dass es mindestens 700 Opfer gibt – ohne Sicherheit in Bezug auf die Zahlen und die Identität der Opfer», sagte Sami.

Passage übers Mittelmeer löst Balkanroute ab

Seit vergangenem Montag erreichen wieder mehr Migranten Italien auf dem Seeweg. Mit Hilfe der Küstenwache konnten rund 14'000 Menschen gerettet werden. 50 Menschen wurden tot geborgen. Knapp 1700 Flüchtlinge sind der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge zudem an der Küste gelandet.

Nach der Schliessung der Balkanroute über Griechenland und die Türkei ist Italien zum Hauptzugangsweg für Migranten nach Europa geworden. Nach Angaben der IOM erreichten im Zeitraum vom 19. bis 26. Mai nur 272 Flüchtlinge Griechenland, 5674 kamen nach Italien. Die meisten brechen von Libyen aus auf. Dort warten laut IOM zwischen 100'000 und 200'000 Menschen auf die Überfahrt nach Europa.

Nach Berichten der italienischen Nachrichtenagentur Ansa legten in der vergangenen Woche mehr als 70 Schlepperboote in Libyen ab. Die Agentur berief sich dabei auf Informationen aus dem italienischen Innenministerium.

Legende: Video Deutlich mehr Flüchtlinge auf der Mittelmeerroute abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.05.2016.

Schlepper festgenommen

Die italienische Polizei hat zwei mutmassliche Schleuser festgenommen. Die beiden Männer kamen zusammen mit weiteren Überlebenden und den geborgenen Opfern an Bord eines Militärschiffes in der Hafenstadt Reggio Calabria an. Die beiden werden in Verbindung mit einem Bootsunglück mit 45 Toten gebracht.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

36 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von c jaschko (let there be peace on earth)
    2 Der Grund wieso wir Frei Energie und Umweltschonende Energien nicht verwenden ist damit Deutsche Politiker ihre Autofahrer mit Eco Steuern ausplündern dürfen :-) Nikola Tesla hat damals schon Freie Energie der Welt zur Verfügung stellen wollen der JP Morgan fragte aber wie sollen wir einstecken falls die Menschen der Welt frei und Unabhängig werden :-) Die Flüchtlinge werden nie aufhören zu kommen wir müssen die Menschheit vom Kapitalismus befreien damit alle endlich mit Würde leben können :-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von c jaschko (let there be peace on earth)
    Alles Folgen vom Kapitalismus , wer sich denkt und hoffte das wir in eine Positive Zukunft Weltweit steuern ist mehr wie naive oder einfach nur Gutgläubig geboren :-) Möchte man solche Katastrophen in Zukunft vermeiden man muss Systematisch alle Macht den Deutschen und Amerikanern entziehen den man setzt auch die Süchtigen Schrittweise von den Sucht Mitteln ab :-) Vor 15 Jahren schon war ich Zeuge : Mercedes Benz Sprinter Van läuft der Man geht hin und hält ein Glas am Auspuff und drinkt danach!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    @Herr Bächler ich lese, was sie schreiben und so kommt es rüber.Was lassen Sie denn für Taten folgen ? Warum sprechen Sie den nahen/ mittleren Osten und Afrika von aller Verantwortung frei? Ich blende gar nichts aus, der Platz fehlt einfach, mehr zu schreiben. Noch einmal: wollen Sie alle, die nicht das gleiche Leben wie wir haben, herein lassen? Ist das gut für diese Länder, insbesondere für die afrikanischen? Vernunft ist gefragt und nicht Emotionen ohne Ende.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen