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International Bislang tödlichster Luftangriff im Jemen

Bei Bombardements des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses im Südjemen verloren über 140 Menschen ihr Leben. Weitere 200 Menschen sind beim Angriff auf Stellungen der Huthi-Rebellen verletzt worden. Ein saudisches Angebot einer «humanitären Feuerpause» stösst auf Widerstand.

Zahlreiche Huthi-Anhänger stehen versammelt in der Hauptstadt Sanaa.
Legende: Noch am Freitag demonstrierten die Huthi-Anhänger in Sanaa Einigkeit im Kampf gegen das saudische Militärbündnis. Keystone

Der Angriff auf die Hafenstadt Mocha im Südjemen ist das schwerste Bombardement seit dem Beginn der Luftschläge Ende März. Bei ungefähr zehn Bombardements des saudischen Bündnisses sind nach Angaben medizinischer Helfer und Rettungskräfte am Samstag über 140 Menschen ums Leben gekommen. 200 Menschen wurden verletzt.

Nebst einem Elektrizitätswerk seien auch Wohngegenden getroffen worden. Deshalb befänden sich unter den Opfern vor allem Zivilisten, sagten die Helfer. Wegen des kritischen Zustandes vieler Verletzter werde mit einer steigenden Zahl von Todesopfern gerechnet.

Umstrittenes Angebot einer Feuerpause

Einige Beobachter werten eine des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses einseitig angekündigte humanitäre Feuerpause als Versuch, von dem verheerenden Ausmass des Angriffs abzulenken.

Die Koalition will am Sonntag ab Mitternacht die Bombardierung des Jemens für fünf Tage einstellen, um humanitäre Hilfe in dem zerrütteten Land zuzulassen. Jemens geflüchteter Präsident soll um die Waffenruhe gebeten haben.

Zerstörte Schule
Legende: Bombardements seit März: Bei einem Angriff am 20. Juli zerstörte Schule in Sanaa. Reuters

Die schiitischen Huthi-Rebellen lehnen die Waffenruhe allerdings ab, wie der schiitische Rebellenchef Abdel Malek al-Huthi am Sonntag über den Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Die Waffenruhe sei vom «saudi-arabischen Aggressor» verlangt worden, der eine Pause nur wolle, um noch mehr Kämpfer in der südlichen Stadt Aden mobilisieren zu können.

Die Jemen-Expertin Samaa Al-Hamdani sagte dem Nachrichtensender Al-Dschasira, ein Erfolg der Waffenruhe sei nach den Erfahrungen der Vergangenheit ihrer Meinung nach unwahrscheinlich.

UNO geht von bisher 3000 Toten aus

Im Jemen kämpfen seit mehreren Monaten schiitische Huthi-Rebellen mit ihren Verbündeten gegen Anhänger des sunnitischen Exilpräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi.

Nach UNO-Angaben sind mehr als 3000 Menschen wegen des Konflikts gestorben - über die Hälfte von ihnen waren Zivilisten. Die vielen Toten der vergangenen Tage sind in diesen Zahlen nicht eingerechnet.

Am Sonntag schlugen auch im Grossraum Sanaa erneut Bomben des Militärbündnisses ein. Ziel waren Anwohnern zufolge Huthi-Stützpunkte bei und in der jemenitischen Hauptstadt.

Zuletzt hatten die Rebellen im Süden des Landes mit dem Verlust der zweitgrössten Stadt Aden eine schwere Niederlage einstecken müssen. Trotzdem kontrollieren sie noch immer weite Teile des Landes.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die USA und vor allem Deutschland liefern derweil munter weiter Waffen in den Halunkenstaat Saudi-Arabien. Ich finde, die "westlichen Werte", die so transportiert werden, sind demaskieren - beschämend.
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  • Kommentar von W.Ineichen, Luzern
    Die Muslime bringen sich gegenseitig um. Was meinen wohl Allah und sein grosser Prophet zu diesen Massenmorden?
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    1. Antwort von C. Szabo, Thal
      Die Frage stellen Sie in verschiedenen Varianten bereits mehrmals. Was klar ist: Es gibt über 7 Mia Menschen. Die Christen haben bis jetzt am meisten Menschen getötet, gefolgt von den Muslimen. Es braucht nur wenige Radikale und Gierige, um einen Krieg zwischen Gruppen auszulösen. Dabei werden schlaue Gierige immer reicher und der Hass/das Misstrauen zwischen den Menschen steigt. Die Schuld für diese Konflikte der Religion zu geben, wird allgemein akzeptiert.
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Die Strasse zum Suezkanal ist eminent wichtig für den Welthandel. Sowohl der Jemen östlich als auch afrikanische Staaten westlich beherrschen westliche Armeen oder Verbündete. Die Status quo will man behalten. Welche Mittel man dazu einsetzt, sind sekundär. Alle militärischen und wirtschaftlichen Operationen zielen darauf ab. Alles andere ist nur lästiges Beigemüse. Streit zu säen ist ein sehr erprobtes Mittel, um unbequeme Personen auszuschalten.
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